Mit 21 Saisontreffern ist Simon Terodde der erfolgreichste Stürmer der 2. Bundesliga - Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
Mit 21 Saisontreffern ist Simon Terodde der erfolgreichste Stürmer der 2. Bundesliga - Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
2. Bundesliga

Rückblick 1. FC Köln: Offensiv den Wiederaufstieg im Visier

Köln – Zum Schluss wurde es im Kölner RheinEnergieSTADION noch einmal ganz besinnlich. Mit einem riesigen Plakat wünschte die Mannschaft des 1. FC Köln nach dem letzten Heimspiel des Jahres gegen den VfL Bochum (2:3) ihren Fans frohe Weihnachten und alles Gute für 2019. Gemeinsam soll dann der Wiederaufstieg in die Bundesliga gefeiert werden – und trotz der Niederlage zum Jahresende sieht es für die "Geißböcke" sehr gut aus.

Das sah auch FC-Trainer Markus Anfang nach dem abschließenden Auftritt so: "Das ist natürlich schade, aber wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden. Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, aber wir haben auch einiges aufzuarbeiten", gab der 44-jährige Ex-Profi, der die Kölner vor der Saison übernommen hatte, zu Protokoll.

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Die Ausgangslage für das kommende Jahr sieht für den ersten Bundesliga-Meister der Geschichte wahrlich nicht schlecht aus: Mit 36 Punkten rangiert der FC auf dem zweiten Platz nur einen Zähler hinter dem Hamburger SV, der derzeit die Tabellenführung in der 2. Bundesliga inne hat. Die Rheinländer stellen den besten Angriff (47 Tore) und haben den treffsichersten Stürmer in ihren Reihen (Simon Terodde) – der Ausblick in der Domstadt war schon einmal schlimmer.

Für den FC unersetzlich: Kapitän Jonas Hector - Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Ein Top-Kader mit Hector & Horn

Angetreten waren die "Geißböcke" mit einem klaren Ziel: Nach der schlechtesten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte und dem sechsten Abstieg aus der Beletage des deutschen Fußballs strebt der FC Wiedergutmachung beim eigenen Anhang und die direkte Rückkehr in die oberste deutsche Spielklasse an. Dafür verantwortlich: Der gebürtige Kölner Anfang, der mit Holstein Kiel um ein Haar in die Bundesliga durchmarschiert wäre und danach dem Ruf der Heimat gefolgt war.

Ihm zur Verfügung steht ein erneuerter Kader, der sich durchaus sehen lassen kann: Neben Simon Terodde, 2016 und 2017 Torschützenkönig der 2. Bundesliga, blieben dem FC unter anderem auch Nationalspieler Jonas Hector und Torwart Timo Horn erhalten. Der Aufstieg, das erklärten nahezu alle Experten unisono, geht nur über Köln und Hamburg.

Terodde: "Am Ende ist nur wichtig, dass wir aufsteigen" - Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Aufstieg wäre "das schönste Geschenk" an die FC-Fans

Dass die Kölner dieses Vorhaben bereits zur Winterpause fest im Visier haben, verdanken sie vor allem einem treffsicheren Torjäger: Simon Terodde ballerte sich in den ersten 18 Spielen von Rekord zu Rekord und hat bereits 21 Saisontreffer auf dem Konto. Zur Einordnung: Lukas Hinterseer und Pascal Testroet kommen als seine ersten Verfolger zusammen nur auf einen Treffer mehr.

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„Ich habe in meinen letzten beiden Zweitliga-Spielzeiten jeweils 25 Tore geschossen und weiß, wie viel ich dafür investieren musste. Natürlich nimmt man sich vor, viele Tore zu schießen. Aber 21 zur Halbserie – da muss ich schon selbst staunen“, gesteht Terodde im Kölner „Express“ ohne Umschweife ein. „Wichtig ist natürlich vor allem, dass die Tore dazu beigetragen haben, dass wir in der Tabelle oben stehen. Am Ende ist nur wichtig, dass wir aufsteigen. Das wäre das schönste Geschenk, dass wir den Fans machen können!“

Seit diesem Sommer Trainer des 1. FC Köln: Markus Anfang - 2018 Getty Images

Wende nach Niederlage in Hamburg

Dabei profitiert der Torjäger auch von der offensiven Herangehensweise der Kölner, die Anfang bereits bei Holstein propagiert hat. So sorgte der FC im vergangenen Halbjahr für ordentlich Spektakel in der 2. Bundesliga: 5:3 beim FC St. Pauli am Millerntor, 3:5 zuhause gegen den SC Paderborn, 8:1 gegen Dynamo Dresden. Die „Geißböcke“ galoppieren immerzu nach vorn – eine Marschroute, die allerdings auch Probleme beim Bundesliga-Absteiger offenbart.

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In der Abwehr präsentiert sich der absolute Aufstiegsfavorit mitunter vogelwild, 22 Gegentreffer sprechen eine deutliche Sprache. Auch die notwendige Stabilität und Konstanz konnte das Anfang-Team noch nicht komplett ausstrahlen. Der Tiefpunkt aus Kölner Sicht: Die Niederlage im Spitzenspiel beim Hamburger SV, als der FC die Tabellenführung aus der Hand gab. Doch danach kamen Terodde, Hector & Co. wieder ins Rollen: Der 8:1-Kantersieg zum Karnevalsauftakt gegen Dresden markierte eine Wende in der Kölner Saison.

Mit 36 Punkten steht der 1. FC Köln um Louis Schaub auf Rang zwei in der 2. Bundesliga - 2018 DFL

Veh: "Wir haben ein großes Ziel"

Seitdem lief es beim FC, der bis zum Bochum-Spiel fünf Siege in Serie mit 21:2 Toren einfahren konnte. Der Lohn: Ein gewisses Polster auf die Nicht-Abstiegsplätze. Fünf Zähler liegen die Rheinländer nun vor Union Berlin, die derzeit Rang vier bekleiden. Direkt zum Auftakt ins neue Jahr können die Anfang-Schützlinge diese Lücke sogar vergrößern, sind die „Geißböcke“ doch am 19. Spieltag zu Gast an der Alten Försterei.

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Dabei immer im Blick: Die Rückkehr in die Bundesliga. "Wir haben ein großes Ziel. Und wir rechnen nicht im Jahresrhythmus, sondern im Saisonrhythmus ab. Für mich ist entscheidend, was am Ende rauskommt", betonte FC-Sportgeschäftsführer Armin Veh bereits vor den abschließenden beiden Duellen gegen Magdeburg (3:0) und Bochum (2:3).

16 Partien noch bis zum Aufstieg?

Für den erfahrenen Meistertrainer von 2007 ist klar, dass bis jetzt noch nichts geschafft wurde. „Wir haben ein gewisses Etappenziel erreicht. Wir befinden uns auf einem Platz, den wir mindestens auch am Ende belegen wollen. Am Ende würden wir damit unser Ziel erreichen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich will noch kein Resümee ziehen. Abgerechnet wird am Saisonende. Wir haben noch viele Spiele“, betont Veh. 16 Partien liegen noch vor dem 1. FC Köln. Es sieht derzeit schwer danach aus, als wären es 16 Partien bis zum Aufstieg. Geht es nach allen Beteiligten in Köln, dann sind es definitiv die vorerst letzten in der 2. Bundesliga.

Thomas Reinscheid