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Erstmals nach langer Zeit wieder in der Startelf des VfL Bochum, gegen den Deutschen Meister aus Wolfsburg beim 1:1 gepunktet und dabei selbst ein Tor erzielt - für Vahid Hashemian war es ein gutes Wochenende.

Dabei hatte der Stürmer zunächst vom Ausfall von Diego Klimowicz profitiert. Er dankte seine Nominierung mit einem Kopfballtor und hofft nun auf weitere Erfolgerlebnisse - für sich selbst, vor allem aber auch für den VfL.

Warum die Mannschaft inzwischen mutiger agiert, welchen Anteil Interimscoach Frank Heinmann daran hat und wie er selbst seine Position beim VfL einordnet, das hat Vahid Hashemian im Gespräch mit bundesliga.de verraten.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie das Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg?

Vahid Hashemian: Bis zu unserem Platzverweis haben wir sehr ordentlich gespielt und gut mithalten können. Die Ordnung auf dem Platz hat gestimmt, wir haben sehr kompakt gestanden und unsere Chance vorne genutzt. Hätten wir nicht die Gelb-Rote Karte kassiert, hätten wir vielleicht einen Konter setzen und das 2:0 erzielen können. Dann wären sogar drei Punkte möglich gewesen.

bundesliga.de: War der Platzverweis der Knackpunkt?

Hashemian: Mit zehn Spielern gegen eine so offensivstarke Mannschaft wie den VfL Wolfsburg zu agieren ist extrem schwer. Nach dem Ausgleich hat sich Wolfsburg noch eine ganze Reihe an guten Torchancen erspielt. Am Ende ist das Unentschieden sicher ein faires Ergebnis, mit dem wir auch zufrieden sein können.

bundesliga.de: Der VfL hat über weite Strecken kämpferisch und spielerisch überzeugt. Geht es wieder aufwärts?

Hashemian: Wir versuchen mehr zu agieren als zu reagieren. Wir denken auch nicht mehr so defensiv, sondern versuchen unsere Aufgaben mutiger anzugehen. Ich denke, deswegen haben wir auch gegen eine so gute und gefährliche Mannschaft wie den Deutschen Meister guten Fußball gespielt und auch die Zuschauer überzeugt.

bundesliga.de: Welchen Anteil hat der neue Trainer am mutigen Auftritt?

Hashemian: Frank Heinemann hat uns viel Selbstvertrauen vermittelt in den letzten Tagen. Das sieht man jetzt auch an unserem Auftreten auf dem Platz.

bundesliga.de: Seit dem Trainerwechsel hat sich auch die Stimmung in Bochum wieder zum Positiven gewandelt.

Hashemian: Es ist oft so, dass sich mit einem Trainerwechsel die Situation ändert. Das gilt für den Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders, aber auch für das Verhältnis zu den Fans. Gegen Wolfsburg war die Unterstützung im Stadion sensationell. Es wäre schön, wenn wir immer so spielen, dass wir unsere Fans so begeistern und auf unsere Seite ziehen können.

bundesliga.de: Zu dieser Begeisterung haben Sie mit Ihrem Tor einen großen Teil beigetragen.

Hashemian: Ich bin froh, dass ich so ein wichtiges Tor erzielt habe. Aber ich habe es ja nicht alleine gemacht. Einen großen Anteil an dem Tor hat Christian Fuchs mit seiner tollen Flanke. Solche Vorlagen brauche ich. Von solchen Flanken lebt meine Gefährlichkeit als Kopfballspieler.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie Ihre eigene Situation? Sind Sie zurück auf dem Weg zu alter Stärke?

Hashemian: Ich hatte mich schon früh zu Saisonbeginn im Training am Innenband verletzt, bin fünf Wochen ausgefallen und konnte so längere Zeit nicht zum Kader zählen. Seit ich im Pokal gegen Schalke erstmals wieder gespielt habe, geht es aufwärts - bis hin zum Tor gegen Wolfsburg. Ich muss aber weiter daran arbeiten, topfit zu werden. Mir kommt die Länderspielpause daher nicht ungelegen. Ich will in diesen zwei Wochen viel trainieren und mich anbieten. Ich hoffe, dass ich dann öfter die Chance bekomme zu spielen - und dann treffe ich hoffentlich auch wieder öfter.

bundesliga.de: In einem offensiv ausgerichteten System mit zwei Stürmern?

Hashemian: Für jeden Stürmer ist es natürlich gut, wenn der Trainer mit zwei Angreifern spielen lässt. Man hat einfach mehr Unterstützung am gegnerischen Strafraum. Ich denke auch, dass uns dieses System liegt und dass es zu unserer mutigen Spielweise passt. Aber das muss der Trainer entscheiden.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte