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München - In Mainz kommt es zum pikanten Wiedersehen mit Nürnbergs Interimscoach Roger Prinzen. Die Nullfünfer schielen nach Europa, während der "Club" um die Klasse kämpft. Mit Eintracht Frankfurt, dem SC Freiburg und Werder Bremen können gleich drei Teams am Samstag den Ligaverbleib schaffen. Wolfsburg will mit einem Sieg Leverkusen unter Druck setzen und auf Platz 4 springen. Braunschweig hat den Relegationsplatz im Visier - die Spiele am Samstagnachmittag (ab 15 Uhr im Live-Ticker) im Überblick:

Nach dem Trainerwechsel bei Nürnberg (Sportdirektor Martin Bader im ausführlichen Interview) in dieser Woche trifft Thomas Tuchel mit seinen Mainzern auf Nürnbergs Interimstrainer Roger Prinzen - dem hatte er im vergangenen Monat noch "tiefe Einblicke" in die Trainingsweise und Spielvorbereitung der Rheinhessen gewährt.Tuchel nimmt diese Situation gelassen hin. "Mit den Konsequenzen müssen wir nun leben, das war damals nicht abzusehen. Wer unsere letzten Heimspiele aber gesehen hat, der wird genau wissen, was wir vorhaben", sagte der FSV-Trainer und fügt scherzhaft hinzu: "Alte Videobänder müssen wir jetzt ja nicht mehr analysieren."

Mainz muss gegen den "Club" auf Niko Bungert verzichten. Der Verteidiger sah gegen Dortmund die Rote Karte und muss nun zuschauen. Nicolai Müller (Knieprobleme) und der Südkoreaner Joo-Ho Park (Entzündung am Fuß) stehen in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung.

Unter dem Interimscoach Roger Prinzen soll jetzt beim FCN alles besser werden. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst und will diese auch erfüllen. Ich bin noch heißer als zuvor und will noch mehr Enthusiasmus mit reinbringen", sagte er. Nach zuletzt vier Pleiten in Serie steht dem ehemaligen U23-Trainer viel Arbeit bevor. Er muss, wie auch schon Verbeek, auf die Langzeitverletzten Makoto Hasebe, Daniel Ginzczek und Timo Gebhart verzichten. Hoffnung gibt es bei Per Nilsson, Timothy Chandler und Markus Feulner. Das Trio muss das Abschlusstraining überstehen, um in den Kader zu kommen. Adam Hlousek kehrt nach Gelb-Sperre zurück. 

Vorschau-Fakten und mögliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen

Die Bayern müssen zwischen den Halbfinalspielen in der Champions League gegen Real Madrid im Spiel gegen Werder Bremen zur Tagesordnung übergehen. Guardiola versucht, die Spannung hochzuhalten: "Dienstag ist unser Finale. Aber wir müssen gegen Bremen mit derselben Leidenschaft spielen wie in Madrid", sagte der Spanier. Obwohl die Münchner zuletzt viel Kritik einstecken mussten, sieht Guardiola die Situation nicht so dramatisch. "Wir sind im März Meister geworden und stehen im Pokal-Finale. Wir sind nicht so schlecht!", sagte er. Aber: "Ich muss noch die Balance finden." Ob Guardiola viel rotieren wird, ließ er offen. Er werde auf jeden Fall noch mit einigen Spielern sprechen. Klar ist nur: Thiago, Holger Badstuber und Diego Contento fallen verletzt aus, Rafinha sitzt seine Rot-Sperre ab.

Die Bremer stehen nach dem Sieg über Hoffenheim kurz vor dem Klassenerhalt. Ein direkter Abstieg ist rechnerisch nicht mehr möglich, trotzdem will Werder für absolute Ruhe sorgen (Sportdirektor Thomas Eichin im ausführlichen Interview). "Wir müssen versuchen in die Zweikämpfe zu kommen, damit sie ihr Spiel gar nicht erst aufziehen können. Und dann brauchen wir einfach den Mut zum Angriff'', sagte Dutt.

Möglicherweise wird Kapitän Clemens Fritz wieder dabei sein. Seine Bänderverletzung heilt besser als erwartet. Zudem könnte es zum Bruderduell zwischen Toni und Felix Kroos kommen. Der jüngere Kroos in Diensten von Bremen könnte nach seiner Kapselverletzung in den Kader zurückkehren. Eng wird es für Ludovic Obraniak, der an einer Muskelverhärtung in der linken Wade leidet.

