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München - Der SC Freiburg rollt derzeit das Feld der Bundesliga von hinten auf. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen verbesserten sich die Breisgauer vom letzten Platz bereits auf den Relegationsrang. Vor dem nächsten richtungsweisenden Spiel gegen den Mitkonkurrenten 1. FC Kaiserslautern sprach bundesliga.de mit Johannes Flum, dessen Einsatz gegen die Pfälzer jedoch gefährdet ist.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung beim SC Freiburg nach den Erfolgen der letzten Wochen?

Johannes Flum: Die Stimmung ist sicher nicht schlecht, aber jeder weiß, dass wir noch nichts erreicht haben. Wir arbeiten weiterhin hochkonzentriert an unserem großen Ziel, dem Klassenerhalt.

bundesliga.de: Wie ist der sportliche Aufschwung aus Ihrer Sicht zu erklären?

Flum: Es ist sicher so, dass vieles, was in der Hinrunde schon da war, auch jetzt wichtig ist, z.B. unser Einsatz und die Laufleistung in jedem Spiel. Ich denke aber, dass wir zur Rückrunde noch enger zusammengerückt sind und derzeit ein sehr geschlossenes Team bilden.

bundesliga.de: Welchen Anteil hat der Trainerwechsel von Marcus Sorg zu Christian Streich?

Flum: Christian Streich war ja auch davor schon als Co-Trainer dabei, daher kann keiner sagen, dass bei uns alles anders geworden ist. Vielleicht sind wir ein wenig unberechenbarer geworden, was sicher auch mit dem Weggang von Papis Cissé zusammen hängt. Seither verteilen sich unsere Treffer auf mehrere Torschützen.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung?

Flum: Ich bin aktuell zufrieden, aber ich weiß auch, dass ich noch mehr bringen muss, um den nächsten Schritt zu gehen. Ich fühle mich seit jeher sehr wohl beim SC Freiburg und bin glücklich, dass ich unter meinem einstigen Jugendtrainer Christian Streich jetzt regelmäßig erste Liga spielen kann.

bundesliga.de: Gerade daheim ist der Sportclub im neuen Jahr eine Macht und hat auch gegen namhafte Gegner wie Bayern oder Schalke gepunktet. Ist der Schlüssel zum Klassenerhalt in der Heimstärke zu suchen?

Flum: Wir haben es wirklich geschafft, mit unseren Leistungen seit Beginn der Rückrunde das Publikum mitzureißen. Im Moment ist die Stimmung im Mage Solar Stadion bei jedem Spiel grandios, der Funke springt über.

bundesliga.de: Viele Skeptiker haben dem Sportclub den Abstieg prophezeit, erst recht nach dem Abgang von Torjäger Cisse. Wie kommt es, dass sein Fehlen so gut kompensiert werden konnte und das Team ohne ihn sogar erfolgreicher ist?

Flum: Wie gesagt: Wir sind unberechenbarer geworden. Womit anfangs niemand gerechnet hatte - aber wir schießen auch ohne unsere Tore.

bundesliga.de: Der SC Freiburg hat sich in der Rückrunde bereits zwei Plätze nach oben gearbeitet und steht nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz. Wäre die Mannschaft am Ende mit Platz 16 zufrieden oder zählt nur der direkte Klassenerhalt?

Flum: Ich mag jetzt nicht spekulieren, welcher Platz besser für uns ist, weil ich nicht weiß, wie die nächsten Spiele ausgehen werden. Ich weiß nur, dass wir soviel wie möglich erreichen wollen, wenn das am Ende über Platz 16 liegt, sind wir froh.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert der 1. FC Kaiserslautern in Freiburg. Bei einem Sieg könnte der Sportclub den FCK um acht Punkte distanzieren und sich eines ersten Konkurrenten schon beinahe entledigen. Zählt dementsprechend nur ein Sieg?

Flum: Wir wollen guten Fußball bieten und wenn am Schluss drei Punkte für uns zu Buche stehen, ist das für uns ein weiteres Etappenziel. Aber danach stehen noch sieben Spiele an, in denen einige Punkte vergeben werden. Eine Entscheidung über Abstieg oder Klassenerhalt fällt in diesem Spiel definitiv nicht.

bundesliga.de: Welche Rolle spielt der Trainerwechsel beim FCK für das Spiel? Rechnen Sie damit, dass die Lauterer jetzt gefährlicher sind, weil es vielleicht ihre letzte Chance ist?

Flum: Ich vermag nicht zu sagen, was unter dem neuen Trainer bei Lautern anders wird. Wir müssen uns auf uns konzentrieren, dann haben wir eine Chance.

bundesliga.de: Wie sicher sind Sie, dass der Sportclub die Klasse hält?

Flum: Ich glaube sehr daran, dass wir es schaffen können. Aber ich weiß es nicht.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski