Zusammenfassung

  • Ron-Robert Zieler kassiert kuriosen Gegentreffer beim Debüt
  • Der Weltmeister kämpft gegen Mitch Langerak um den Platz im Tor
  • Trainer Hannes Wolf: "Die Jungs müssen ein Torwart-Team werden"

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Köln - Sein Debüt hatte er sich bestimmt anders vorgestellt, aber den erfahrenen Ron-Robert Zieler wird das unglückliche Gegentor beim ersten Auftritt für den VfB Stuttgart nicht umwerfen. Im Testspiel gegen Dynamo Dresden (1:2) wurde der Torwart am Mittwochabend zur zweiten Halbzeit eingewechselt - und kassierte eine kuriose Bogenlampe zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

"Er wird sich über das Gegentor nicht so freuen. Aber er macht einen guten Eindruck, bringt sich gut ein", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf über Neuzugang Zieler, der erst am Vormittag erstmals mit den Schwaben trainiert hatte.

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Stammplatz in Hannover, Ersatzmann in Leicester

Der Weltmeister, der zwischen 2010 und 2016 das Tor von Hannover 96 gehütete hatte und in der vergangenen Saison in der Premier League bei Leicester City unter Vertrag stand, ist von seinem Neustart in Stuttgart überzeugt.

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"Die Gespräche mit den Verantwortlichen des VfB waren sehr überzeugend, sie haben sich in diesen Gesprächen sehr um mich bemüht. Daraus ist das Gefühl entstanden, dass sich beim VfB etwas entwickeln kann und dabei möchte ich mithelfen", sagte der 28-Jährige.

Nachdem er bei Hannover die unumstrittene Nummer 1 gewesen war, kam Zieler beim englischen Meister nicht am Dänen Kasper Schmeichel vorbei.

Konkurrenzkampf mit Langerak

Bei den Schwaben haben sie nun einen offenen Konkurrenzkampf zwischen Zieler und Mitch Langerak um den Stammplatz zwischen den Pfosten ausgerufen. "Mitch hat sich natürlich nicht uneingeschränkt über den Transfer gefreut. Jeder Fußballer wäre gerne konkurrenzlos in seiner Rolle. Aber Mitch ist ein sehr guter Charakter und Profi genug, die Situation jetzt so anzunehmen", schildert Wolf die neue Situation beim Bundesliga-Rückkehrer: "Es ist jetzt unsere Herausforderung, dass die Jungs ein Torwart-Team werden, dass es ein Miteinander gibt – im Sinne des Vereins. Uns ist bewusst, dass natürlich nur einer spielen kann. Aber Fußball ist immer ein Konfliktfeld."

Mitch Langerak, Ron-Robert Zieler und Hannes Wolf beim Training (v.l.n.r.)
Mitch Langerak, Ron-Robert Zieler und Hannes Wolf beim Training (v.l.n.r.)

Timo Hildebrand, mit dem der VfB 2008 die Deutsche Meisterschaft holte, ist gespannt auf den Ausgang des Torhüter-Duells. Langerak habe eine super Saison gespielt und freue sich sehr auf die Bundesliga, so Hildebrand in den "Stuttgarter Nachrichten". Aber auch Zieler lobt er: "Er bringt alles mit, was einen guten Torhüter auszeichnet. Und ist auch charakterlich einwandfrei, soweit ich das beurteilen kann. Er hat es nicht umsonst bis in die Nationalmannschaft gebracht."

"In großen Clubs ist es üblich, zwei oder sogar drei starke Schlussleute im Kader zu haben. Insofern hat der VfB die richtige Richtung eingeschlagen", sagt Hildebrand.

Aktuell im Trainingslager in Grassau und auch danach in der Vorbereitung (>>> Sommerfahrpläne der Clubs) werden die beiden Torhüter alles daran setzen, ihren Trainer von sich zu überzeugen. Und alle VfB-Fans werden hoffen, dass - unabhängig vom Torwart - kuriose Gegentore in der neuen Saison absoluten Seltenheitswert haben.