ANZEIGE

Hannover - "Freiburg hat sehr gut gestanden. Sie waren sehr laufstark und haben uns das Leben schwer gemacht. Das 3:0 klingt deutlicher, als es war. Freiburg steht zu Recht da oben." Hannovers Christian Schulz lobte den Gegner in höchsten Tönen.

Julian Schuster, Ömer Toprak, Cedric Makiadi, Yacine Abdessadki - Namen, die über die Grenzen des Breisgaus hinaus wohl nur eingefleischten Fußballkennern ein Begriff sein dürften.

Dabei sind die Vier Teil einer Mannschaft, die seit Saisonbeginn immer wieder für Überraschungen sorgt. Vor der Saison noch als klarer Abstiegsaspirant gehandelt, reiste der SC Freiburg mit rund 200 Anhängern im Gefolge als Tabellensechster zum Vierten in die niedersächsische Landeshauptstadt. Hannover gewann die Partie 3:0.

Saison eine Achterbahnfahrt

"Wir waren optisch überlegen, hatten aber viele unnötige Ballverluste, so dass die Heimmanschaft kontern konnte", wunderte sich Freiburg-Coach Robin Dutt über die defensive Einstellung der Gastgeber: "Wir haben nicht nur vor den Gegentoren zu viele Fehler gemacht. Da hätten wir die Punkte nicht verdient gehabt, auch wenn hier mehr drin war."

Mit einer 1:3-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli begannen die Freiburger ihre Achterbahn-Saison, die bisher in Siegen bei 1899 Hoffenheim und zuhause gegen den Zweiten Mainz 05 ihre Höhepunkte hatte.

In Hannover blieben die Badener erstmals in der Saison ohne einen Treffer, saisonübergreifend durften die Anhänger des SC sogar 17 Spiele in Folge zumindest ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln. Mit 21 Punkten haben die Breisgauer nach wie vor ein beruhigendes Polster von zehn Punkten auf den großen Nachbarn im Süd-Westen der Republik, den VfB Stuttgart auf Abstiegsrang 16.

"Die Niederlage war überflüssig"

"Es ist klar, dass wir nicht 34 Spieltage lang immer die 100 und mehr Prozent abrufen können, die für uns nötig sind, um alle Spiele zu gewinnen. Aber wir wissen, dass wir mithalten und an einem guten Tag jeden Gegner schlagen können", beschreibt Makiadi das selbstbewusste Auftreten der Freiburger.

In Hannover habe man so einen Tag vor allem in den ersten 45 Minuten nicht gehabt. Grund für die Niederlage sei gewesen, "dass wir vor der Pause nicht das umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen haben. Außerdem machte Hannover ausgerechnet in dem Moment das 2:0 als wir gerade einen dritten Stürmer eingewechselt hatten. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Diese Niederlage war überflüssig", analysierte der offensive Mittelfeldspieler die Partie.

Punkte sammeln gegen den Abstieg

Damit hat der 26-Jährige die Partie aber auch schon abgehakt und blickt nach vorne. "Wir wollen so schnell wie möglich die Punkte gegen den Abstieg sammeln", so Makiadi. Träume der Fans vom Europapokal dürften mit dem 0:3 in Hannover wohl ein Ende haben "und wir können zur Normalität zurückkehren. Da muss man realistisch bleiben. Da oben werden Vereine landen, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir in Freiburg."

In den kommenden zwei Heimspielen gegen den HSV und Borussia Mönchengladbach "wollen wir nicht nur wieder Tore zu schießen, sondern die Punkte in Freiburg zu behalten", gibt er das Ziel vor. Damit man auch an Elbe und Rhein weiß, was sich hinter Namen wie Schuster, Toprak, Makiadi, Abdessadki verbirgt.

Jürgen Blöhs