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Sinsheim - Es wurde wieder nichts mit einem Heimsieg, Klaas-Jan Huntelaars Elfmetertor zehn Minuten vor dem Abpfiff brachte doch noch den 1:1-Ausgleich für den FC Schalke. Doch diesmal gingen die Zuschauer in der ausverkauften Arena von Sinsheim zufrieden nach Hause, obwohl das bereits das neunte Spiel ohne Heimsieg für 1899 Hoffenheim bedeutete.

Die Hoffenheimer hatten ihrem Publikum einen leidenschaftlichen Schlagabtausch gegen den Gegner mit Champions-League-Ambitionen geliefert. Doch am Ende reichte die Kraft nicht, um das 1:0 durch Sejad Salihovic' Strafstoß-Tor (29.) über die Zeit zu bringen.

Ärger über verspielte Punkte



"So lange die Kräfte gereicht haben, hat meine Mannschaft voll dagegen gehalten. Deswegen kann ich der Truppe auch keinen Vorwurf machen", sagte 1899-Trainer Markus Babbel: "Ich glaube, in diesem Spiel war alles, was der Fan sehen will. Es war unglaublich viel Leidenschaft auf dem Platz."

Dennoch ärgerten sich die Spieler über die wieder einmal verspielten Punkte. Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, waren ja da. "Uns fehlt einfach der Killer-Instinkt. Wir könnten sechs, sieben Punkte mehr haben", klagte etwa Mittelfeldspieler Tobias Weis, der eine gute Partie machte.

Trainer Babbel fand es "nur schade", dass seine Mannschaft sich wieder einmal nicht für ihren Aufwand mit drei Punkten belohnt hatte. Doch weder Firmino (59.) noch Salihovic (60.) konnten das mögliche 2:0 erzielen. Und als Schalkes Torwart Lars Unnerstall nach einem Kopfball von Jannik Vestergaard doch geschlagen war, rettet Raul für seine Schalker Mannschaft auf der Linie (60.). Da aber auch Schalke ein paar gute Chancen nicht hatte nutzen können, erklärte Markus Babbel am Ende seiner Analyse: "Das Ergebnis ist gerecht."

"Chancen leichtfertig vergeben"



Zumal Torwart Tom Starke aufgefallen war, dass der FC Schalke 04 ja nicht "irgendein Gegner" war. "Das ist eine Mannschaft mit Weltklassespielern auf Champions-League-Niveau", sagte Starke: "Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein." Und auch Markus Babbel sagte: "Wir haben viele Sachen gut gemacht, nur leider die Torchancen zu leichtfertig vergeben."

Der Trainer hatte auf den niederländischen Nationalspieler Ryan Babel verzichtet und Firmino, den Torschützen beim 2:1-Auswärtssieg in Gladbach in der Vorwoche, von Anfang an aufgeboten. Bei dem Brasilianer war allerdings der Kraftverlust ab Mitte der zweiten Halbzeit auffällig.

Tabellenletzten vor der Brust



Bis dahin hatte er zusammen mit dem erneut starken Sejad Salihovic die Offensivaktionen der Badener geprägt. Ryan Babel wird sich steigern müssen, um seinen Trainer für eine erneute Nominierung von Beginn an zu überzeugen.

Am nächsten Wochenende müssen die Hoffenheimer zum Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern reisen. Mit einem Sieg in der Pfalz könnten sich die Badener endgültig von der Abstiegszone absetzen. "Die Leistung gegen Schalke ist der Weg für die künftigen Spiele", fordert Trainer Babbel. Nur müssten seine Spieler die Leidenschaft und die Kraftanstrengung eben nicht nur 70 Minuten auf den Platz bringen, sondern so lange, bis der Schiedsrichter abpfeift.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter