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Fürth - Neun Punkte nach 17 Spielen, Platz 18. Die Vorzeichen für die SpVgg Greuther Fürth sind vor dem Start in die Rückrunde nicht gerade verheißungsvoll. Doch die Vorbereitung auf die Rückrunde gibt den "Kleeblättern" wieder Hoffnung, nicht zuletzt, weil der Aufsteiger in der Winterpause einige Neuzugänge vermelden konnte.

Im Interview mit bundesliga.de zieht Mike Büskens eine ambivalente Bilanz des Trainingslagers und erklärt, warum er nach wie vor Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt hat. Die sportliche Entwicklung in der Hinrunde macht ihm trotz allem Mut.

bundesliga.de: Herr Büskens, das Trainingslager in Belek sollte die Initialzündung zur Aufholjagd werden. Doch auch da blieb Ihnen das Pech aus der Hinrunde treu....

Michael Büskens: Galgenhumor kann manchmal helfen. Aber im Ernst: Erst fällt Stephan Fürstner vier Tage aus, dann zieht sich Michael Hefele einen Anbruch des Fußes zu. Und Edgar Prib verletzt sich auch noch mal. Trotzdem war die Woche in Belek für uns wichtig. Immerhin hatten wir ein paar Neuzugänge zu integrieren.

bundesliga.de: Dennoch gehen Sie ausgerechnet ins Spiel gegen die Bayern mit großen personellen Sorgen. Zumal Kapitän Mergim Mavraj gelbrotgesperrt ausfällt und der neue Stürmer, Niko Djurdjevic, vielleicht auch nicht rechtzeitig gesund wird.

Büskens: Davon müssen wir wohl ausgehen.

bundesliga.de: Dabei sollte der serbische Neuzugang helfen, die Fürther Abschlussschwäche zu beheben. Und in Belek schien es, als könne er das auch...

Büskens: Ja, Niko hatte sich super eingefügt, er ist einer, der die Bälle sucht, der mitspielen will, alles prima. Und dann kommst du aus dem freien Tag und erfährst, dass er sich eine hartnäckige Mandelentzündung zugezogen hat.

bundesliga.de: Und ausgerechnet jetzt geht es am Samstag nach München zu den Bayern.

Büskens: Ein guter Tag wird nicht reichen, wir werden schon einen perfekten Tag brauchen, um dort etwas mitzunehmen.

bundesliga.de: Wenn`s weiter nichts ist.

Büskens: Wir wissen wirklich sehr genau um die Qualität der Bayern. Aber: Am 17. Spieltag war Bayern auch drückend überlegen, und trotzdem hat es Gladbach mit Glück und Geschick geschafft, in München einen Punkt mitzunehmen.

bundesliga.de: Ihr Kampfgeist scheint ungebrochen.

Büskens: Wir haben definitiv nicht aufgegeben. Wir sind Letzter, aber wir haben immer noch eine Chance. Und wenn du an die Chance glaubst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du zusätzliche Kräfte aus dir herausholst.

bundesliga.de: Was macht Ihnen Hoffnung?

Büskens: Wir haben uns als Mannschaft entwickelt, anfangs kamen wir nicht zu Torchancen, das ist dann gegen Ende viel besser geworden. Da hatten wir in ganz vielen Spielen die Chance zu gewinnen. Und dann treffen wir Latte, Pfosten, irgendwelche Spieler, die auf der Linie stehen.

bundesliga.de: Und ausgerechnet das macht Ihnen Mut?

Büskens: Naja, es ist natürlich eine Frage der Qualität, wie man mit Chancen umgeht. Aber wir hatten die Möglichkeiten, auch das ist eine Frage der Qualität.

bundesliga.de: Bitte noch ein paar Worte zu den Neuzugängen.

Büskens: Tom Mikkel, ein ehrgeiziger, junger Keeper, der lange Jahre beim HSV obendran war. Jung Bin Park, ein gut ausgebildeter, schneller Mann, den du nicht so einfach aus der Bahn wirfst. Matthias Zimmermann, der macht einen richtig guten Eindruck, der weiß, was er hier will und gibt Gas. Und eben Nikola, der bisher überall getroffen hat und jetzt den nächsten Schritt in einer großen Liga machen wollte.

bundesliga.de: Die Sommertransfers waren zum Teil nicht besonders glücklich. Welche Rolle spielt künftig der neue Sportdirektor Rouven Schröder?

Büskens: Eine große. Rouven liebt dieses Spiel, er hat diese Besessenheit, diesen Blick für junge Spieler, weil er jahrelang im Scouting aktiv war. Mit dieser Expertise wird er uns guttun.

Das Gespräch führte Christoph Ruf