ANZEIGE

"Manchmal dauert ein Spiel doch mehr als 90 Minuten", brachte ein fröhlicher Per Mertesacker die Partie gegen den 1. FC Köln im Weser-Stadion auf den Punkt.

"Natürlich wollten wir gewinnen und haben auch bis zum Schluss fest an den Sieg geglaubt", sagte Jubilar Tim Wiese, der vor der Partie für sein 200. Spiel in der Bundesliga geehrt wurde. Ins "offene Messer" habe man den auswärtsstarken Kölnern aber nicht laufen wollen.

Köln bleibt ein willkommener Gast

"Man hat gesehen, warum der 1. FC Köln auswärts so erfolgreich. Sie haben uns das Leben schwergemacht", lobte der für 150 Spiele im Oberhaus ebenfalls ausgezeichnete Clemens Fritz die Gäste, die als Fünfter in der Auswärtstabelle an die Weser gekommen waren.

Am Ende hatte Lieblingsgast Köln die Punkte im Weser-Stadion gelassen. Von 39 Bundesligaspielen in der Hansestadt haben die Rheinländer bei neun Remis nur sechs gewonnen. Der letzte Sieg an der Weser, das 1:0 am 1. Dezember 1995, liegt beinahe 15 Jahre zurück.

"Ein hartes Stück Arbeit"

Aber "das war ein hartes Stück Arbeit", beschrieb Torsten Frings den 1:0-Erfolg von Werder Bremen, den der 33-Jährige mit einem Handelfmeter erst in der Nachspielzeit klargemacht hatte.

Es war Saisontreffer Nummer 6 für den "Sechser", der damit seinen "Grün-Weißen" nach seinen zwei Toren beim 4:2 in Wolfsburg zum zweiten Mal in Folge zwei Zähler bescherte und damit auf Champions-League-Kurs brachte.

16 Punkte aufgeholt

Für die Hanseaten war es der sechste Sieg in den vergangenen sieben Spielen.

Nach 20 Spieltagen lagen die Bremer 16 Punkte hinter dem damaligen Tabellenführer Bayer Leverkusen, zwei Spieltage vor Ende der Saison ist der Vorsprung dahingeschmolzen wie Schnee in der Frühlingssonne, und die Norddeutschen liegen dank des besseren Torverhältnisses vor Leverkusen auf Champion-League-Relegationsplatz 3.

Ziel Champions League

Und nicht nur Geschäftsführer Klaus Allofs mag "gar nicht daran denken, wo wir stehen würden, wenn wir im Winter nicht die Serie mit den fünf Niederlagen gehabt hätten. Das hat uns den Anchluss nach ganz oben gekostet".

"Jetzt wollen wir auch in die Champions League", gibt Leitwolf Frings das Ziel vor - und liegt damit auf Wellenlänge mit seinem Trainer.

"Bundesliga macht Spaß"

"Wir haben sicherlich das schwierigste Restprogramm. Für alle Mannschaften geht es in den Spielen noch um alles. Auf Schalke und gegen den HSV - das werden noch zwei Endspiele vor dem DFB-Pokalfinale gegen die Bayern. Aber wir sind stark und selbstbewusst genug, beide Spiele zu gewinnen", so Thomas Schaaf.

"Dafür spielen wir Fußball", schwärmt Bremens Trainer. "Nur noch zwei Spieltage und nichts ist entschieden. Die Bundesliga macht einfach Spaß."

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs