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München - Borussia Dortmund marschiert weiter souverän durch die Bundesliga. Unbeeindruckt von einigen Spitzen aus München deklassierte der BVB zuletzt den 1. FC Köln mit 6:1. Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Bayern gehen die Borussen in die letzten sieben Saisonspiele.

Während die Dortmunder Führungsetage inzwischen offensiv das Ziel Meisterschaft formuliert, gibt sich Sven Bender im Gespräch mit bundesliga.de noch etwas zurückhaltender.

bundesliga.de: Sven Bender, der BVB eilt in der Rückrunde weiter von Sieg zu Sieg. Beim letzten Spiel in Köln gab es dennoch Neues zu sehen. Die Mannschaft geriet erstmals in der Rückserie mit 0:1 ins Hintertreffen und blieb unbeeindruckt. Und sie hat im Vergleich zu einigen anderen Spielen auch munter Tore geschossen und musste sich diesmal keine schlechte Chancenverwertung vorwerfen lassen.

Sven Bender: Wir haben auch schon vorher Rückstände aufgeholt. Die Chancen haben wir diesmal größtenteils genutzt, das stimmt. Die sechs Tore waren auch verdient. Wir haben sie sehr gut und zielstrebig herausgespielt. Das Ergebnis ging in Ordnung.

bundesliga.de: Der 6:1-Sieg war der Abschluss einer rundum gelungenen Woche?

Bender: Wir sind im Pokal weitergekommen, haben in der Bundesliga zwei Siege geholt. Perfekter hätte die letzte Woche nicht laufen können. Der Sieg in Köln tat besonders gut, weil die erste Halbzeit sehr schwierig war. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir unbedingt gewollt und unser Spiel durchgezogen. Wir haben eine hohe Qualität und verdient gewonnen.

bundesliga.de: In Köln kam es für viele Betrachter überraschend, dass der BVB nach dem 3:1 das Spiel nicht kontrolliert über die Runden brachte, sondern weiter auf Torjagd ging.

Bender: Es ist unser Ziel und unsere Aufgabe 90 Minuten Vollgas zu geben. Wenn wir auf dem Platz stehen, wollen wir Vollgas geben, auch wenn wir eine englische Woche hinter uns hatten. Es würde bei uns selbst bei einem hohen Spielstand keinem einfallen, vom Gas zu gehen. Nach dem Spiel können wir regenerieren.

bundesliga.de: Die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc haben das Ende der Bescheidenheit ausgerufen und die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Sehen Sie das auch so?

Bender: Wir haben noch sieben Spiele zu spielen und auf jeden Fall eine sehr gute Ausgangssituation. Aber ich bin ein Spieler, der weiterhin zurückhaltend ist. Es sind noch so viele Punkte zu vergeben. Ich konzentriere mich nur auf den nächsten Gegner, den VfB Stuttgart.

bundesliga.de: 21 Spiele ungeschlagen, neun der zehn Rückrundenspiele gewonnen. Der Lauf der Borussia ist sensationell Wer kann Dortmund überhaupt noch stoppen?

Bender: Wenn wir unser Spiel durchziehen, wissen wir, dass es für unsere Gegner sehr schwierig wird gegen uns etwas zu holen. Das ist uns klar. Aber wir müssen unsere Leistung jede Woche auf dem Platz bringen. Wenn wir das nicht tun, wird es auch für uns schwierig. Das haben wir in der ersten Halbzeit in Köln gesehen. Dann müssen wir uns gemeinsam aus so einer Phase, in der nicht alles gelingt, heraus arbeiten.

bundesliga.de: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die kommenden entscheidenden Wochen?

Bender: Die Freude ist riesengroß. Jetzt kommen richtig schöne Spiele auf uns zu. Wir haben alles selbst in der Hand. Wenn wir unsere Aufgaben erfüllen und Gas geben, bin ich zuversichtlich, dass wir die Wochen gut überstehen.

bundesliga.de: Träumen Sie manchmal vom Double?
Bender: Auch da bin ich zurückhaltend. Wir spielen jetzt gegen Stuttgart. Wir sollten nicht daran denken, was in ein paar Wochen ist.

bundesliga.de: Was ist für Sie bislang die wichtigste Erkenntnis aus dieser Saison?

Bender: Ich glaube, die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir wieder unser Ding weiter verfolgen und unser Spiel durchziehen. Es ist auch in dieser Saison für unsere Gegner schwierig, gegen uns zu bestehen. Wir haben schon im letzten Jahr immer alles rausgehauen. In diesem Jahr machen wir das auch. Deshalb haben wir uns zurecht oben festgesetzt. Wir dürfen aber nicht nachlassen, sondern müssen in den nächsten Wochen genau das machen, was wir bisher auch gemacht haben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski