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Schalkes "junge Wilde" setzen ihren Höhenflug fort. Warum der 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt allerdings ein hartes Stück Arbeit war, erklärt Verteidiger Benedikt Höwedes bei bundesliga.de.

Mit einem Altersdurchschnitt von 23 Jahren war es erneut eine junge Elf, die Felix Magath gegen Frankfurt auf den Platz geschickt hatte - und die nach zuletzt zwei Heimniederlagen endlich auch vor heimischem Publikum für einen Sieg sorgte.

Mit 21 Jahren ist auch Benedikt Höwedes einer der Youngster, zugleich zählt er mit 39 Bundesligaspielen fast schon zu den erfahrenen Spielern. Im Interview mit bundesliga.de spricht er über "königsblauen" Willen, eine kompakte Defensivleistung und die schärfste "Waffe" der Schalker.

bundesliga.de: Der Sieg gegen Frankfurt war ein hartes Stück Arbeit.

Benedikt Höwedes: Es war vor allem in der ersten Halbzeit eine hart umkämpfte Partie. Da haben wir nicht den Spielfluss gefunden, den wir uns selbst gewünscht haben. Aber wir sind in der zweiten Halbzeit über den Kampf und den Willen besser ins Spiel gekommen, haben uns dann auch Chancen herausgearbeitet und schließlich noch die entscheidenden Tore gemacht.

bundesliga.de: Der Trainer hatte vor dem Spiel gewarnt, ihm habe im Training ein bisschen das Feuer gefehlt. War das auch der Grund für den schleppenden Auftakt?

Höwedes: Da hat der Trainer schon Recht. Uns hat zunächst etwas der Schwung und die Präzision gefehlt. Das hat man dem Spiel in der ersten Hälfte dann auch angemerkt. Aber der Trainer hat uns in der Pause ordentlich wach gerüttelt.

bundesliga.de: War die Mannschaft nach dem Derbysieg vielleicht auch schon zu zufrieden?

Höwedes: Nein, das ist vollkommener Quatsch. Wir haben überhaupt keinen Grund, jetzt schon zufrieden zu sein. Und das wissen wir auch. Wir müssen weiter hart arbeiten, um unsere Punkte zu holen. Vor allem auch zuhause, wo wir den Fans noch viel öfter etwas für ihre Unterstützung zurückzahlen wollen. Schließlich liefen gerade die Heimspiele in den letzten Wochen nicht immer optimal.

bundesliga.de: Liegt der Schlüssel zum Erfolg zurzeit in der kämpferischen Einstellung?

Höwedes: Das sehe ich auch so. Wenn man über den Kampf ins Spiel findet, dann kommt der Rest automatisch. Spielerisch zu überzeugen, fällt uns im Moment noch etwas schwerer. Darum müssen wir fighten, kratzen und beißen - dann kommt auch alles andere.

bundesliga.de: Und der zweite Erfolgsgarant ist die Defensive? Schalke hat erst fünf Gegentreffer kassiert und zuletzt im Pokal und in der Liga dreimal zu Null gespielt.

Höwedes:(lacht) Solange wir kein Gegentor kassieren, können wir zumindest nicht verlieren. Das ist schon mal nicht unwichtig. Frankfurt hatte erst gegen Ende der Partie den ersten richtigen Torschuss. Das zeigt, dass wir hinten wieder gut gearbeitet haben. Wenn wir aus einer sicheren und kompakten Defensive nach vorne spielen können, tut das unserer jungen Mannschaft ganz gut. Das gibt eine gewisse Sicherheit.

bundesliga.de: Außerdem hat das Spiel gegen die Eintracht einmal mehr gezeigt, dass sich Schalke auf seine Standards verlassen kann.

Höwedes: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass Ecken und vor allem Freistöße bei uns eine ganz scharfe Waffe sind. Daran knüpfen wir jetzt nahtlos an. Wir haben einige hoch gewachsene und kopfballstarke Spieler, die bei Bedarf zur Stelle sind. Gerade in einer Partie wie gegen Frankfurt, in der es mal nicht so rund läuft, können wir auf unsere Stärke bei Standards vertrauen und ein Spiel eben auch mal auf diese Weise entscheiden. Es ist gut, dass man das immer im Hinterkopf hat.

bundesliga.de: Ist der gute Tabellenplatz mehr als nur eine Momentaufnahme?

Höwedes: Wir sollten uns jetzt nicht mit dem dritten Tabellenplatz beschäftigen. Wir müssen uns einfach darauf konzentrieren, unsere Punkte zu holen. Es ist ganz wichtig, dass wir hart an uns arbeiten, um uns zu verbessern. Die junge Mannschaft hat viel Potenzial, aber sie kann auch noch viel lernen.

bundesliga.de: Wo sehen Sie vor allem noch Potenzial?

Höwedes: Wir müssen uns vor allem im Spielaufbau noch verbessern. Wie man gegen Frankfurt gesehen hat, finden wir zurzeit meistens über den Kampf zu unserer spielerischen Linie. Natürlich geht es ohne Kampf und Willen auch nicht. Aber wir müssen generell lernen, besser aufzubauen, klarer zu kombinieren und zielstrebiger zum Tor zu spielen.

bundesliga.de: Kommt die Länderspielpause eher gelegen oder ungelegen?

Höwedes: Das werden wir nach den zwei Woche sehen. Zumindest können wir jetzt erst einmal durchatmen, Kraft tanken und an unseren Defiziten arbeiten. Das tut uns sicher gut - und dann sind wir gerüstet für die Partie beim VfB Stuttgart.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte