ANZEIGE

Hamburg - Das Experiment mit einer Dreier-Abwehrkette und der Versuch mit dem Zauber-Duo Götze/Özil war schnell Geschichte.

Schon am Sonntag galt bei Bundestrainer Joachim Löw nach dem turbulenten 3:3 (1:3) gegen EM-Co-Gastgeber Ukraine das Augenmerk dem Klassiker gegen Erzrivale und Vize-Weltmeister Niederlande am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in Hamburg.

Gegen Niederlande wohl mit zwei Stürmern

"Beim Spiel gegen Holland werden wir nicht mit Dreierkette spielen", kündigte Löw vor seinem 75. Einsatz an und fügte mit
Blick auf seine beiden Spielmacher Mesut Özil und Mario Götze an: "Ich werde das System nicht für Mesut und Mario umkrempeln."

Dennoch plant er bei seinem Dienstjubiläum auch gegen den Vize-Weltmeister eine Änderung vom normalen 4-2-3-1 auf eine 4-4-2-Taktik mit den Stürmern Mario Gomez und Miroslav Klose. "Wir werden sehen, ob wir mit zwei Spitzen spielen können. Das hängt davon ab, ob Miroslav Klose spielen kann", sagte Löw. Der Italien-Legionär von Lazio Rom, der am Samstag zur Mannschaft stieß, konnte am Sonntag allerdings ohne Probleme die komplette Trainingseinheit absolvieren.

Reus und Neuer angekommen, Schmelzer abgereist

Beim WM-Dritten wieder mit dabei ist auch Marco Reus von Borussia Mönchengladbach nach überstandener Magen-Darm-Grippe. Zudem reiste ebenfalls bereits am Samstag Stammkeeper Manuel Neuer, der gegen die Niederlande im Tor stehen wird, ins Teamhotel Side an.

Verzichten muss Löw auf Marcel Schmelzer. Der Dortmunder Außenverteidiger verließ nach der Rückkehr der DFB-Auswahl aus der Ukraine am Samstag wegen einer Wadenzerrung das DFB-Quartier in Hamburg in Richtung Heimat. Wegen seiner Verletzung hatte Schmelzer am Freitagabend beim 3:3 des WM-Dritten in Kiew gegen den EM-Gastgeber Ukraine schon nicht zur Verfügung gestanden. Einsatzbereit soll dagegen Lars Bender von Bayer Leverkusen sein, der beim Training am Samstag nach einem Zweikampf mit Reus ein blaues Auge erlitten hatte.

"Gegen die Holländer zu gewinnen, macht doppelte Freude"

Wie auch immer die deutsche Mannschaft auflaufen wird: Erstmals seit 2004 (5:1 in Thailand) soll im letzten Spiel des Jahres wieder einmal ein Sieg her. "Das ist ein sehr ernsthaftes Spiel. Wir hoffen, ein Zeichen setzen zu können. Wir wollen zeigen, dass wir auch die ganz Großen schlagen können. Wir haben uns fest vorgenommen, das Jahr positiv abzuschließen", sagte Teammanager Oliver Bierhoff mit Nachdruck und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Gegen die Holländer zu gewinnen, macht doppelte Freude."

Zumal Löw am Dienstag auch noch zum 75. Mal die Verantwortung für die DFB-Auswahl trägt. "Seine Quote ist einmalig. Das ist eine großartige Leistung", lobte Bierhoff. Vor allem aber habe sich der 51-Jährige "als Person nie verändert. Er schafft es trotz des ganzen Rummels immer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren."

Die voraussichtliche deutsche Mannschafsaufstellung: Neuer - Boateng, Mertesacker, Badstuber, Aogo - Müller, Khedira, Özil, Podolski - Gomez, Klose