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Für Motivation sorgt in Bremen allein die Erinnerung an den 29. Januar 2008. An jenem Abend verlor Werder das Achtelfinalduell im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund mit 1:2. Fast auf den Tag genau ein Jahr später wollen die Hanseaten an gleicher Stätte in gleicher Runde ihre offene Rechnung begleichen.

"Es gibt in dieser Pokalrunde nur wenige Spiele mit ähnlicher Brisanz", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp vor dem Jahresauftakt am Mittwoch (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker).

Statistik pro Dortmund

"Werder ist ein bärenstarker Gegner, der zuhause und auswärts offensiv auftritt. Es wird ein enges Spiel", warnt Klopp. Nur wer die Tagesform bis zum Limit ausreize, werde gewinnen. Denn nach der langen Vorbereitung wisse keine Mannschaft genau, wo sie derzeit stehe.

Die Statistik spricht für die Westfalen: Im Pokal konnte der BVB bislang vier von fünf Duellen gegen Werder für sich entscheiden - unter anderem das Finale 1989 (4:1). Besonders tief steckt jedoch der Stachel der Niederlage im letzten Wettbewerb. Der Brasilianer Diego, der vor einem Jahr einen Elfmeter in der 84. Minute zum möglichen 2:2 verschoss, "ist heiß" auf Dortmund und die am Freitag beginnende Bundesliga-Rückrunde.

Naldo, Hunt und Jensen fehlen

"Ich fühle mich topfit. Und sollte es wieder einen Elfmeter geben, werde ich ihn wieder schießen", ließ der Mittelfeldregisseur wissen. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs vertraut auf Diego: "Denn seine Arbeitseinstellung ist professionell." Auch den eher bescheidenen Tests (drei Niederlagen in vier Spielen) misst er keine allzu große Bedeutung zu. "Es mangelte einzig an Disziplin auf dem Platz. Wir haben in den letzten Tagen viel geredet", berichtet Allofs.

Der Bundesliga-Achte und fünfmalige Pokalsieger muss beim Kaltstart ins Jahr 2009 auf die verletzten Naldo, Aaron Hunt und Daniel Jensen verzichten. Bei den Dortmundern, bei denen Leihgabe Kevin-Prince Boateng sein Pflichtspiel-Debüt feiern wird, fehlen weiterhin Dede, Sebastian Kehl, Jakub Blaszczykowski und Mats Hummels.

Bayer erstmals in Düsseldorf

Keine personellen Probleme plagen Bayer Leverkusen, erster Bundesliga-Gegner des BVB am kommenden Samstag, vor dem ersten Heimspiel im Düsseldorfer Asyl. Während die BayArena um- und ausgebaut wird, will das Team von Trainer Bruno Labbadia die nächste Hürde auf dem kürzesten Weg zu einem Titel und ins internationale Geschäft nehmen.

Doch Gegner ist ausgerechnet Energie Cottbus, das der Werkself mit dem Last-Minute-Treffer zum 1:1 im letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde das Weihnachtsfest verdarb. Selbstbewusst fahren die Lausitzer deshalb an den Rhein. Mittelfeldspieler Ervin Skela tönte: "Der Pokal bietet die Chance, in der nächsten Saison im UEFA-Cup zu spielen - und die wollen wir nutzen."

"Wölfe" wollen ins Finale

Auf dem Papier dürfte hingegen der Sieger des Duells VfL Wolfsburg gegen den Zweitligisten Hansa Rostock feststehen, zumal Torjäger Grafite nach langwieriger Verletzung sein Comeback feiern wird. Mittelfeldspieler Josue ist überzeugt: "Wir sind stark genug, um den Pokal zu gewinnen. Im letzten Jahr haben wir es immerhin ins Halbfinale geschafft. Das sollte Ansporn genug sein."

Beim Karlsruher SC liegt allein die letzte Viertelfinal-Teilnahme schon 13 Jahre zurück, während es der zweitklassige Gegner SV Wehen Wiesbaden in seiner Vereinsgeschichte zumindest zwei Mal (zuletzt 1988 als Landesligist SV Wehen) ins Achtelfinale schaffte. Der KSC setzt beim ersehnten Aufschwung im neuen Jahr besonders auf die beiden Heimkehrer Giovanni Federico (Borussia Dortmund) und Marco Engelhardt (1. FC Nürnberg).