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1899 Hoffenheim hat es geschafft: Der Aufsteiger sicherte sich zum Hinrunden-Abschluss mit einem Remis gegen Schalke 04 die Herbstmeisterschaft.

Vater des Erfolges ist Trainer Ralf Rangnick. Im Interview spricht der "Professor" über die Rolle als Gejagter, die weitere Entwicklung der Kraichgauer und den Stadionwechsel.

Frage: "Entgegen der Prognosen vor der Saison hat es 1899 Hoffenheim geschafft, sich den inoffiziellen Herbstmeistertitel zu sichern. Wie groß ist ihre Freude darüber nach dem Unentschieden gegen Schalke 04?"

Ralf Rangnick: "Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Es war aber bemerkenswert, wie die Mannschaft nach dem 0:1 zurückgekommen ist. Ich freue mich schon über Platz 1, aber ich hätte mich noch mehr gefreut, wenn wir zwei Punkte mehr geholt hätten. Ich hätte uns ein bisschen mehr Abgeklärtheit gewünscht."

Frage: "In der Rückrunde wird Ihre Mannschaft der Gejagte sein. Fürchten Sie diese Ausgangsposition?"

Rangnick: "Wir sind ja schon seit ein paar Spieltagen die Gejagten. Ich denke, das ist nicht so das Problem. Aber die Gegner werden sich besser auf uns einstellen. Wir müssen gute Antworten finden.

Frage: "Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus und wie ist Ihre Zielsetzung für den zweiten Teil der Saison?"

Rangnick: "Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir nach 17 Spieltagen 35 Punkte haben, hätte ich höchstwahrscheinlich eingeschlagen. Die Sprünge, die wir jetzt machen, werden wir nicht mehr mit Sieben-Meilen-Stiefeln machen können. Es geht darum, das Niveau zu stabilsieren und sich Schritt für Schritt zu verbessern."

Frage: "Nach der traumhaften Hinrunde müssen Sie jetzt die Festung Carl-Benz-Stadion in Mannheim verlassen und spielen im neuen Jahr in der fertiggestellten Rhein-Neckar-Arena. Wie groß ist der Abschiedsschmerz?"

Rangnick: "Wir hatten schon Bedenken, wie die Mannschaft in Mannheim angenommen wird. Aber die Atmosphäre hier war außergewöhnlich. Wir verlassen das Stadion deshalb auch mit einem weinenden Auge. Aber es gibt keinen Grund, warum die Atmosphäre in Sinsheim nicht genauso sein sollte."

Frage: "Wie sind die Perspektiven von Kapitän Selim Teber, der derzeit über den Status des Ersatzspielers nicht hinauskommt, aber gegen Schalke den Ausgleich erzielt hat?"

Rangnick: "Selim hat gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist. Er spielt eine extrem wichtige Rolle."