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München - Nach dem Ausrutscher gegen Augsburg peilt Spitzenreiter Dortmund gegen ersatzgeschwächte Bremer einen Heimsieg an. Nach der Sperre gegen Claudio Pizarro mussten die Werderaner am Freitag zwei neue Hiobsbotschaften verkraften. Freiburg will den HSV noch mal ins Abstiegs-Schlamassel ziehen. Gladbach kann sich Bayer Leverkusen im Rennen um die Champions-League-Plätze vom Leib halten. Die heimstarken Augsburger empfangen auswärtsschwache Mainzer.

Und im Mittelfeldduell streiten sich die Tabellennachbarn Nürnberg und Wolfsburg um Punkte. Im Live-Ticker von bundesliga.de sind Sie bei den Samstagspartien ab 15 Uhr live am Ball. So ist es um die Stimmung und die Personalsituation bei den Vereinen bestellt:

Meister Borussia Dortmund hat sich für sein Heimspiel gegen Werder einiges vorgenommen. Personell tritt der BVB mit Ausnahme von Mario Götze in Bestbesetzung an. "Wir wollen eine Reaktion auf das Spiel in Augsburg zeigen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der mit seinem Team am vergangenen Samstag beim FCA nicht über ein 0:0 hinausgekommen war. Der Ausfall des wegen einer Sperre fehlenden Bremer Torjägers Claudio Pizarro ist für Klopp kein Vorteil.

"Dass Pizarro nicht spielt, macht die Sache nicht einfacher, weil Bremen dann schwerer auszurechnen ist. Alle Bremer werden dann noch eine Schippe drauflegen", sagte Klopp. Pizarro war am Mittwoch vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für zwei Spiele gesperrt worden. Die DFB-Richter ahndeten damit eine Tätlichkeit des Peruaners gegen seinen Gegenspieler Emanuel Pogatetz am vergangenen Sonntag gegen Hannover 96 (3:0). Für den vakanten Platz neben Markus Rosenberg im Werder-Sturm kommen sowohl Niclas Füllkrug als auch Lennart Thy infrage. Es fehlen die verletzten Naldo, Marko Arnautovic, Aaron Hunt und Marko Marin - und beim Abschlusstraining kamen sogar noch zwei Verletzte hinzu: Sowohl Keeper Tim Wiese (Fraktur zwischen Nase und Auge) als auch Philipp Bargfrede (Muskelfaserriss in der linken Wade) fallen kurzfristig aus.

Es komme entscheidend darauf an, meint Werder-Coach Thomas Schaaf, "was wir machen, wenn wir in Ballbesitz sind. Unsere Handlungen sind wichtig. Wir wollen das Geschehen nicht auf uns zukommen lassen, sondern unsere Philosophie immer mehr prägen". Sein Team braucht dringend Punkte, um im Rennen um Platz 6 nicht an Boden zu verlieren.



Schiedsrichteransetzungen

Die Personallage bei Bayer 04 vor dem brisanten Duell um die Champions-League-Plätze gegen Gladbach ist angespannt. "Die letzten Mohikaner bei uns müssen nun noch enger zusammenstehen", sagte Chefcoach Robin Dutt. Der Trainer hofft, dass Simon Rolfes und Stefan Reinartz gegen die Gladbacher trotz Blessuren zur Verfügung stehen. Rolfes könnte nach seiner in der Vorwoche erlittenen Platzwunde mit Gesichtsmaske spielen. Reinartz hat Sprunggelenksprobleme. Definitiv fallen Rene Adler, Sidney Sam, Tranquillo Barnetta, Michael Ballack, Vedran Corluka und Lars Bender aus.

Renato Augusto laboriert an Rückenbeschwerden, soll aber rechtzeitig fit werden. Dutts Mittel gegen die "Fohlen": "Wir müssen die vermutlich wenigen Möglichkeiten, die wir bekommen werden, auch entschlossen nutzen. Und zudem gemeinsam darauf achten, dass ein Reus nicht in die Tiefe geht, ein Arango seinen linken Fuß nicht frei bekommt und ein Hanke die Bälle nicht einfach ablegen kann." Gladbachs Trainer Lucien Favre muss neben dem verletzten Patrick Herrmann (Schlüsselbeinbruch) auch auf den gelbgesperrten Tony Jantschke verzichten. Der Trainer schloss aus, einen Linksfuß wie Filip Daems oder Oscar Wendt auf Rechts aufzubieten.

Eine Option ist, dass Martin Stranzl wie zuletzt bei der Partie im Pokal in Heidenheim auf die rechte Seite rückt und Roel Brouwers dafür innen verteidigt. Der Niederländer konnte allerdings unter der Woche wegen einer Magen-Darm-Grippe nicht am Training teilnehmen. Alexander Ring ist eine Startelf-Option für das rechte Mittelfeld. Favre hat klare Vorstellungen vom Duell mit den acht Punkte schlechter platzierten Gastgebern. "Der vorletzte und der letzte Pass müssen noch schneller gespielt werden. Das heißt auch, das Spiel noch schneller zu lesen."



Schiedsrichteransetzungen

Die Augsburger wollen ihre gute Heimserie nach zuletzt sechs Partien ohne Niederlage ausbauen. Doch Trainer Jos Luhukay warnt: "Das wird kein Selbstläufer, auch wenn nach den letzten Spielen und vor allem der Begegnung gegen Borussia Dortmund viele glauben könnten, dass jetzt genau so weiter läuft", sagte Luhukay. "Es kommt wieder auf Kleinigkeiten an und darauf, wer bei diesen Kleinigkeiten weniger Fehler macht." Ihm fehlen gegen Mainz Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Wadenprellung), Andrew Sinkala (Muskelverhärtung), Jan Moravek (Muskelfaserriss), Marcel de Jong (Syndesmose-Riss), Dawdah Bah (Rückstand nach Knie-Op) und Akaki Gogia (Außenbandanriss).

Wie der FCA hat auch Mainz nur eines der letzten sieben Spiele verloren, ist allerdings auch seit elf Auswärtsspielen sieglos. Bei seinem früheren Arbeitgeber Augsburg muss der Mainzer Trainer Thomas Tuchel ("Die ganze Familie wird da sein") ohne Stürmer Anthony Ujah auskommen. Der Nigerianer laboriert an einer Konchenstauchung im Sprunggelenk. Zudem fehlen die seit längerer Zeit verletzten Bo Svensson, Zdenek Pospech und Marcel Risse sowie der gesperrte Adam Szalai. Statt Szalai dürfte Sami Allagui von Beginn an stürmen.

Ob Kapitän Nikolce Noveski auflaufen wird, ließ Tuchel offen. Der Mazedonier musste nach Jahren als Stammspieler beim zurückliegenden 2:1 (2:0) gegen den 1. FC Nürnberg auf der Reservebank Platz nehmen. "Es kann sein, dass er erst wieder in ein paar Wochen spielt. Es kann aber auch von heute auf morgen passieren. Es gibt Kriterien, die auch für ihn gelten", sagte Tuchel: "Er geht aber total professionell damit um."



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Trainer Thorsten Fink vom Hamburger SV spürt vor dem Duell mit dem SC Freiburg ausschließlich "positiven Druck". "Ein Dreier gegen Freiburg ist die erste Chance, dass wir uns von den Abstiegsplätzen absetzen", sagte Fink: "Wir haben noch neun Spiele vor uns. Darauf freue ich mich." In der Begegnung des Tabellen-14. (Hamburg) mit dem Tabellen-17. muss Fink neben Nationalspieler Dennis Aogo (Wadenzerrung) und dem gesperrten Kapitän Heiko Westermann auch Mittelfeldspieler Jacopo Sala (Grippe) ersetzen. Fink kündigte einen Einsatz von Gökhan Töre an, auf den angeschlagenen Marcell Jansen hofft der HSV noch. In der Innenverteidigung vertraut der 44 Jahre alte Trainer auf Michael Mancienne und Jeffrey Bruma. Nach vier Spielen ohne Sieg ist der Hamburger SV nur vier Punkte vom Relegationsplatz entfernt.

Dort will Freiburg mindestens noch hin, momentan liegt der SC einen Punkt hinter Rang 16. Mit einem Erfolg könnten die Breisgauer den HSV noch mal in Bredouille bringen. Trainer Christian Streich fehlen Oliver Barth (Aufbautraining), Immanuel Höhn (Muskelfaserriss), Beg Ferati (Adduktorenprobleme) und Anton Putsila (Fersenprobleme). Pavel Krmas könnte rechtzeitig fit werden. Dann stünden mit Krmas und Fallou Diagne zumindest zwei etatmäßige Innenverteidiger im Kader. Wer tatsächlich verteidigt, ist allerdings noch offen.

Zuletzt half erstmals Matthias Ginter neben Diagne aus. Ginter überzeugte, steht aber vor Abiturprüfungen. So könnte auch Johannes Flum wieder in die Abwehr einrücken, zumal dann Julian Schuster ins Mittelfeld zurückkehren könnte. Streich ist sich sicher: "Sie werden uns bespielen wollen." Von seinem jungen Team erwartet er einen leidenschaftlichen Auftritt: "Hamburg hat viele erfahrene Spieler, aber auch wir lernen von Woche zu Woche dazu und wollen richtig Paroli bieten."



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Nach dem jüngsten Rückschlag in Mainz will Nürnberg, das zuvor dreimal gewonnen hatte, wieder in die Erfolgsspur zurück. Mit einem Sieg würden sich die Franken endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden. Doch Trainer Dieter Hecking warnt: "Der VfL ist eine Mannschaft mit zwei Gesichtern. Da wurde intern der Druck erhöht. Wir müssen wieder mehr Konsequenz zeigen." Hecking kann weitgehend aus dem Vollen schöpfen. Per Nilsson und Mike Frantz stiegen wieder ins Mannschaftstraining ein. Nilsson kehrt möglicherweise schon in den Kader zurück. Der zuletzt gelbgesperrte Tomas Pekhart wird von Beginn an stürmen. Dafür bleibt Albert Bunjaku wohl erst mal nur ein Platz auf der Bank. Eventuell spielt der Schweizer aber auch etwas defensiver. Als weitere Kandidaten für diese Position nannte der FCN-Coach Jens Hegeler und Daniel Didavi.

Hecking verdeutlichte, "dass es Härtefälle geben wird". Einer davon wird Publikumsliebling Javier Pinola sein. Der Argentinier ist seit geraumer Zeit wieder fit, sitzt aber nur auf der Bank - auch gegen Wolfsburg. Den Platz auf der linken Abwehrseite hat sich Winter-Zugang Adam Hlousek mit guten Leistungen gesichert. Wolfsburg peilt derweil Zähler im Rennen um Europa an. Vier Punkte holten die Wolfsburger aus den letzten beiden Partien. Der Trend ist wieder ein positiver, Platz 7 ist noch in Reichweite. Und der könnte möglicherweise fürs internationale Geschäft reichen, sollte Fürth das Pokalfinale verpassen.

"Das Spiel ist für mich genauso wenig richtungsweisend wie irgendeine andere Partie während der letzten Wochen", wiegelt Trainer Felix Magath ab. Für ihn sei entscheidend, endlich auswärts den ersten Sieg zu feiern. Mit von der Partie ist Jan Polak. Der Tscheche hat die Platzwunde aus dem vergangenen Spiel auskuriert und kann spielen. Noch nicht fest steht, ob Christian Träsch auflaufen kann. Petr Jiracek konnte schmerzfrei trainieren und wird wohl zum Kader gehören. Ashkan Dejagah fehlt gelbgesperrt.



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