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Köln - Am 27. und 28. März trafen sich die Behinderten-Fanbeauftragten der Bundesliga und 2. Bundesliga zu ihrer jährlichen Hauptversammlung. Zum ersten Mal fand das von DFL Deutsche Fußball Liga organisierte Arbeitstreffen über zwei Tage statt. Vertreter von 25 Clubs nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zur Pflege und Vertiefung von Netzwerken und beschäftigten sich mit der Frage, wie das Thema Inklusion in den Stadien der Bundesliga auch in Zukunft mit Leben gefüllt werden kann.

Dr. Dirk Kall, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf, begrüßte die Teilnehmer persönlich in den Tagungsräumen des Düsseldorfer Mannschaftshotels mit Blick auf die Ränge der Esprit-Arena. "Ich möchte Ihnen für ihr vorbildliches Engagement danken. Vor allem, weil viele von Ihnen die Arbeit ehrenamtlich leisten", sprach Dr. Kall den Anwesenden seinen Respekt aus. Via Video-Botschaft wünschte auch der terminlich verhinderte Leiter Fanangelegenheiten der DFL, Thomas Schneider, eine fruchtbare Tagung. "Ich hoffe, dass ihr die zusätzliche Zeit nutzt, um viele neue Inhalte zu erarbeiten", gab Schneider den Behinderten-Fanbeauftragten mit auf den Weg.

Drei Gesichtspunkte im Mittelpunkt

Drei Gesichtspunkte standen während der von Arne Stratmann, der in der Abteilung Fanangelegenheiten der DFL für die Bereiche Prävention und Barrierefreiheit zuständig ist, moderierten Vollversammlung besonders im Mittelpunkt: Die Rolle der Behinderten-Fanbeauftragen, das Erarbeiten von Standards im Ticketing für Menschen mit Handicap und das Erstellen eines Handbuchs für die Arbeit der Behindertenfanbeauftragten. In kleineren Gruppen setzten sich die Teilnehmer intensiv mit diesen Fragen auseinander. Unterstützt wurden sie dabei von der Aktion Mensch e.V. und dem Behindertensportverband, die als externe Partner an der Tagung teilnahmen. Die Rolle der Aktion Mensch e.V. beschrieb Alexander Westheide von der Stabsstelle Strategie und Kooperationen so: "Wir sind hier, um euch in eurer Arbeit zu unterstützen. Wir sind nicht da, um vorzuschreiben, wie ihr das Thema Inklusion umsetzen sollt."

"Besonders wichtig ist die Arbeit mit externen Partnern. Gerade die Aktion Mensch begleitet uns seit einigen Jahren bei diesem Thema und bringt ihre Expertise ein", lobte Stratmann das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen. "Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behindertenarbeit ist die Bundesliga-Stiftung", so Stratmann weiter. Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung, machte sich in Düsseldorf vor Ort ein Bild von der Arbeit während der Vollversammlung und betonte: "Wir haben gute Themen, bei denen wir gemeinsam weiter voran schreiten sollten. Das Ziel der Bundesliga-Stiftung ist es, Inklusion noch intensiver und strukturierter anzugehen."

Positives Fazit

Als eine von vier Fördersäulen ist die Arbeit mit Menschen mit Handicap fest in der Bundesliga-Stiftung verankert. Kiefer ist seit über zehn Jahren mit dem Thema vertraut und leitete ein Volunteer-Team bei Hannover 96, das sich um alle Stadiongäste mit Behinderung kümmerte. Gemeinsam mit der Aktion Mensch und der AWO rief die Bundesliga-Stiftung im vergangenen Jahr unter anderem das Zentrum für Sehbehinderten- und Blindenreportage (ZSBR) ins Leben.

Am Ende der Tagung zeigten sich alle Beteiligten mit dem neuen Format zufrieden. "Man hat das Gefühl, dass die Vollversammlung wirklich etwas gebracht hat. Ich finde es sehr sinnvoll, sich zwei Tage zusammenzusetzen", befand Stefan Felix, Behinderten-Fanbeauftragter von Fortuna Düsseldorf. Auch Arne Stratmann zog ein positives Fazit: "Das war eine sehr konstruktive Tagung, die getragen wurde von der aktiven Mitarbeit der Behinderten-Fanbeauftragten. Die Teilnehmer haben sehr zielorientiert daran gearbeitet, die Bedingungen ihres Engagements und damit auch die Aufenthaltsbedingungen für Menschen mit Handicap im Stadion weiter zu verbessern."

Florian Reinecke