ANZEIGE

Russland gegen Deutschland. Für dieses Highlight der WM-Qualifikation nimmt die Bundesliga gern eine Auszeit. Doch ehe der Ball in Moskau rollt, bleibt Zeit, die bisherigen acht Spieltage der Saison 2009/10 Revue passieren zu lassen.

Wie viele Tore fielen bislang? Haben die Spieler in dieser Saison ein besseres Auge für den Mitspieler bewiesen? Wie fair ist die Bundesliga? Tragen die Torhüter oft eine "weiße Weste"? Und wie oft und mit welchem Erfolg nutzen die Trainer ihr Auswechselkontingent? Diese und andere Fragen beantwortet bundesliga.de im exklusiven Saison-Zwischenfazit.

Sichere Rückhalte

Die Bundesligisten gingen den Saisonstart eher verhalten an. In den ersten 72 Begegnungen fielen 201 Tore, im Schnitt sind das 2,79 Treffer pro Partie. 2008/09 hatten die Bundesliga-Clubs noch 2,92 Mal pro Spiel getroffen.

Wo weniger Tore erzielt werden, gibt es andere Zahlen, die für einen Aufwind sprechen. In dieser Saison fällt bislang die Statistik der Torhüter sehr gut aus. Konnten die Schlussmänner in der vergangenen Saison noch 69,0 Prozent aller Schüsse auf ihren Kasten abwehren, sind es in dieser Spielzeit immerhin 69,5 Prozent.

Das wirkt sich scheinbar auch auf die weißen Westen aus: An den ersten acht Spieltagen spielten die Teams insgesamt 41 Mal zu Null, das sind 5,1 weiße Westen pro Runde. 2008/09 waren es nach 34 Spieltagen lediglich 152 Zu-Nullspiele gewesen, umgerechnet 4,5 pro Spieltag.

Passgenau und dribbelstark

Auch wenn es sich noch nicht auf die Anzeigentafel auswirkt, die Bundesliga ist passsicherer geworden. In dieser Spielzeit kamen bisher 78,7 Prozent aller Zuspiele an. In der vergangenen Saison waren es lediglich 76,8 Prozent gewesen - eine deutliche Steigerung.

Verwöhnt werden die Zuschauer auch von den Dribbelkünstlern: Gab es 2008/09 durchschnittlich 27,5 Dribblings pro Partie, sind es in dieser Spielzeit 31,1 pro Begegnung. Auch die Erfolgsrate der Dribbler ist von 49,4 Prozent auf 50,6 Prozent gestiegen.

Faire Gangart

Weiterhin geht es in dieser Saison sehr fair zu. Gerade einmal neun Spieler (vier Mal Gelb-Rot, fünf Mal Rot) wurden an den ersten acht Spieltagen vorzeitig zum Duschen geschickt, ein Schnitt von 0,13 Platzverweisen pro Partie. Hält die Bundesliga diesen Schnitt, würde am Ende die fairste Saison seit 1989/90 stehen. Damals gab es insgesamt 31 Platzverweise (0,10 pro Spiel).

Ebenfalls für eine faire Gangart spricht die Zahl der Gelben Karten. Wurden 2008/09 noch 1166 Verwarnungen ausgesprochen (3,81 pro Partie), zückten die Schiedsrichter in dieser Spielzeit erst 220 Gelbe Karten - das sind lediglich 3,06 pro Spiel.

Bessere Flankenquote

Es gibt weniger Flanken aus dem Spiel heraus. 2008/09 waren in den 306 Partien noch 11.550 Hereingaben zu notieren - 37,7 pro Partie. In dieser Spielzeit waren es bislang nur 34,0 Flanken pro Spiel. Dafür wird genauer geflankt: 2008/09 kamen nur 21,5 Prozent der Flanken an, in dieser Saison finden 22,6 Prozent der Hereingaben einen Abnehmer.

Die Trainer machen häufiger von Auswechslungen Gebrauch. Gab es in der vergangenen Saison pro Partie 5,47 Wechsel (beide Mannschaften pro Partie gerechnet), waren es in dieser Saison 5,64 Auswechslungen/Spiel.

Der Grund dafür ist leicht erklärt: Die Bedeutung der Einwechselspieler hat stark zugenommen. Fielen 2008/09 noch 75 Treffer durch Joker (0,25 pro Partie), waren es in dieser Saison bereits 29 - eine Zunahme auf 0,40 pro Spiel.

Nur Standards noch kein Standard

Nachholbedarf besteht noch bei den verwandelten Freistößen. Vergangene Saison wurden insgesamt 31 verwandelt, statistisch also im Schnitt fast einer pro Spieltag. Diese Saison waren es erst 4 Freistöße an acht Spieltagen - also nur 0,5 pro Spieltag.

Überhaupt müssen die 18 Bundesligisten noch ein wenig an der Genauigkeit bei Standardsituationen arbeiten. Pro Spiel fallen im Vergleich zur Vorsaison (0,25 Treffer nach Standards pro Spiel) etwa 0,3 Tore pro Begegnung weniger. Da ist die Länderspielpause doch eine willkommene Möglichkeit, an den Feinheiten zu arbeiten. Es gibt ja noch 26 Spieltage, um sich zu verbessern.