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Dank seines kroatischen Sturmduos hat der Hamburger SV durch das 2:1 bei Energie Cottbus wieder die Tabellenführung der Bundesliga zurückerobert.

Ivica Olic, der den HSV mit seinem 1:0 (54.) auf die Siegerstraße brachte, und Mladen Petric mit seinem Last-Minute-Tor (90.) schossen den Auswärtserfolg heraus.

Drei Punkte Vorsprung

Außerdem beendeten die Norddeutschen mit dem 5. Saisonsieg im siebten Spiel zugleich den "Lausitz-Fluch". Erst im sechsten Anlauf schaffte der HSV nämlich den ersten "Dreier" bei den Brandenburgern.

Das Team von Martin Jol (16 Punkte) führt die Liga während der Länderspielpause nun mit drei Zählern vor Aufsteiger 1899 Hoffenheim an. In dieser Saison steht der Bundesliga-"Dino" bereits zum zweiten Mal ganz oben, zuletzt war das im September 1999 der Fall.

"Ich denke, es war ein verdienter Sieg. Wir waren klar besser und hätten das Spiel mit zwei, drei Toren gewinnen müssen", sah HSV-Coach Jol trotz der Erleichterung über den Arbeitssieg Verbesserungspotenzial. Und auch Matchwinner Petric ergänzte: "Wir hätten unsere Chancen konsequenter nutzen müssen."

"Gute Mannschaft mit viel Potenzial"

Dabei nutzt Petric selbst derzeit so ziemlich jede sich bietende Chance. Der 27-Jährige erzielte sieben der letzten acht Hamburger Tore höchstpersönlich.

"Ich bin überglücklich, dass es so gut läuft", freute sich der Torjäger, dass er nun nach seinem Wechsel nach dem 1. Spieltag von Borussia Dortmund in den Norden so richtig beim HSV angekommen ist. "Wir haben eine richtig gute Mannschaft mit viel Potenzial, dazu ein super Umfeld. Es macht riesig Spaß", sagt der kroatische Nationalstürmer.

"Man sollte für Petric noch einen Strauß Blumen nach Dortmund schicken", meinte Verteidiger Bastian Reinhardt und Sportchef Dietmar Beiersdorfer ergänzte: "Wir haben inzwischen mehr Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Einer davon ist Petric." Genauso sah es auch Jol: "Glücklicherweise haben wir Petric, der aus dem Nichts immer ein Tor machen kann."

Im Sechzehner sehr effektiv

Bis zur 90. Minute mussten die Hamburger aber warten, ehe der Erfolg in der Lausitz unter Dach und Fach war, weil Branko Jelic (74.) die Gästeführung ausgeglichen hatte. Cottbus liegt auf dem 16. Tabellenplatz und wartet weiter auf den ersten Liga-Heimsieg der Saison.

Im Stadion der Freundschaft besaßen die Gäste, von Beginn an die Spielkontrolle. Nationalspieler Piotr Trochowski, der allein vier Torvorlagen gab, setzte die Angreifer vor ihm immer wieder in Szene. Die von Jol bemängelte Effektivität gegen Energie war laut der Saisondaten eher eine Ausnahme. Denn innerhalb des Strafraums hat der HSV mit 28,9 Prozent ligaweit die beste Chancenverwertung. Auch gegen Energie fielen beide Treffer in diesem Raum.

Womöglich musste der HSV den Sieg aber teuer bezahlen. Thimothee Atouba und Marcell Jansen, der in der achten Minute erst für den Kameruner in die Partie gekommen war, wurden jeweils mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt und drohen mehrere Wochen auszufallen.