ANZEIGE

Wenn am Samstagabend der Ball in der Hamburger HSH-Nordbank-Arena rollt, wird im Bayer 04-Fanblock wieder einmal die Fahne der "Allesfahrer" zu sehen sein. Eine Selbstverständlichkeit für die Mitglieder des Leverkusener Fanclubs, die die Werkself getreu ihres Fanclub-Namens immer und überall hin begleiten.

2003 haben sich die Allesfahrer gegründet. Ganz zeitgemäß hatten sich die Mitglieder über das Internet kennengelernt: über den Fanclub "Bayer04fans.de".

Von München bis Brandenburg

"Es gab dort eine Rubrik Allesfahrer, in der sich diejenigen ausgetauscht haben, die eigentlich zu jedem Heim- und Auswärtsspiel gefahren sind. Daraus ist dann der eigene Fanclub "Allesfahrer" entstanden", beschreibt der Vorsitzende Frank Neumann.

Praktisch von überall aus Deutschland haben sich die "Allesfahrer" zusammengefunden. Mitglieder kommen aus München, Brandenburg, Potsdam oder Langenfeld. Die zuletzt aktivste und reisefreudigste Allesfahrerin war Anja aus Brandenburg, die in den vergangenen zwei Spielzeiten kein Spiel der Leverkusener versäumte.

Am liebsten nach Hamburg

Traditionell zählen die Spiele beim Hamburger SV zu den beliebtesten Auswärtsfahrten, vor denen sich die meisten Mitglieder erst in Brandenburg treffen. "Das ist schon ein Muss, nach Hamburg zu fahren. Und dass es jetzt auch noch das absolute Spitzenspiel ist, macht es umso schöner", sagt Neumann, der krankheitsbedingt diesmal aber passen muss.

Wie es in Leverkusen nicht selten vorkommt, ist es zwischen Fanclub und Verein auch schon zu persönlichen Kontakten gekommen. So besuchten Wolfgang Holzhäuser, der damalige Bayer 04-Geschäftsführer Reiner Calmund und der ehemalige Sportdirektor Jürgen Kohler die "Allesfahrer" 2003 in Brandenburg, als Leverkusen im DFB-Pokal bei Union Berlin antrat.

Enger Kontakt zur Bayer-Traditionsmannschaft

Besonders engen Kontakt hält der reiselustige Fanclub zu der Traditionsmannschaft der Werkself. Jedes Jahr trifft man sich beim traditionellen Freundschaftsspiel im brandenburgischen Deetz, wo der gastgebende FC die Leverkusener Altstars für ein Wochenende empfängt und bewirtet.

"Hier hat man die Möglichkeit, auch mal länger mit Spielern wie Ulf Kirsten oder Hans-Peter Lehnhoff zu sprechen. Michael Kentschke, der Organisator der Bayer-Traditionsmannschaft und Sohn des ehemaligen Bundesligaspielers Gerhard Kentschke, ist sogar Ehrenmitglied bei uns", schwärmt Neumann. Als Gastgeschenk haben die "Allesfahrer" dem FC Deetz in diesem Jahr ausrangierte Sitzschalen aus der alten BayArena mitgebracht.

Sehnsucht nach Europa

Auch wenn zuletzt bei einigen Allesfahrern die Reiselust durch Familiennachwuchs auf natürliche Weise gebremst wurde, so sehnen sich doch alle danach, die Leverkusener auch wieder ins Ausland zu begleiten.

"Dieses Jahr qualifizieren wir uns ganz sicher für den Europapokal, vielleicht holen wir ja auch endlich die deutsche Meisterschaft", sagt Neumann. Vielleicht führt der Weg dann wieder nach Moskau, Mailand oder Barcelona, wohin die "Allesfahrer" in besten Bayer 04-Zeiten bereits unterwegs waren.

Stefan Kusche