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München - 90 Minuten bleiben dem Hamburger SV bei seinem Lieblingsgegner 1. FSV Mainz 05, um die Hoffnung auf den Ligaerhalt am Leben zu halten. Doch auch der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig haben das Rennen um den Relegationsplatz noch nicht aufgegeben (alle Spiele am Samstag ab 15 Uhr im Live-Ticker). Die beiden Traditionsvereine benötigen allerdings mehr als nur eine Trendwende - ein ausgewachsenes Fußballwunder muss her! bundesliga.de präsentiert die Zahlenspiele zum 34. Spieltag.

Zu Gast bei Freunden

Der HSV braucht am Samstag unbedingt einen Sieg, um den Relegationsplatz zu behaupten, hat auswärts zuletzt aber acht Spiele in Serie verloren. Dennoch ist Mainz für den Dino erfahrungsgemäß ein gutes Pflaster. Denn in den vergangenen sechs Partien in Rheinhessen haben die Rothosen immer gepunktet (drei Siege, drei Remis). Wo, wenn nicht dort, sollte die Trendwende noch gelingen? Für Rene Adler wird es in mehrfacher Hinsicht ein spezieller Tag - Hamburgs Torhüter steht vor seiner 200. Bundesliga-Partie.

Absturz vs. Vereinsrekord

Der FCN hat sich mit dem 0:2 gegen Hannover 96 am Wochenende die sechste Niederlage in Folge eingehandelt (Ergebnisse) - so einen Negativlauf gab es in Nürnberg zuletzt vor 30 Jahren. Doch alles Jammern hilft nicht: Um vielleicht doch noch die Relegation zu erreichen, muss auf Schalke nun unbedingt ein Dreier her. Die Knappen sind im Jahr 2014 aber alles andere als Kanonenfutter: Mit einem Sieg gegen den "Club" hätten die Königsblauen 36 Punkte auf dem Konto und damit die erfolgreichste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt (Tabelle).

Auf dem Weg in die Geschichtsbücher

Trotz vier Niederlagen in Serie hat Braunschweig als Tabellenletzter vor dem 34. Spieltag immer noch Chancen auf die Relegation. Voraussetzung: Ein Sieg der Eintracht bei 1899 Hoffenheim und Schützenhilfe in den Spielen der beiden direkten Rivalen Hamburg und Nürnberg (Tabellenrechner). Sollte dem BTSV dieses Husarenstück gelingen, wäre das ein echtes Novum, denn in der Bundesliga-Historie hat es noch nie eine Mannschaft geschafft, am letzten Spieltag von Platz 18 auf 16 zu klettern.

Sahnehäubchen auf einer Super-Saison

Der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach stehen sich im direkten Duell um den Champions-League-Qualifikationsplatz 4 gegenüber. Die Wölfe dürfen schon jetzt auf die zweitbeste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte zurückblicken - die aktuell 57 Punkte hat der VfL zuvor nur im Meisterjahr 2009 übertroffen (69). Und nun kommt mit den Fohlen auch noch ein absoluter Lieblingsgegner, der in Niedersachsen schon seit über zehn Jahren sieglos ist (sieben Niederlagen, ein Remis).

Im Schlussspurt nach Europa?

Auch der FC Augsburg hat noch internationale Ambitionen. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl hat als Tabellenachter nur einen einzigen Punkt Rückstand auf Rang 7. Nach den Siegen gegen Hamburg und in Braunschweig können die Schwaben mit einem weiteren Dreier am Samstag außerdem den Vereinsrekord einstellen. Einzig Gegner Eintracht Frankfurt dürfte noch was dagegen haben.

Die Rekordjagd geht weiter

Der FC Bayern München hat in dieser Saison 22 von 28 Siegen mit mindestens zwei Toren Differenz eingefahren und damit die eigene Bestmarke aus dem Vorjahr eingestellt. Gegen den VfB Stuttgart können die Roten nun also einen neuen Rekord aufstellen. Der Meister steht aktuell außerdem bei 93 Toren - bis zum bisherigen Höchstwert von 101 (1971/72) fehlen damit "nur" noch acht Treffer. Vielleicht erwischt Mario Mandzukic ja einen Sahnetag? Der 27-Jährige kann sich immerhin noch zum ersten kroatischen Torschützenkönig der Bundesliga-Geschichte krönen (Torjägerliste).

Tore, Tore, Tore

Die Begegnungen mit Hoffenheimer Beteiligung waren mit durchschnittlich 4,2 Treffern pro Spiel die torreichsten in dieser Saison. Selbst mit einem 0:0 am Samstag gegen Braunschweig hätte 1899 immer noch die torreichste Spielzeit einer Mannschaft seit 29 Jahren hingelegt. Allein 14 Mal bekamen die Kraichgauer bislang Elfmeter zugesprochen. So viele Strafstöße gab es in der Bundesliga-Historie sonst nur ein einziges Mal (1998/99 für den HSV ebenfalls 14), gegen den BTSV ist nun also noch eine neue Bestmarke möglich. Davon abgesehen hat die TSG erst am vergangenen Wochenende den alten Rekord an Weitschusstoren (17) von Werder Bremen (2008/09) eingestellt - wo soll das denn noch enden?

Stefan Missy