Köln – Was Anfang dieses Jahrtausends mit dem Engagement des 1. FC Köln, von Hertha BSC und des Hamburger SV begann, ist heute ein flächendeckender Service: 32 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga bieten ihren jüngsten Fans in einem Kids-Club ein ganz spezielles Programm. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Kids-Clubs ist die gute Kooperation der unterschiedlichen Clubs. Um diese vorbildliche Netzwerkarbeit weiter voranzutreiben, kamen in dieser Woche auf Einladung der DFL Deutsche Fußball Liga die Vertreter der Kids-Clubs der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga in Dresden zusammen.

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Besonders in den letzten Jahren bekam die Betreuung von jungen Fans eine immer größere Bedeutung. Waren in der Saison 2011/12 etwa 75.000 Kinder in einem Kids-Club organisiert, hat sich die Zahl seitdem auf über 145.000 fast verdoppelt. Tendenz weiter steigend. Neben der Freude am Fußball wird in den Kids-Clubs der Schwerpunkt auf die Vermittlung von positiven Werten – wie beispielsweise Fairplay oder Respekt – gelegt.

Fünftes gemeinsames Jahresthema

In der Spielzeit 2013/14 gab es erstmalig ein gemeinsames Jahresthema aller Kids-Clubs. Aktionen und Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt "Lesen" bildeten während der gesamten Spielzeit den roten Faden. Was sich in der Premierensaison bewährte, haben die Verantwortlichen der Kids-Clubs in der Folge konsequent weitergeführt. So standen in den kommenden Jahren die Themen "Bewegung", "Prävention" und aktuell "Inklusion" im Mittelpunkt der Kids-Club-Arbeit.

Am ersten Tag der Vollversammlung in Dresden diskutierten die Teilnehmer in drei Workshops mögliche Jahresthemen für die Saison 2017/18 und entschieden sich am Ende des Tages für den Überbegriff "Umwelt". Mit der Konzeption von möglichen Aktivitäten während der kommenden Spielzeit wurde direkt am zweiten Tag der Veranstaltung begonnen.

Fans entscheiden sich häufig früh für ihren Club

Darüber hinaus stellte Dr. Peter Rohlmann, der seit über 20 Jahren im Sportmarketing tätig ist und sich seit 2009 intensiv mit dem Thema Kids-Clubs auseinandersetzt, verschiedene Studien und Untersuchungen aus dem Umfeld des Fußballs vor. Unter anderem berichtete er, dass die Bindung an einen Lieblingsclub bei fast der Hälfte der Fans bereits vor dem 15. Lebensjahr erfolgt. Diese Entscheidung ist in der Regel endgültig.

Dementsprechend wichtig sind spezielle Angebote für junge Fußballfans für Clubs, denn sie bilden und prägen die Fangeneration der nächsten Jahrzehnte. Das haben die Profi-Clubs in Deutschland längst verstanden und arbeiten daran, noch mehr Kinder für den Fußball und einen respektvollen Umgang miteinander zu begeistern. Die Vollversammlung in Dresden war ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Florian Reinecke