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Der VfL will Leverkusen unter Druck setzen. Mit einem Dreier gegen den SC Freiburg würde Wolfsburg vorerst an Bayer vorbeiziehen und auf den 4. Platz springen. Leverkusen spielt erst am Samstagabend gegen Dortmund. Allerdings lässt sich Dieter Hecking auf solche Rechenspielchen nicht ein. "Wir wollen gar nicht so sehr auf andere, sondern vor allem auf uns schauen und unser Heimspiel gegen den Sport-Club gewinnen - egal wie", sagte der VfL-Trainer.

Wolfsburg muss auf Stamm-Keeper Diego Benaglio verzichten. Der Schweizer wird nach seiner Fingerverletzung nicht rechtzeitig fit. Max Grün wird ihn ersetzen. Zudem fehlt Bas Dost und nach seiner Gelb-Roten Karte in Hamburg auch Luiz Gustavo.

Der Sport-Club ist die Mannschaft der Stunde: 16 Punkte holten die Breisgauer aus den vergangen sieben Spielen und schossen mit 17 Treffer die meisten Tore. An diese Serie will Coach Christian Streich anknüpfen. "Wir müssen dagegenhalten, entschlossen in die Zweikämpfe gehen und auch in Wolfsburg mutig auftreten." Der Coach hat mit großen Personalproblemen zu kämpfen. Vaclav Pilar, Mensur Mujdza, Philipp Zulechner und Fallou Diagne sind verletzt, Oliver Sorg und Felix Klaus fehlen gelbgesperrt. Für Krmas und Hanke könnte ein Einsatz noch zu früh kommen. "Es sind noch viele Fragen offen und viele Überlegungen anzustellen", sagte Streich zu einer möglichen Aufstellung.

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Die Hertha will nach neun sieglosen Spielen zurück in die Erfolgsspur. Zwar feierten die Berliner am vergangenen Spieltag den sicheren Klassenerhalt, holten in der Rückrunde aber nur magere zehn Punkte. "Wir sind nächstes Jahr in der Bundesliga vertreten und haben Planungssicherheit. Das ist entscheidend", sagte Trainer Jos Luhukay. Ein Grund für die Misere ist die schwache Chancenverwertung. Zuletzt gingen die Berliner fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um.

Das lag auch am verletzten Adrian Ramos. Der Kolumbianer, der bereits 15 Saisontore erzielte, kehrt gegen Braunschweig wohl in den Kader zurück. Für Kapitän Fabian Lustenberger ist die Saison hingegen vorbei. "Er ist ein Schlüsselspieler. Den kann man nicht eins zu eins ersetzen", sagt Luhukay über den Schweizer.

An den letzten Strohhalm wollen sich die Braunschweiger klammern. Dafür nutzte Torsten Lieberknecht alle Mittel. Er fuhr mit seiner Mannschaft für zwei Tage ins Trainingslager nach Neuruppin. "Wir haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit solchen Maßnahmen gemacht", sagte der Coach. Torsten Oehrl und Salim Khelifi werden nur für die U23 zum Einsatz kommen. Außerdem zwingt Orhan Ademi ein grippaler Infekt, im Bett zu bleiben. Bei Domi Kumbela geht es von Tag zu Tag bergauf, dennoch will Lieberknecht "kein Risiko" eingehen. Ermin Bicakcic wird wieder auf dem Feld stehen, nachdem er seine Gelbsperre abgesessen hat.

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Nach der bitteren Niederlage gegen Bremen steht für Hoffenheim fest: Die restlichen drei Spiele werden ein Schaulaufen. Für die Kraichgauer geht es um nichts mehr. Trotzdem wird 1899 nicht plötzlich das Spielen einstellen. "Unsere Arena wird ausverkauft sein. Da wollen wir natürlich vor vollem Haus die Punkte hier behalten", sagte TSG-Trainer Markus Gisdol. Er kann fast auf den kompletten Kader zurückgreifen. Einzig Koen Casteels, Sven Schipplock und Tobias Strobl sind verletzt. Tarik Elyounoussi muss eine Gelb-Sperre absitzen. Erfreulicherweise hat David Abraham zum ersten Mal seit sechs Wochen beschwerdefrei trainiert und wird im Kader stehen.

Für die Frankfurter geht es theoretisch noch gegen den Abstieg. Bei acht Punkten Vorsprung kann sich die Eintracht aber mit einem Dreier in Hoffenheim ein Zittern an den letzten Spieltagen sparen. "Morgen muss eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen. Es hat sich an der Situation nichts verändert", sagte deshalb SGE-Coach Armin Veh. Im Spiel gegen Hoffenheim werde vor allem eines wichtig sein: "Wir müssen gut in die Zweikämpfe gehen, sonst bekommen wir Probleme."

Neben den Langzeitverletzten Kittel, Rode, Anderson und Flum ist ein ein Einsatz von Sebastian Jung noch fraglich. Sonst kann Veh auf den gesamten Kader zurückgreifen.

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