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Köln - Am Dienstagabend kommt es im DFB-Pokal-Viertelfinale zum Duell der Bundesligisten Borussia Dortmund und TSG 1899 Hoffenheim (ab 20:15 Uhr im Liveticker). Jürgen Klopp unterstrich davor noch einmal den Stellenwert des Pokals.

"Der Pokal ist unglaublich wichtig, und das möchte ich unserem Spiel auch ansehen", sagte der BVB-Coach, wohlwissend, dass über den Pokalsieg noch der Einzug ins internationale Geschäft möglich wäre, selbst wenn der Club in der Bundesliga nicht mehr die nötigen Punkte einfährt.

Klopp: "Wer nicht schießt, kann nicht treffen"

Ein wenig besorgt ist man in Dortmund um die derzeitige Abschlussschwäche: Nur zwei Tore haben die Schwarz-Gelben in den letzten fünf Pflichtspielen erzielt. "Sorgen machen wir uns nicht, aber Gedanken", sagte Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel und fügte hinzu: "In den torgefährlichen Räumen fehlt es uns oft an letzter Entschlossenheit. Es geht um das Verhalten rund um den Strafraum. Es ist eine alte Fußball-Regel: Wer nicht schießt, kann nicht treffen. In so einer Situation muss man über die Häufigkeit kommen."

Gegner Hoffenheim konnte am 14. Spieltag der Bundesliga nach einem Tor durch Ilkay Gündogan zuletzt zwar mit 1:0 besiegt werden, doch ist die "hochtalentierte Mannschaft" laut Klopp "weit davon entfernt, ein Traumlos zu sein." Die Kraichgauer selbst kamen am Ostern-Wochenende in der Bundesliga mit 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach unter die Räder.

Gisdol: "Ich glaube, dass es wenig zu taktieren gibt"

Für Hoffenheims Trainer Markus Gisdol ist diese Niederlage aber schon abgehakt: "Wir wollen ins Halbfinale einziehen, auch wenn Dortmund für mich der Favorit ist." Die Flutlichtatmosphäre vor 80.000 Zuschauern im Signal Iduna Park spielt für Gisdol dabei eine untergeordnete Rolle.: "Die Rahmenbedingungen sind egal. Ich glaube, dass es ein Spiel wird, in dem es wenig zu taktieren gibt."

Es deutet also vieles darauf hin, dass 1899 dem offensiven Spielstil auch gegen den BVB treu bleibt. Dortmund hatte sich zuletzt vor allem gegen tief stehende Mannschaften schwer getan und war gegen Bayern München am vergangene Spieltag (0:1) mit einer ungewohnten Defensiv-Taktik von FCB-Coach Pep Guardiola überrascht worden. Markus Gisdol warnte aber trotz der derzeitigen Torflaute vor den Dortmunder Offensivkräften um Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang, die nicht leicht zu verteidigen seien.

Polanski und Großkreutz wohl wieder dabei

Personell muss Hoffenheim auf Innenverteidiger David Abraham verzichten, der sich eine Adduktorenzerrung zugezogen hat. Auch der Einsatz vom grippegeschwächten Pirmin Schwegler ist noch fraglich. Eugen Polanski, gegen Gladbach noch mit Fieber im Bett, hat hingegen grünes Licht für einen Einsatz gegeben.

Beim BVB hat sich an der Personalsituation nicht viel geändert. Lukasz Piszcek (Syndesmose-Teilriss), Oliver Kirch (Sehnenzerrung im Knie) und Nuri Sahin (Sehnenreizung in den Adduktoren) sind weiterhin verletzt. Kevin Großkreutz konnte bei der Reserve in der 3. Liga gegen die Stuttgarter Kickers am Samstag 65 Minuten Spielpraxis sammeln und könnte zumindest im Kader stehen.

Bisher ein Pokal-Duell

Einmal standen sich die beiden Teams schon im DFB-Pokal gegenüber, übrigens auch im Viertelfinale im Signal Iduna Park. Bei diesem Spiel im Februar 2008 ging Dortmund unter Trainer Thomas Doll mit 3:1 als Sieger vom Platz. Hoffenheim war damals noch ambitionierter Zweitligist und wurde von Ralf Rangnick trainiert. Aus den heutigen Kadern standen damals schon Sebastian Kehl und Mats Hummels auf Dortmunder – sowie Sejad Salihovic auf Hoffenheimer Seite auf dem Platz.

Karol Herrmann