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München - Nach dem katastrophalen Saisonstart hat sich der Hamburger SV unter Thorsten Fink wieder gefangen. Seit nunmehr sechs Spielen ist der "Bundesliga-Dino" bereits ohne Niederlage - allerdings war bisher auch nur ein Sieg dabei.

Und so klettert der HSV nur langsam, dafür aber kontinuierlich aus dem Tabellenkeller. Der 15. Platz ist angesichts des schlechten Auftaktes schon ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis soll auch am Sonntag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg her (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Auch beim "Club" läuft's nicht ganz rund. Die Franken haben erst am vergangenen Spieltag durch einen 1:0-Heimerfolg über den 1. FC Kaiserslautern eine Durststrecken von acht sieglosen Partien beendet. Die "Cluberer" stehen deshalb mit 15 Zählern gerade mal einen Platz vor den Hanseaten.

Fink vertraut Startelf

HSV-Trainer Fink denkt aufgrund der guten Leistungen kaum über Änderungen in seiner Startformation nach. Einzig wer neben Paolo Guerrero stürmt ließ der 44-Jährige offen. Mladen Petric befindet sich noch im Aufbautraining und Marcus Berg fällt mit einem Muskelfaserriss ebenfalls aus. Um den freien Platz streiten sich Heung Min Son und der genesene Ivo Ilicevic. Beide drängten sich durch ein Tor im Freundschaftsspiel gegen die Glasgow Rangers (Endstand 2:1) auf.

"Ilicevic ist eine super Alternative, ich freue mich, einen so dribbelstarken Spieler in unseren Reihen zu haben. Aber er braucht noch etwas Zeit, um seine volle Leistung abrufen zu können", freut sich Fink über eine weitere Option im Angriff. In der Defensive ist der HSV gut aufgestellt. Jaroslav Drobny läuft langsam zu der Form auf, die ihn in Berlin zu einem der stärksten Torhüter der Bundesliga machte. Ebenfalls blüht Kapitän Heiko Westermann in seiner Rolle als Abwehrchef auf.

HSV selbstbewusst

Starke 80 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er im Nord-Derby gegen Hannover. "Wir sind momentan gut drauf und es bringt einfach Spaß, Fußball zu spielen", sagte Westermann. Die Mannschaft habe wieder Vertrauen gefasst. "Man merkt, dass jeder Gas gibt und spielen will Wir machen dem Trainer die Entscheidung darüber nicht leicht." Erfreulich sei aber auch, dass sich eine Stammformation gefunden habe.

"Es ist positiv, wenn man eingespielt ist und auch das Mittelfeld mit Rincon und Kacar genau weiß, wer hinter ihnen agiert", erklärt Westermann. Es liefe zwar noch nicht alles perfekt, aber "ganz gut". Dem HSV-Coach fehlen neben Berg und Petric, Miroslav Stepanek (Trainingsrückstand), Tolgay Arslan (Sprunggelenk-OP), Romeo Castelen (Muskelfaserriss), Daniel Nagy (nicht berücksichtigt)und Jacopo Sala (Muskelfaserriss).

Ausfälle bereiten FCN Sorgen

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking möchte nach dem letzten Sieg unbedingt nachlegen, zumal die Franken mit den Hanseaten in direkter Konkurrenz stehen. Für den holprigen Saisonverlauf führt Hecking die Ausfälle vieler Leistungsträger an. Per Nilsson fehlt nach einer Achillessehnenoperation schon seit Beginn der Saison, auch Javier Pinola ist für längere Zeit aufgrund einer Schambeinentzündung nicht einsatzfähig und dazu fehlten andere Leistungsträger.

"Man merkt es der Mannschaft natürlich an, wenn teilweise sechs bis sieben Spieler fehlen. Man findet den Rhythmus nicht, wenn man dauernd auf jemanden verzichten muss", beschrieb der FCN-Coach die Situation. Dennoch hofft Hecking, dass durch den Erfolg gegen die Lauterer der Knoten geplatzt sei und die Mannschaft befreiter aufspielen könne. Verbesserungswürdig sei allerdings immer noch der Torabschluss.

Hier gelte es anzusetzen. In der vergangenen Saison gelang den Nürnbergern in Hamburg ein 1:1 und zuhause haben die Franken mit 2:0 gewonnen. Gegen ähnliche Ergebnisse hätte Hecking sicherlich nichts einzuwenden. Sicher fehlen werden verletzungsbedingt Mike Frantz, Markus Mendler und auch Albert Bunjaku ist noch nicht bereit. Timothy Chandler, Marvin Plattenhardt und Philipp Wollscheid, die in den letzten Tagen etwas angeschlagen waren, werden wieder voll einsatzfähig sein. Im Gegensatz zum Spiel gegen den 1. FCK wird sich also personalbedingt nichts verändern, wie Hecking bereits verriet.