Darmstadt - Peter Stöger, der Trainer des 1. FC Köln, gibt meistens ausgiebige Erläuterungen zu den Spielen seiner Mannschaft ab. Aber dieser Österreicher ist auch humorvoll, das zeigte sich erneut nach dem 6:1-Auswärtstriumph seiner Elf beim SV Darmstadt 98 - nachdem naturgemäß sowieso alle Kölner bester Dinge waren. Eine japanische Reporterin fragte Stöger, ob er denn nicht ein Wort zur Leistung von Yuya Osako sagen könne.

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Stöger nahm die Journalistin beim Wort und antwortete höflich, ja das könne er: "Die Leistung von Yuya war: gut." Weil er sich an die Vorgabe der Reporterin hielt, beließ es Stöger bei diesem einen Wort. Heimlich wird der Kölner Trainer den Auftritt des japanischen Nationalspielers sicher mit zwei Wörter bewerten, so wie es die Zuschauer auf den Tribünen gesehen haben - nämlich mit: sehr gut.

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Wie auch immer: Der deutliche Erfolg schraubte die Punkteausbeute der Kölner zum Rückrundenauftakt auf 29 Zähler hoch. Der FC nimmt nach dem 0:0 in Mainz und dem Torfestival in Darmstadt viel Selbstvertrauen aus den beiden Auswärtsfahrten mit in die Rückrunde an den Rhein. Die Mannschaft befördert mit zwei überzeugenden Auftritten zum Auftakt des Jahres 2017 die Europapokalträume der Fans. In Mainz überzeugten die Kölner in einer Grundordnung mit Dreier-Abwehrkette und einem Stürmer vor allem defensiv - in Darmstadt mit einem klassischen 4-4-2 vor allem offensiv.

Erster Doppelpack für Osako

"Wir hatten viel Bewegung vorne drin", freute sich Stöger, der sich nach der 3:0-Pausenführung den Luxus erlauben konnte, seinen Platzverweis-gefährdeten Sturmführer Anthony Modeste schon nach 50 Minuten vom Platz zu holen. Bester Spieler war an diesem Tag ohnehin dessen Sturmpartner aus Japan: Osako, der in bisher allen 18 Ligaspielen zum Einsatz kam, erzielte erstmals in der Bundesliga zwei Treffer und bereitete zwei weitere vor.

Der 26 Jährige blieb nach seiner Galavorstellung aber demütig. Er habe den Sieg ja nicht alleine geschafft, der sei ein Produkt und eine Kombination der ganzen Mannschaft gewesen, erklärte Osako, der ja meistens hinter dem Zielspieler Modeste eingesetzt wird. Dennoch gab er selbstbewusst zu Protokoll: "Im Moment fühle ich mich gut, meine Mitspieler wissen, dass sie mich anspielen können."

"Ganz vorne kann ich mich entfalten"

Das bestätigte Mittelfeldspieler Marco Höger, der wie Osako zu den Besten im Kölner Team gehört hatte. "Yuya ist unheimlich wichtig, weil er rund um Tony viel Arbeit leistet“, lobte Höger und erklärte: "Wir sind froh, dass er so eine überragende Form hat. So ist er für jede Abwehrreihe schwer zu bändigen." Die Versetzung in die Sturmspitze neben Modeste gefiel dem feinen Techniker. "Ganz vorne kann ich mich besser entfalten", meinte er. Dass die Darmstädter Abwehr es den Kölnern auch leicht gemacht hatte, verschwieg er höflich.

Und vom Gegner gab es auch kein einsilbiges Lob wie vom eigenen Trainer für die starke Leistung der Kölner um Osako und Modeste. Darmstadts Kapitän Aytac Sulu sagte: "Das war ein Spiel einer unheimlich starken Offensive gegen eine unheimlich schwache Defensive." Und, so glaubt Sulu überzeugt: "Mit dieser Offensive können sich die Kölner den Anspruch erfüllen, europäisch zu spielen." Dagegen hätte in Köln sicher niemand etwas. In Japan übrigens wohl auch nicht. Und Yuya Osako schon gar nicht.

Aus Darmstadt berichtet Tobias Schächter