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Wolfsburg - Mit dem 1. FC Kaiserslautern kam nicht gerade ein Lieblingsgegner des VfL Wolfsburg in die Volkswagen Arena. Der letzte Sieg der "Wölfe" gegen die "Roten Teufeln" lag fast auf den Tag genau sieben Jahre zurück - am 25. September 2004 gewannen die Norddeutschen mit 2:1.

Unvergessen bis heute in Wolfsburg ist aber immer noch das direkte Abstiegs-Duell am 13. Mai 2006, dem 34. und letzten Spieltag der Saison 2005/06. Kaiserslautern kam als Tabellen-16. mit einem Punkt Rückstand auf den VfL in die Autostadt und musste die Partie gewinnen. Am Ende hieß es 2:2, und die Pfälzer mussten den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Magath hat "Teufel" in guter Erinnerung

Und auch VfL-Trainer Magath hat die Lauterer trotz der 1:2-Niederlage im Abstiegskampf der Vorsaison in wesentlich besserer Erinnerung. Im Jahr 2005 sicherte er sich am 31. Spieltag mit einem 4:0 und 2005/06 mit einem 1:1 am 33. Spieltag mit dem FC Bayern München auf dem gefürchteten Betzenberg vorzeitig die Meistertitel.

Und auch diesen Spieltag wird Magath in positiver Erinnerung behalten: Trotz Unterzahl wegen eines Platzverweises von Innenverteidiger Sotirios Kyrgiakos aufgrund einer Notbremse gewannen die Wolfsburger 1:0 und setzten sich von den Abstiegsrängen ab.

"Wir sind eine Mannschaft"

"Mit zehn Mann haben wir gut verteidigt", lobt der Trainer in der Hauptsache die Defensivleistung seines Teams. Vorn habe es "zu wenig Chancen herausgespielt. Wir machen zu viele Fehler im Spiel nach vorn. Die Offensive ist sicher noch verbesserungswürdig", gibt Magath zu und weiß auch, wo die Gründe liegen. "Nach dem schlechten Saisonstart fehlt die Sicherheit", sagt der 58-Jährige. Außerdem ist keine Mannschaft der Bundesliga so häufig durcheinandergewirbelt worden, wie der VfL. Bereits 23 Spieler schnupperten in der noch jungen Saison Bundesligaluft. Magth zieht aus diesen Wechselspielen durchaus eine positive Erkenntnis: "Dieses Spiel war ein weiterer Schritt vorwärts."

"Wir werden von Woche besser", hat auch Srdjan Lakic als Erkenntnis aus dem Spiel mitgenommen. Auch wenn der Ex-Lauterer zugeben muss, dass "wir nicht so gespielt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten, Dies war ein Pflichtsieg, aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen."

"Wir sind eine Mannschaft", lautet dann auch für Marcel Schäfer die positive Erkenntnis aus der Partie. "Es war nicht einfach gegen zehn Mann. Aber wir haben dran geglaubt", verriet der 27-Jährige bundesliga.de.

"Müssen mehr Killerinstinkt entwickeln"

Auch der Außenverteidiger sieht die Defizite in der Offensive: "Wir müssen mehr Killerinstinkt entwickeln. Außerdem sind wir bei Standards zu harmlos. Manchmal gewinnt man Spiele durch Standards. Daran müssen wir arbeiten", sagt der Ex-Nationalspieler.

Bis die Mannschaft sich gefunden habe, hilft laut Schäfer nur eines: "Wir müssen geduldig sein, auf unsere Chance warten." Und in der Defensive sicher stehen. Dann klappt das auch mit den Punkten. Vielleicht ja auch am kommenden Samstag bei Bayer Leverkusen, wo es in der Vorsaison eine 0:3-Niederlage gab.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs