Exakt 6.124 Euro landeten am Ende in den Sammelbüchsen der FSV Frankfurt-Jugendspieler an den Tribünenausgängen. Theoretisch hätten es auch null Euro sein können. Denn die Zuschauer durften selbst entscheiden, ob oder wie viel sie nach Schlusspfiff für das Heimspiel des FSV gegen RW Ahlen zahlen wollten.

"Erst gucken, dann zahlen" hieß die außergewöhnliche Aktion des Aufsteigers am ersten Rückrundenspieltag. "Wir haben uns beim FSV bei der Vorbesprechung für das erste Heimspiel die Vorverkaufszahlen angeschaut und überlegt, ob wir nicht etwas Tolles für die Fans machen könnten. Unser Manager Bernd Reisig ist dabei immer sehr einfallsreich und hat die Idee "Erst gucken, dann zahlen" vorgeschlagen", sagt Frankfurts Ticketing-Verantwortlicher Patrick Spengler.

Die Idee wurde in die Tat umgesetzt: Auf der Homepage des FSV konnten Interessenten einen "Erst gucken, dann zahlen"-Button anklicken und ihre persönlichen Angaben eintragen. Der Ticketgutschein konnte ausgedruckt und an der Tageskasse gegen ein Original-FSV-Ticket getauscht werden.

"Das war sehr erfreulich

Von rund 1.600 Angemeldeten haben am Spieltag 1.187 Zuschauer das Angebot des FSV Frankfurt genutzt. "Dass fast 1200 Zuschauer durch diese Aktion gekommen sind, damit haben wir nicht gerechnet, das war sehr erfreulich", resümiert Spengler zufrieden.

Auch die Summe von mehr als 6000 Euro hat die FSV-Verantwortlichen positiv überrascht. "Natürlich hat uns das tolle 4:0 unserer Mannschaft in die Karten gespielt. Wenn es ein langweiliges Spiel gewesen wäre, wären vielleicht nicht mal 1000 Euro in die Kassen gekommen", denkt Spengler.

Zuschauerschnitt von 7500 wird angepeilt

"Ich hoffe, dass die Zuschauer die tolle Leistung unseres Teams und unsere faire Aktion weiterhin honorieren und auch zu unseren nächsten Spielen ins Stadion kommen. Wir werden zu diesem Zweck mit den registrierten Nutzern Kontakt aufnehmen und ihnen ein Dauerkartenangebot für den Rest der Saison unterbreiten."

Die 3687 Zuschauer, die am Sonntag zum Auftakt gegen Ahlen in die Commerzbank-Arena gekommen sind, dürften überzeugt sein, dass beim FSV guter Profifußball zu sehen ist. Am Saisonende hofft Spengler einen Zuschauerschnitt von etwa 7500 zu erreichen, den die Frankfurter in der Hinrunde schon vorgelegt haben - begünstigt durch das Derby gegen Mainz 05 vor über 13.000 Zuschauern.

Heimspiele gegen Nürnberg und Kaiserslautern

"Es kommen auch noch attraktive Gegner wie Nürnberg oder Kaiserslautern zu uns, deshalb sind wir optimistisch", sagt Spengler. Mit dem Rückenwind von "Erst gucken, dann zahlen" sollte der FSV dieses Ziel jedenfalls erreichen.

Stefan Kusche