ANZEIGE

Leverkusen - Einen Schritt vor, einen zurück. So geht das in Leverkusen nun schon die ganze Saison. Die Mannschaft von Robin Dutt steht derzeit nur für Mittelmaß. Die Bilanz ist gerade einmal ausgeglichen: Vier Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen, 12:14 Tore. In den Pokalwettbewerben kommen zwei Erfolge und zwei Pleiten dazu.

Nach zehn Spieltagen hat Leverkusen bereits doppelt so viele Spiele vergeigt wie in den Vorrunden der letzten beiden Spielzeiten zusammen. Ganze fünf Tore erzielte die hochkarätig besetzte Mannschaft in der heimischen BayArena. Nur Augsburg traf auf eigenem Platz seltener. All diese Fakten sind ernüchternd. Da ist noch viel Luft nach oben.

Steigerung gegenüber Mönchengladbach

Gegen Schalke waren die Rheinländer bemüht, den guten Eindruck der zweiten Halbzeit des gegen den FC Valencia glücklich mit 2:1 gewonnenen Champions-League-Spiels zu bestätigen. Gegenüber der richtig schlechten Vorstellung in Mönchengladbach eine Woche zuvor war auch eine Steigerung zu erkennen. Doch es reichte gegen den Pokalsieger trotzdem nicht einmal zu einer Punkteteilung.

Ein fast schon dilettantisches Abwehrverhalten bei einer eigenen Standsituation brachte die "Werkself" selbst um den einen Punkt, der die Situation allerdings auch nicht entscheidend verbessert hätte. Aber eine stabile Mannschaft hätte an einem solchen Tag zumindest 0:0 gespielt. Nicht so die Bayer-Truppe.

Keine Geniestreiche im Spiel nach vorne

"Wir haben nach einem eigenen Standard die Absicherung vergessen", klagte Dutt. "Für uns ist das eine bittere Niederlage. Vielleicht haben wir etwas zu risikoreich gespielt." Dabei hatte die Defensive bis zu jenem spielentscheidenden Moment in der 82. Minute noch einen ganz passablen Eindruck hinterlassen. Der erstmals seit dem März 2011 wieder in der Startelf berücksichtigte Routinier Manuel Friedrich hatte ihr einigermaßen Sicherheit verliehen.

Dafür haperte es im Spiel nach vorne. Michael Ballack gelangen anders als in der Königsklasse diesmal keine Geniestreiche. "Uns fehlen die Ideen nach vorne, wie wir zu einer Torchance kommen können", hat Bayer-Stürmer Andre Schürrle richtig erkannt.

Zwei Trainingseinheiten mehr

Vielleicht kommt daher die unfreiwillige Pause wie gerufen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesligisten muss Bayer in der 2. Pokalrunde zuschauen. "Dadurch haben wir immerhin zwei Trainingseinheiten mehr, in denen wir wieder Vollgas geben können. Das wird uns auch gut tun", hofft Schürrle. "Wir müssen uns im Training wieder verbessern."

Bernd Leno, Bayers junger Keeper und seit Wochen der einzig konstant auf höchstem Niveau spielende Akteur, hofft dagegen, dass "wir in der Pause ein bisschen runterfahren und die Köpfe freikriegen können."

"Kein Grund zur Panik"

Hoffnung macht den "Werkskickern", dass in dieser Saison das Feld noch sehr dicht beieinander liegt. Trotz der mageren Punkteausbeute trennen Leverkusen lediglich drei Zähler von den internationalen Plätzen.

"Wir stecken im Mittelfeld fest und sind natürlich nicht zufrieden", sagt Leno. "Es gibt aber auch keinen Grund zur Panik. Wir haben erst zehn Spiele gespielt. Wenn wir zwei, drei Spiele gewinnen, dann sind wir oben wieder schnell mit dabei." Den Anfang der Aufholjagd will Bayer am kommenden Freitag beim Schlusslicht SC Freiburg machen. Es wird Zeit.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski