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Leverkusen - Ob denn Schalke nun nach den Ergebnissen des 10. Spieltags zum Bayern-Jäger avancieren könne, wurde Horst Heldt in Leverkusen gefragt. "Um Gottes willen. Wir jagen uns nur selber", gab der Schalker Sportvorstand belustigt zur Antwort. Immerhin zogen die "Königsblauen" für den Moment an den Konkurrenten aus Stuttgart, Bremen und Mönchengladbach vorbei und verschafften sich eine günstige Ausgangsposition.

Eine Woche nach der tristen Vorstellung und verpatzten Chance bei der 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern präsentierten sich die "Knappen" beim Champions-League-Teilnehmer Leverkusen als kompakte Einheit ohne Schwächen. Schalke ist wieder in der Spur und kann sich in dieser Form durchaus im oberen Tabellendrittel festbeißen.

Auf Unnerstall ist Verlass

Für Trainer Huub Stevens brachte der "Dreier" beim Angstgegner eine Reihe wichtiger Erkenntnisse. Zum einen war zu sehen, dass auf Torhüter Lars Unnerstall Verlass ist. Der 21-Jährige ließ seinen vor dem Spiel formulierten Ansprüchen auf die Nummer 1 auch Taten folgen. Er parierte eine Reihe von Großchancen. "Er hat eine exzellente Partie gespielt und Ruhe ausgestrahlt. Das brauchen wir", lobte Heldt.

Ein weiterer Gewinner war Jermaine Jones, der im defensiven Mittelfeld kompromisslos aufräumte wie in seinen besten Tagen und das oftmals nickelig geführte Duell mit Michael Ballack gewann. Noch vor Wochen spielte das "Kampfschwein" sportlich keine Rolle mehr auf Schalke. Doch über Kurzeinsätze empfahl sich der Deutsch-Amerikaner für weitere Aufgaben.

Sonderlob für Jones

In Leverkusen stand Jones erstmals seit dem 1. Spieltag wieder in der Startelf und überzeugte bei seinem Comeback dermaßen, dass es von Horst Heldt auf Nachfrage von bundesliga.de ein Sonderlob gab: "Ein funktionierender Jermaine Jones ist Gold Wert für eine Mannschaft. Er hat exzellent auf der Position gespielt und den Laden zusammengehalten."

So reichte den Gelsenkirchener ein konsequent zu Ende gespielter Konter, ein Solo und Geniestreich von Jefferson Farfan zum dritten Auswärtssieg der Saison. Eingereiht hinter Bayern München und Borussia Dortmund rangiert Schalke auf einem angesichts der bislang wenig konstanten Leistungen bemerkenswerten 3. Platz.

Unentschieden sind nicht Schalkes Sache

Die Zwischenbilanz bewertet Schalke-Stürmer Klaas Jan Huntelaar positiv. "Wir haben sechs Mal gewonnen und vier Mal verloren. Dazwischen gibt es in dieser Saison für uns noch nichts. Es ist aber besser, auf Sieg zu spielen als auf Unentschieden", findet der Holländer.

"Ein Remis bringt nur einen Punkt, dann ist es besser ein Spiel zu gewinnen und eins zu verlieren. Klar ist aber auch, dass wir besser versuchen sollten, an einem schlechten Tag einen Punkt mitzunehmen als zu verlieren."

Haushoher Favorit beim KSC

Am kommenden Mittwoch wird es wieder kein Unentschieden geben. Dann gastiert der FC Schalke 04 als haushoher Favorit im DFB-Pokal beim Karlsruher SC. "Natürlich wollen wir auch dort als Sieger vom Platz gehen", fordert Schalkes Außenverteidiger Christian Fuchs. "Wir spielen noch in drei Wettbewerben und möchten dort möglichst weit kommen."

In der Bundesliga empfängt Schalke am kommenden Samstag 1899 Hoffenheim. Gegen die Kraichgauer gingen in der Vorsaison wie auch gegen Leverkusen beide Partien verloren. Von sechs Bundesliga-Spielen gegen 1899 konnten die "Knappen" nur eins gewinnen. Dass das aber wenig zu bedeuten hat, haben die Schalker gerade erst in der BayArena bewiesen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski