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Erinnern Sie sich noch an den 4. Juni 1983? An diesem Tag wurde der aktuelle Tabellenführer der Bundesliga zum bislang letzten Mal Deutscher Meister.

Im von Trainer Ernst Happel trainierten Hamburger SV standen damals Spieler wie Felix Magath, Horst Hrubesch oder Manfred Kaltz.

Glorreiche Zeiten. Einer der viel darüber erzählen kann, ist "Kult-Masseur" Hermann Rieger.

Der 66-Jährige war von 1978 bis zu seiner Pensionierung 2004 beim Hamburger SV Physiotherapeut und erlebte die letzten fünf Titel des Traditionsclubs hautnah mit.

Nun ist der HSV wieder Erster. bundesliga.de sprach nach Hamburgs Sieg gegen Gladbach mit Rieger über die Aussichten für diese Saison.

bundesliga.de: Herr Rieger, wissen Sie noch, wie es ist, Tabellenführer zu sein?

Hermann Rieger: Ich weiß es noch. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir waren mal 36 Spiele ungeschlagen (Januar 1982 bis Januar 1983, d. Red.), aber jetzt wird es immer enger, weil die anderen Mannschaften auch alle stärker werden.

bundesliga.de: Was ist für den HSV in dieser Saison drin?

Rieger: Wir haben ein Trainerteam, das richtig gut arbeitet. Die neuen Spieler müssen allerdings erstmal integriert werden und sich einarbeiten. Aber ich denke, dass wir ganz bestimmt bis zum Schluss um die Top 3 spielen werden - von Platz 1 bis 3 ist alles drin.

bundesliga.de: Fast 30 Jahre lang waren Sie für das Wohlergehen der HSV-Spieler verantwortlich. Was hat sich verändert?

Rieger: Die Bundesliga ist wieder ganz neu geworden. Es gibt eigentlich keine schwachen Mannschaften mehr. Gladbach schlägt Bremen, Köln die Schalker - der Letzte kann den Ersten schlagen. Das macht die Bundesliga auch so spannend. Dazu kommen noch Mannschaften wie Hoffenheim. Das ist schon sensationell.

bundesliga.de: Sie haben hier viele Trainer kommen und gehen sehen, wer hat Sie am meisten beeindruckt?

Rieger: Die sechs Jahre unter Ernst Happel waren mehr als schön. Ernst war mir gegenüber wie ein Vater. Er war zwar nicht immer einfach, aber eigentlich hatte er oft Recht und war auch sehr erfolgreich.

Das Gespräch führte Thanh Nguyen