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Bevor die Rückrunde startet, wirft bundesliga.de noch einmal einen Blick zurück auf die erste Hälfte der Saison 2008/09, um den vier Bundesliga-Neulingen auf den Trainerbänken in München, Gelsenkirchen, Hamburg und Leverkusen ein Zwischenzeugnis auszustellen.

Alle vier traten ein schweres Erbe an, beendeten ihre Vorgänger die vergangene Saison doch alle unter den besten Sieben der Liga. Aber die vier "Erben" können da locker mithalten.

Jürgen Klinsmann: FC Bayern München (Platz 2)

Nach anfänglichen Schwierigkeiten (neun Punkte aus den ersten sieben Partien; 1,29 Punkte im Schnitt) legte Klinsmanns Mannschaft mit acht Siegen und zwei Remis eine beeindruckende Bilanz in den letzten zehn Spielen vor der Winterpause hin.

Damit liegt "Klinsis" Punkteschnitt mit 2,06 pro Spiel nur knapp unter Hitzfelds Wert aus seiner zweiten Amtszeit bei den Bayern (2,08). Während unter Hitzfeld aber nur 2,66 Tore pro Spiel fielen, sind es unter seinem Nachfolger 3,70 Treffer. Die Bayern schossen jetzt schon so viele Tore wie nach dem 22. Spieltag der Vorsaison (39), kassierten aber auch schon drei mehr (24) als in der gesamten Spielzeit 2007/08 (21).

Klinsmann holte 35 Punkte aus seinen ersten 17 Partien - drei mehr als Hitzfeld bei seinem zweiten Engagement beim Rekordmeister. Der letzte FCB-Coach, der aus den ersten 17 Partien mehr Zähler holte als Klinsmann, war 1998 Hitzfeld bei seiner ersten Amtszeit an der Isar (41 Punkte).

Martin Jol: Hamburger SV (Platz 4)

Der Holländer verlor noch kein einziges Heimspiel in seiner Bundesliga-Trainerkarriere. Abgesehen von Stuttgarts neuem Coach Markus Babbel, der allerdings erst zwei Mal vor eigenem Publikum auf der Trainerbank saß, ist Jol der einzige aller 18 aktuellen Übungsleiter mit dieser Bilanz.

Unter Jol ist der HSV sowohl bei den Punkten (1,94 statt 1,71) als auch bei den erzielten Toren (1,53 statt 1,47) erfolgreicher als sein Vorgänger und Landsmann Huub Stevens. Allerdings kassierte der HSV schon 24 Gegentore - in der gesamten vergangenen Saison waren es nur zwei mehr (26).

Kurios: Jol ist Trainer der zweitschwächsten Defensive der ersten Halbzeit (16 Gegentore), aber gleichzeitig coacht er die beste Hintermannschaft des zweiten Durchgangs (acht Gegentreffer). Damit holte Jol 33 Zähler in der Hinrunde - nur drei weniger als Stevens in seinen ersten 17 Partien beim HSV.

Bruno Labbadia: Bayer Leverkusen (Platz 5)

Beim Trainer Labbadia merkt man, dass er früher Stürmer war: Mit 36 erzielten Treffern stellt Bayer die viertbeste Offensive der Bundesliga. Leverkusen trifft mit ihm pro Spiel 0,42 Mal öfter als unter Skibbe.

Unter Labbadia gibt es keine Auswärtsspiele: In den acht Gastspielen holte Bayer 04 genauso viele Punkte wie in den neun Partien in der BayArena. Ein gutes Omen für die Rückrunde, in der die Werkself ihre Heimspiele in der Düsseldorfer LTU arena austrägt?

Im Herbst 2000 war Rudi Völler für drei Partien Trainer von Bayer 04 und holte sieben Punkte bei 2:0 Toren. Seit "Tante Käthe" schaffte kein Leverkusener Coach mehr einen so starken Schnitt. Bayer schoss in der Hinrunde 2,12 Tore pro Spiel unter Labbadia. Eine so gute Torquote hatte kein anderer Trainer in Leverkusens Bundesliga-Geschichte. Der einstige Nationalspieler setzte die zweitwenigsten Spieler ein (21) und hatte fünf Profis, die immer in der Startelf standen - Höchstwert in der Bundesliga.

Fred Rutten: FC Schalke 04 (Platz 7)

Der Niederländer steht von allen vier Trainer-Neulingen nicht nur am schlechtesten da (Tabellenplatz 7), sondern muss sich zudem am erfolgreichsten Vorgänger messen lassen: Mike Büskens stand zwar nur sechs Spiele lang an der Schalker Seitenlinie, holte dabei aber 16 Punkte (13:1 Tore).

Nach einem tollen Start (elf Punkte nach fünf Partien) brach Schalke ein: In den restlichen zwölf Spielen der Hinrunde kamen nur noch 16 Zähler hinzu. Das Problem scheint die Offensive zu sein: "Königsblau" schoss die wenigsten Treffer aller Top-10-Teams (24). Außerdem fehlt Rutten ein echter Torjäger: Kevin Kuranyi ist mit nur sechs Treffern Schalkes treffsicherster Akteur.

Immerhin trainiert Rutten die mit Abstand beste Defensive der Liga (16 Gegentore). Alle anderen Teams ließen mindestens drei Gegentreffer mehr zu. Rutten holte 27 Punkte aus den ersten 17 Spielen - eine ähnlich durchwachsene Bilanz hatte bei den "Knappen" zuletzt Jupp Heynckes in der Saison 2003/04 (24 Zähler).