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Wieder zwei Treffer, herausragend gespielt und Matchwinner gegen Leverkusen: Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart wäre ohne Cacau kaum denkbar. Kein Wunder, dass die Schwaben ihren Stürmer halten wollen. Und der scheint allmählich auch ins Grübeln zu geraten.

Eigentlich wollte er zum Thema mögliche Spielertransfers bis Saisonende nun wirklich nichts mehr sagen. Aber jetzt hatte Horst Heldt keine andere Wahl, denn alle wollten nur das eine wissen: Bleibt Cacau, wieder zweifacher Torschütze beim hart erkämpften 2:1-Erfolg gegen starke Leverkusener, oder verlässt er die Schwaben wie angekündigt nach dieser Spielzeit?

"Eigentlich sind die Gespräche beendet..."

Der VfB-Vorstand Sport stockte erst in seinen Ausführungen, schaute in die Ferne, um dann doch noch zu verkünden: "Noch hat Cacau nicht offiziell gesagt, bei welchem Verein er im kommenden Jahr spielen möchte." Eigentlich seien "die Gespräche beendet" - aber wer weiß, so die naheliegende Schlussfolgerung.

Quasi zeitgleich stand Cacau in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena und suchte ebenfalls nach Worten. Er wolle zu seinem möglichen Wechsel nichts mehr sagen, aber entschlossen in seinen Absichten wirkte auch der Nationalangreifer nicht.

Klar ist: Der 29-Jährige, der mittlerweile elf Saisontreffer auf seinem Konto hat, agiert derzeit in der Form seines Lebens und fühlt sich in Stuttgart offensichtlich pudelwohl. "Ich habe einfach Spaß am Fußball spielen und das macht mich so stark", bestätigt der fünffache Nationalspieler gegenüber bundesliga.de.

Die Fans halten die Treue

Der VfB hat das Rennen um Cacau offenbar noch nicht verloren. Vielleicht genügen einige Euro mehr, um ihn vom Bleiben zu überzeugen. Das weiß auch Heldt, er kennt die Mechanismen des Geschäfts. So wie sich Cacau nach seinen beiden Treffern gegen Leverkusen von den eigenen Fans hat feiern lassen und vor allem, mit welcher Begeisterung eben diese immer noch hinter ihrem Spieler stehen, ist beeindruckend. Keine Spur von Aversionen, kein einziger Pfiff für den scheinbar treulosen Cacau.

VfB-Trainer Christian Gross, der aus einem kriselnden Verein eine absolute Spitzenmannschaft geformt hat, würde sich in jedem Fall über einen Verbleib seines momentan besten Stürmers freuen. Der Schweizer weiß, dass gerade ein Cacau in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann.

Leverkusen spielt stark zu Zehnt

Letztlich muss man sagen, dass die Schwaben gegen Leverkusen einen glücklichen Sieg gefeiert haben. Obwohl die Bayer-Truppe nach einer Gelb-Roten Karte für Tranquillo Barnetta 73 Minuten zu Zehnt spielen musste, blieben sie angeführt von den bärenstarken Toni Kroos und Stefan Kießling immer brandgefährlich. "Die Leverkusener waren der erwartet starke Gegner", wusste auch der VfB-Italiener Cristian Molinaro nach dem knappen Sieg.

Die Marschroute für den VfB in den letzten drei Spielen heißt jetzt: Siegen, siegen, siegen. "Wir hatten bisher die Situation, das Feld von hinten aufzurollen. Jetzt wird es aber schwieriger", versuchte Trainer Gross bei der Pressekonferenz die Euphorie zu bremsen. Das aber dürfte schwierig werden, denn das Feuer im Schwabenland ist längst wieder entfacht. Auch dank "Brandstifter" Cacau.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer

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