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München - Mit Thorsten Fink sitzt am kommenden Samstag der 32. Trainer in der Bundesliga-Geschichte des Hamburger SV auf der Bank und in dieser Saison nach Michael Oenning, Rodolfo Cardoso und Frank Arnesen bereits der vierte Übungsleiter.

Fink kommt mit der Empfehlung des zweimaligen Meistermachers des FC Basel und mit der Erfahrung von 367 Bundesliga-Spielen als Profi bei Wattenscheid 09, dem Karlsruher SC und vor allem bei Bayern München.

Mit dem Hamburger SV findet Thorsten Fink einen Verein vor, bei dem einige der bekanntesten und besten Trainer ihrer Zeit beschäftigt waren, bei dem aber auch viele Coaches scheiterten, wie der Blick in die bundesliga.de-Datenbank zeigt.

Ernst Happel gewann vier Titel

Der große Ernst Happel war der Trainer, der am längsten und erfolgreichsten beim HSV arbeitete. Sechs Jahre lang und 204 Bundesliga-Spiele coachte der vom damaligen HSV-Manager Günter Netzer in die Hansestadt gelotste Österreicher den Traditionsverein. Zu vier Titeln führte der 1992 leider verstorbene Erfolgstrainer den HSV.

Zwei Mal gewannen die Hamburger unter ihm die Deutsche Meisterschaft, 1982 und 1983, ein Mal den Europapokal der Landesmeister (1983) und ein Mal den DFB-Pokal (1987), den bis heute letzten Titel.

Kuno Klötzer erfolgreichster deutscher Coach

Statistisch gesehen noch erfolgreicher, jedenfalls in Hinsicht auf die Quote gewonnener Spiele, war Branko Zebec. Der Jugoslawe, HSV-Meistertrainer von 1979, gewann 64 Prozent seiner Spiele. Auch die Quote des Holländers Martin Jol (56 Prozent) liegt noch knapp über der von Ernst Happel (53 Prozent). Doch Jol kann keinen einzigen Titel mit dem HSV vorweisen.

Mit Happel, Zebec und Jol erwiesen sich drei ausländische Trainer als Glücksgriffe. Der erfolgreichste deutsche Trainer war Kuno Klötzer, unter dessen Regie der HSV 1976 den DFB-Pokal und ein Jahr später auch den Europapokal der Pokalsieger an die Elbe holte. Vier Jahre coachte Klötzer den HSV, nur Ernst Happel und Frank Pagelsdorf (vier Jahre, zehn Wochen) hielten sich länger.

Wird Fink ein großer Trainer?

Als Sprungbrett für die große Trainerkarriere taugt der Bundesliga-Dino bislang nur bedingt. Mit Ausnahme von Felix Magath, der nach seinem Engagement in Hamburg drei Mal Meister und zwei Mal Pokalsieger wurde, können die übrigen Coaches (noch) keine ganz großen Erfolge vorweisen.

Man denke nur an die Trainer wie Thomas Doll, Benno Möhlmann, Willi Reimann, Kurt Jara, Michael Oenning und andere. Vielleicht gelingt es Thorsten Fink ja jetzt, die zweite große Ausnahme zu werden.