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Neapel - Es waren gerade einmal 98 Sekunden gespielt, da stellte Toni Kroos im "Hexenkessel" San Paolo seine Klasse unter Beweis. Abgebrüht verarbeitete er an der Strafraumgrenze ein Anspiel von Jerome Boateng und verwandelte eiskalt zur Führung für den FC Bayern.

Dass es beim SSC Neapel nur zu einem 1:1 gereicht hat, konnte aber auch der 21-Jährige nicht verhindern. "Wir hätten den einen oder anderen Konter sicherlich besser ausspielen müssen", haderte Kroos gegenüber bundesliga.de mit den vergebenen Chancen.

Dennoch zeigt sich der Mittelfeldspieler mit dem bisherigen Saisonverlauf in der "Königsklasse" durchaus zufrieden. Von einem Rückschritt möchte er nicht sprechen.

bundesliga.de: Toni Kroos, hat der FC Bayern in Neapel einen Sieg verschenkt?

Toni Kroos: Wenn man das ganze Spiel sieht, müssen wir gewinnen. Bis zum 1:1 haben wir nichts zugelassen. Und auch danach waren wir in der zweiten Halbzeit sehr dominant und hatten das Spiel im Griff.

bundesliga.de: Wir ordnen Sie den einen Zähler im Nachhinein ein?

Kroos: Wir hätten den einen oder anderen Konter sicherlich besser ausspielen müssen. Mit dem Punkt können wir angesichts unserer bisherigen Ausbeute in den drei Spielen durchaus leben.

bundesliga.de: Haben Sie irgendwann im Lauf des Spiels gedacht, dass Ihre Mannschaft verlieren können?

Kroos: Nein, das eigentlich nicht. Denn wir waren klar die bessere Mannschaft. Neapel hat ja kaum Torchancen herausgespielt.

bundesliga.de: Der Gegner wirkte gegen Ende der Partie müde. Hatten Sie nicht ein bisschen mehr Angriffslust erwartet?

Kroos: Die Neapolitaner haben in der ersten Halbzeit einen enormen Aufwand betrieben und sind sehr viel gelaufen. Dem mussten sie nach der Pause Tribut zollen. Wir haben sie dann auch sehr gut ausgespielt und den Ball laufen lassen.

bundesliga.de: Ist das Remis ein Rückschlag für den FC Bayern?

Kroos: Auf keinen Fall. Wir haben uns erneut sehr gut präsentiert. Wir haben aus den ersten drei Spielen in der Champions League sieben Punke geholt - und das mit zwei Auswärtsspielen. Damit sollten wir auch nach dem Spiel in Neapel zufrieden sein.

Das Gespräch führte Michael Reis