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München - Ein Topspiel, 22 Aktive - und davon 20 Nationalspieler. Einzig Dortmunds Roman Weidenfeller und Bayerns Brasilianer Dante wurden noch nie in eine Länderauswahl berufen, als das "Duell der Giganten" am Samstagabend begann.

Als Peter Gagelmann knapp zwei Stunden später abpfiff, hatte Weidenfeller alle Nationalspieler in den Schatten gestellt. Mit drei herausragenden Paraden hielt er in der Schlussphase den Punkt für Dortmund fest. Möglich gemacht hatte die großartige Leistung auch Dortmunds Zeugwart Frank Gräfen, der Weidenfeller im kalten München kurzfristig mit warmer Unterwäsche versorgte.

300. Gegentor für Weidenfeller



Modisch fragwürdig, dafür aber mit warmen Beinen, zeigte der Dortmunder Keeper seine ganze Klasse. Dafür gab es nach Spielende ein Sonderlob von Jürgen Klopp (Trainerstimmen). Zuvor feierte Weidenfeller ein rundes Jubiläum, das ihm keine Freude bereitete: Der 1:0-Führungstreffer durch Toni Kroos war Weidenfellers 300. Gegentor in der Bundesliga.

Während Dortmunds Zeugwart seinen Anteil am Punktgewinn des BVB hatte, werden die Greenkeeper der Allianz Arena froh darüber gewesen sein, dass beim Fußball in der Halbzeit die Seiten getauscht werden. Ansonsten würden sie wohl auf einer Seite des Spielfeldes nicht um einen neuen Rasen herumkommen. So intensiv bekämpften sich die Akteure auf Bayerns linker und Dortmunds rechter Seite.

Sprintduell in der Allianz Arena



Franck Ribery, David Alaba und Lukas Piszczek waren die fleißigsten Sprinter des Spieltages. Alle drei waren 31 Mal in vollem Tempo unterwegs. Marco Reus gab 29 Mal richtig Gas. Bayerns Schokoladenseite lag in dieser Kategorie knapp vor dem rechten Flügel der Borussia . Ribery forderte darüber hinaus enorm viele Bälle und hatte die meisten Ballkontakte aller Mittelfeldspieler auf dem Feld (75). Auch deswegen gelang es Borussia Dortmund nicht, als erste Mannschaft in der Bundesliga fünf Spiele in Folge gegen die Bayern zu gewinnen. Am läuferischen Einsatz lag es nicht. Die Akteure des BVB legten in München 118,7 km zurück. Nur die Spieler des HSV liefen noch 500 Meter mehr. Sven Bender war mit 12,8 km sogar der fleißigste Dauerläufer des Spieltages.

Während Dortmund in München einen Rekord verpasste, wurden in anderen Stadien Saisonbestmarken erreicht. Mönchengladbachs Havard Nordtveit durfte sich darüber freuen, dass in dieser Spielzeit niemand schneller verwarnt wurde. Bereits nach 23 Sekunden zeigte Dr. Felix Brych dem Norweger die Gelbe Karte. Thorsten Kinhöfer konnte zwar nicht so schnell, dafür aber öfter als sein Kollege auf Schalke. Der Unparteiische aus Herne musste bei der Partie Greuther Fürth gegen den VfB Stuttgart gleich elf Mal in seine Tasche greifen. Zehn Gelbe und eine Rote Karte bedeuten ebenfalls Saisonhöchstwert .

Kießling der erfolgreichste Stürmer des Jahres



Sogar Jahresbestwert sind die 22 Bundesliga-Tore von Stefan Kießling in 2012. Der Leverkusener Mittelstürmer erzielte gegen den 1. FC Nürnberg zum sechsten Mal in dieser Saison das 1:0. Auch in dieser Kategorie ist er unübertroffen. Sein Treffer besiegelte den vierten Bayer-Sieg in Folge (XL-Galerie: Bilder des Spieltags). Die Werkself bleibt damit Bayern-Verfolger Nummer eins

Werders Marko Arnautovic gelangen am Sonntag zum ersten Mal in der Bundesliga drei Treffer in einem Spiel. Der Östereicher war Bremens Matchwinner beim 4:1-Erfolg in Hoffenheim. Zuvor erzielte in dieser Saison nur Adam Szalai einen Dreierpack. Der Mainzer Mittelstürmer traf am Wochenende zwar "nur" einfach, sicherte mit seinem späten Tor zum 2:1 gegen Hannover 96 aber den 5. Mainzer Heimsieg der Saison. Nie gewann der FSV in einer Bundesliga-Hinrunde häufiger zu Hause. Aus acht Metern platzierte er seinen Kopfball genau in die rechte Ecke. Den hätte selbst Weidenfeller nicht gehalten. Auch nicht mit zwei langen Unterhosen.

Florian Reinecke


Tabelle | Torjäger | Elf des Spieltags