Enttäuschte Heidenheimer nach dem Abpfiff des Spiels gegen Bremen - © Sascha Walther/Eibner-Pressefoto/gumzmedia/nordphoto/Pool/Imago Images
Enttäuschte Heidenheimer nach dem Abpfiff des Spiels gegen Bremen - © Sascha Walther/Eibner-Pressefoto/gumzmedia/nordphoto/Pool/Imago Images
2. Bundesliga

"Wir werden den Kopf hochnehmen" - 1. FC Heidenheim wird für großen Kampf in der Relegation nicht belohnt

Viel knapper hätte es nicht sein können. Der 1. FC Heidenheim hat den Aufstieg in die Bundesliga verpasst, obwohl der Tabellendritte der 2. Bundesliga keines der beiden Relegationsduelle mit dem SV Werder Bremen verlor. Am Ende entschied die Auswärtstorregel. Trainer Frank Schmidt blickt bereits voraus, denn der FCH will wieder angreifen.

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Erleichtert jubelnde Bremer und tief enttäuschte Heidenheimer - so sah das Bild in der Voith-Arena aus, nachdem Schiedsrichter Dr. Felix Brych das Relegations-Rückspiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem SV Werder Bremen abgepfiffen hatte. In letzter Sekunde hatte Tim Kleindienst per Elfmeter noch das 2:2 erzielt und trotzdem reichte es nicht für den FCH. Das Hinspiel in Bremen hatte 0:0 geendet und so entschied die Auswärtstorregel das Duell zugunsten von Werder.

Norman Theuerkauf standen nach dem Abpfiff Tränen in den Augen. Der erfahrene Verteidiger hatte seine Mannschaft mit einem frühen Eigentor ins Hintertreffen gebracht und war nachher völlig aufgelöst. Sein Trainer Frank Schmidt tröstete ihn ebenso wie alle seine Spieler, die zwar stolz auf eine sehr starke Saison sein dürfen, aber daran in jenem Moment keinen Gedanken verschwendeten.

Heidenheim wiederholt Rekordjahr

Mit etwas Abstand zum Spiel werden sich die Heidenheimer wieder in Erinnerung rufen, was für eine großartige Leistung sie in der Spielzeit 2019/20 gebracht haben. Nachdem sie im Vorjahr ihr bestes Jahr überhaupt in der 2. Bundesliga gespielt hatten, stellten sie ihren Rekord von 55 Punkten ein. Fünfzehn Siege, zehn Remis und neun Niederlagen - das war exakt die gleiche Bilanz wie schon 2018/19. Anders als in der letzten Saison, als 55 Punkte nur für Rang fünf gereicht hatten, sprang diesmal der dritte Rang dabei heraus und so die große Chance, in der Relegation erstmals in die Bundesliga aufsteigen zu können.

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Doch vorerst wird der Traum von der Bundesliga ein Traum bleiben. "Das ist bitter und tut weh", sagte Schmidt nachher. "Es war eine große Chance für uns. Wir waren nah dran, haben es aber nicht mehr geschafft. Das gilt es jetzt zu verarbeiten. Wir dürfen uns aber nicht als Verlierer fühlen. Wir sind Dritter in der 2. Bundesliga geworden. Wir haben eine gute Saison gespielt und haben es am Ende nicht geschafft", bilanzierte der Trainer.

Das Elfmetertor zum 2:2 durch Tim Kleindienst kommt zu spät für Heidenheim - Sascha Walther/Eibner-Pressefoto/gumzmedia/nordphoto/Pool/Imago Images

Auch Marc Schnatterer hatte am Ausgang des Spiels zu knabbern. "Die Mannschaft hat während der gesamten Saison und heute eine super Leistung gezeigt. Wir haben in der Relegation kein Spiel verloren und es trotzdem nicht geschafft. Das ist brutal." Der 34-Jährige ist ein Heidenheimer Urgestein, spielt seit 2012 für den FCH und verpasste die Chance, auf seine alten Fußballertage noch einmal in der Bundesliga zu spielen.

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Doch für Schnatterer wie für alle anderen Heidenheimer geht nun der Blick voraus. Auch in der kommenden Saison ist mit der Mannschaft aus der Ostalb zu rechnen. Coach Schmidt gibt die Richtung vor: "Wir werden den Kopf hochnehmen und werden mit der notwendigen Pause jetzt wieder die Kräfte sammeln, um nächste Saison in der 2. Bundesliga gut vorbereitet zu sein und wieder eine gute Saison zu spielen." Vielleicht sind es am Ende der kommenden Spielzeit ja dann die Heidenheimer, die jubeln dürfen.

Tim Müller