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Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen steht nach dem überzeugenden 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder auf Platz 3 der Tabelle und weist nur noch drei Punkte Rückstand auf die auf Position 2 rangierenden Mainzer auf.

Während andere international vertretene Teams wie Bayern München, Werder Bremen, Schalke 04 oder der VfB Stuttgart in der Bundesliga straucheln, hat Leverkusen die Mehrfachbelastung gut weggesteckt und konstant gepunktet. Die "Werkself" ist der einzige deutsche Club, der derzeit national und international gut da steht.

Im Interview mit bundesliga.de erklärt Bayer-Innenverteidiger Manuel Friedrich die Ursachen für das bislang so erfolgreich verlaufene erste Saisondrittel.

bundesliga.de: Herr Friedrich, das war eine gute Woche für Bayer mit dem dritten Sieg in Folge. Wie fällt Ihr Fazit nach dem 3:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern aus?

Manuel Friedrich: Wir haben auf jeden Fall besser gespielt als in den Spielen davor. Wir sind unglücklich in Rückstand geraten, haben danach Moral gezeigt und das Spiel noch gedreht.

bundesliga.de: Bayer-Sportchef Rudi Völler hat nach dem glücklichen Sieg gegen Aris Saloniki in der Europa League eine hundertprozentige Leistungssteigerung verlangt. Hat die Mannschaft das umgesetzt?

Friedrich: Ich weiß nicht, ob wir uns um 100 Prozent gesteigert haben. Aber wir sind als Heimmannschaft gut aufgetreten, haben von Anfang an Druck gemacht und uns die eine oder andere Chance erspielt. Wir haben verdient gewonnen.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat wie in den Heimspielen zuvor wieder viel Aufwand betrieben. Jetzt wurde sie auch einmal dafür mit drei Punkten belohnt. Hat Bayer mit dem Sieg gegen den FCK seine bisherige Heimschwäche abgestellt?

Friedrich: Viele haben gesagt, dass wir zuhause nicht so gut und erfolgreich spielen. Das hat damit zu tun, dass sich die Gegner bei uns meistens hinten reinstellen. Kaiserslautern hat ganz gut mitgespielt. Deswegen hatten wir mehr Räume, um unser Spiel durchzuziehen. Was zählt, sind die drei Punkte. Wir haben uns jetzt in der Tabelle oben ein bisschen festgesetzt. In der Europa League sieht es ganz gut aus. In der Bundesliga auch. Wir sind absolut im Soll.

bundesliga.de: Bayer hat jetzt nur noch drei Punkte Rückstand auf den Tabellen-Zweiten Mainz 05 und sich, wie Sie sagen, oben festgesetzt. Die Mannschaft zeichnet sich in dieser Saison vor allem durch die Konstanz aus und hat erst zwei Spiele verloren. Was sind die Ursachen dafür?

Friedrich: Zum einen ist es sehr wichtig für uns, dass Simon Rolfes wieder zurückgekommen ist, dass gegen Kaiserslautern auch Renato Augusto wieder dabei war. Es ist immer schwierig, Ausfälle zu kompensieren. Das haben wir ganz gut hinbekommen. Der Kader ist in der Breite gut aufgestellt. Zum anderen haben wir auch die Qualität. Uns zeichnet in dieser Saison aus, dass wir, auch wenn wir in Rückstand geraten, daran glauben, dass wir die Spiele noch gewinnen können. Wir haben schon so oft Rückstände gedreht.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat auch auffallend viele entscheidenden Tore in der Schlussphase erzielt.

Friedrich: Wenn man die ganze Zeit Druck macht, hat man auch einmal das Glück, dass der Ball ins Tor geht. Dieses Glück hatten wir gegen Mainz oder im Pokalspiel in Mönchengladbach nicht. Das zweite Tor von Sidney Sam ist so ein Beispiel. Es ist schon schwer, den Ball überhaupt zu treffen. Und er nagelt den Ball in den Winkel.

bundesliga.de: Sie haben Sidney Sam angesprochen, der mit seinen beiden Toren der Matchwinner gegen Kaiserslautern war. Er kam aus der 2. Bundesliga. Wie beurteilen Sie seine Entwicklung?

Friedrich: Sehr gut. Auf den Außenpositionen haben wir richtig Qualität. Renato Augusto, Tranquillo Barnetta und Sidney Sam machen richtig Dampf. Wir sind froh, dass wir die Jungs in unserem Team haben.

bundesliga.de: Was ist für Bayer noch drin bis zur Winterpause?

Friedrich: Wir haben uns keine besonderen Ziele gesetzt. Wir wollen einfach so viele Punkte wie möglich sammeln.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski