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München - Am vergangenen Samstag war es mal wieder so weit: Der 1. FSV Mainz 05 kassierte kurz vor Schluss gegen den FC Augsburg das entscheidende Gegentor und stand mit leeren Händen da.

Nach den beiden Auftaktsiegen lief im bisherigen Saisonverlauf nicht mehr viel zusammen bei den 05ern - zwei Unentschieden und fünf Niederlagen stehen zu Buche.

Mit Konzentration und Spaß

Vergangen sind die Tage, als die "Bruchweg-Boys" um Andre Schürrle und Lewis Holtby, die beide den Club verließen, im Vorjahr so sensationell die Liga rockten. Die Elf von Thomas Tuchel erlebte seit Saisonbeginn einen bitteren Absturz vom Europa-League-Start bis in den Tabellenkeller - Platz 15 heißt die Realität vor dem 10. Spieltag.

Kritik an seinen taktischen Konzepten lässt Tuchel übrigens nicht gelten. "Nicht die Grundordnung gewinnt Spiele, sondern die Spieler, die sie mit Leben füllen", sagt der Trainer: "Die Grundordnung nach einem Spiel zu diskutieren ist deutlich einfacher als sich vor dem Spiel zu entscheiden. Es ist einfach zu diskutieren, wenn es schon durch ist."

Seine Maßnahmen für die laufende Trainingswoche? "Wir werden sehr komplex trainieren und das Handeln in den Mittelpunkt stellen", kündigt Tuchel an. "Wir werden uns in Gruppen miteinander messen, um eine Wettkampfstimmung zu erzeugen." Trotz des schlechten Starts will der Fußballlehrer nicht mit harter Hand agieren: "Wir müssen gut gelaunt bleiben, positiv bleiben und auch Spaß haben."

Seine Spieler sollen also am kommenden Samstag bei Hertha BSC wieder die Initiative übernehmen und mit einer gesunden Mischung aus Konzentration und Spaß mal wieder für einen "Dreier" sorgen.

bundesliga.de hat in der Datenbank geforscht und nach Gründen für die Talfahrt der Mainzer gesucht. Und das kam dabei heraus:

  • Wenige "Hundertprozentige": Einzig Augsburg erspielte sich weniger Großchancen als Mainz (10).

  • Die Joker stechen nicht: Mainz wartet noch auf das erste Tor durch einen Einwechselspieler. Das war 10/11 anders.

  • Im Passspiel sehr ungenau: Einzig Wolfsburg hat eine leicht höhere Fehlpassquote als Mainz (25 Prozent).

  • Kein Tor aus der zweiten Reihe: Mainz wartet noch auf das erste Weitschusstor der Saison.

  • Schwache Defensive: Nur zwei Mannschaften haben mehr Gegentore kassiert als Mainz (19).

  • Trantütig gegen Abwehrspieler: Mainz kassierte ligaweit die meisten Gegentore durch Abwehrspieler (4).

  • Probleme bei Standardsituationen: Nur zwei Teams ließen mehr Gegentore nach ruhenden Bällen zu als Mainz (7).

  • Zu viele Gegentore nach Ecken: Niemand kassierte mehr Gegentore im Anschluss an einen Eckball als Mainz (3).

  • Viele Flanken zugelassen: Einzig Köln ließ die Gegner häufiger zum Flanken kommen (142 Mal) als Mainz (132 Mal).

  • Gefahr droht aus zweiten Reihe: Einzig Hertha kassierte mehr Weitschuss-Gegentore (4) als Mainz (3).

  • Hinten offen in Hälfte zwei: Einzig Freiburg ließ mehr Gegentore nach der Pause zu (16) als Mainz (13).

  • Zum Spielende schlafmützig: Kein Team kassierte mehr Gegentore in der Schlussviertelstunde als Mainz (7).