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Nach drei Siegen in Folge winkt Eintracht Frankfurt ganz unverhofft ein Platz im internationalen Geschäft. Die große Chance wollen die Hessen beim Schopfe packen, und selbst Trainer Michael Skibbe schielt vor dem Freitagsspiel der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach (Fr. ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) auf die Europa League.

"Wenn wir nur gegen den HSV um Platz sechs kämpfen würden, würde ich sagen: Da geht was. Für uns ist schade, dass Wolfsburg und Stuttgart zu früh zu ihrer wahren Leistungsstärke zurückgefunden haben. Deshalb wird es für uns schwer", sagte Skibbe in einem Interview der Frankfurter Rundschau, fügte aber hinzu: "Aber wir werden alles, wirklich alles daran setzen, unsere Chance zu ergreifen."

"Wir haben den wenigsten Druck"

Nach den Erfolgen gegen Bayern München (2:1), in Bochum (2:1) und gegen Bayer Leverkusen (3:2) strotzen die Frankfurter vor Selbstbewusstsein. Mit 44 Punkten liegen sie nur noch einen Zähler hinter dem Hamburger SV (45) auf Rang acht. Stuttgart (44, aber bessere Tordifferenz) und Titelverteidiger Wolfsburg (43) sind auf Augenhöhe, stehen aber nach Meinung von Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen deutlich mehr unter Zugzwang. Von den Teams, die um Platz sechs konkurrieren, "haben wir den wenigsten Druck", sagte Bruchhagen.

Ein Auswärtserfolg bei der Borussia, die das Hinspiel in Frankfurt 2:1 gewonnen hatte, würde die Situation der Frankfurter weiter verbessern. Zumal die Eintracht, bei der zwar Maik Franz (Gelbsperre) fehlt, aber Kapitän Christoph Spycher und Chris in die Mannschaft zurückkehren, danach noch gegen Schlusslicht Hertha BSC Berlin sowie gegen die gesicherten Mainzer und Hoffenheimer antritt. Am 34. Spieltag kommt es dann vielleicht zu einem "Endspiel" in Wolfsburg.

Eintracht als Vorbild für die Borussia

Angreifer Halil Altintop sieht die große Stärke seines Team in der Ausgeglichenheit. "Jeder arbeitet für jeden, jeder schießt ein Tor, wir sind unberechenbar", sagte der Türke, der möglicherweise über den Sommer hinaus in Frankfurt bleibt. "Man sieht, was man hier bewegen kann", sagte Altintop, der von Schalke 04 nach Frankfurt ausgeliehen ist.

Für die Gladbacher ist die Eintracht zurzeit ein Vorbild. "Nicht umsonst kratzen die Frankfurter an den Plätzen zur Europaliga. Ich könnte da nun die Siege der Eintracht gegen den FC Bayern oder Leverkusen anführen, doch besonders beeindruckend fand ich deren Partie in Bochum", sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck und meinte die Frankfurter Fähigkeit, Gegner selbst bei Rückstand mit spielerischen Mitteln zu bezwingen.

Friend außer Gefecht

Doch nicht nur die aktuelle Stärke der Hessen, sondern die ganze Arbeit der letzten Jahre beeindruckt die Gladbacher. "Frankfurt hält sich seit fünf Jahren stabil in der Liga", sagte Frontzeck. Das sei auch das Ziel der Borussia, die eine ordentliche Saison spielt und bei neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun haben dürfte. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, will Sportdirektor Max Eberl aber "Frankfurt schlagen".

Verzichten müssen die Gastgeber allerdings auf Angreifer Rob Friend. Der Kanadier fällt nach einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel voraussichtlich drei Wochen aus. Für ihn dürfte Raul Bobadilla in die Startelf zurückkehren.


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