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Enttäuschung statt Rekord: Die deutsche Nationalmannschaft hat zum Abschluss der WM-Qualifikation einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen.

Anstatt wie erhofft einen neuen Quali-Rekord aufzustellen und die Fans in Hamburg mit Spaß-Fußball zu verwöhnen, kam der Vize-Europameister gegen Finnland nicht über ein enttäuschendes 1:1 (0:1) hinaus.

Ausgleich fällt kurz vor Schluss

Lukas Podolski bewahrte die DFB-Elf durch seinen Ausgleichstreffer in der 90. Minute zumindest vor einer Niederlage und der insgesamt vierten Pleite im 74. WM-Qualifikationsspiel. Der vereinslose Jubilar Jonatan Johannson (11.) hatte die Gäste in seinem 100. Länderspiel in Führung geschossen. Damit beendete das deutsche Team die Qualifikation mit acht Siegen und zwei Remis - das erste gab es beim 3:3 im Hinspiel in Finnland.

Der dreimalige Welt- und Europameister hat in diesem Jahr nun noch am 14. November in Köln gegen Chile und am 18. November voraussichtlich gegen Ägypten in Gelsenkirchen die Chance, für Wiedergutmachung zu sorgen.

Löw experimentiert

Im Vergleich zur starken Vorstellung beim 1:0-Sieg in Moskau gegen Russland, durch den sich die DFB-Auswahl die vorzeitige Qualifikation für die WM 2010 gesichert hatte, war die Löw-Elf in Hamburg nicht mehr wiederzuerkennen. Sie präsentierte sich wie schon so oft in den vergangenen Monaten in unbedeutenden Länderspielen uninspiriert und unkonzentriert.

Gegen die Finnen nahm Löw wie angekündigt einige Veränderungen vor. In Andreas Beck, Arne Friedrich, Cacau, Piotr Trochowski, Thomas Hitzlsperger, der sein 50. Länderspiel absolvierte, und Mario Gomez standen im Gegensatz zum Russland-Spiel gleich sechs neue Spieler in der Anfangsformation.

Nur Rene Adler, Heiko Westermann, Philipp Lahm sowie Kapitän Michael Ballack und Lukas Podolski blieben im Team. Simon Rolfes und Per Mertesacker wurden sogar ganz geschont und gehörten gar nicht zum 18er-Kader. Seine zuletzt bewährte 4-2-3-1-Taktik änderte der Bundestrainer aber zunächst nicht.

Adler ohne Chance

Löw hatte das Spiel gegen die Finnen kurzerhand zum ersten Härtetest in Richtung Südafrika erklärt. "Im Grunde genommen beginnt jetzt schon die WM-Vorbereitung", sagte er. Für die Spieler sei es eine Chance, "um zu zeigen, ob sie für so ein Turnier bereit sind".

Die DFB-Auswahl war zunächst bemüht, die Forderung von Löw, schnell zu spielen und zu agieren, in die Tat umzusetzen. Doch nach dem frühen Rückstand war der Elan der Deutschen schnell dahin. Nach einer Flanke von Roni Porokara stand Johansson plötzlich frei vor Adler und schob den Ball aus kurzer Distanz ein. Der Leverkusener, in Moskau mit einer Weltklasseleistung, war machtlos.

Möglichkeiten waren da

Der Vize-Europameister hatte kurz danach durch Gomez und Ballack zwar die Möglichkeit, zum schnellen Ausgleich. Ansonsten zeigte der Rückstand aber Wirkung. Die Deutschen kamen gegen die unbequemen Finnen nicht wie gewünscht in die Zweikämpfe und agierten im Spielaufbau zuweilen fahrig, viel zu langsam und unkonzentriert.

Nach dem Wechsel reagierte Löw und brachte Spielmacher Özil für Hitzlsperger. Ballack blieb wie angekündigt in der Kabine, für ihn kam Christian Gentner. Zudem stellte der Bundestrainer auch die Taktik um und Cacau neben Gomez in den Angriff.

Viel besser wurde es allerdings nicht. Adler musste kurz nach der Pause sogar gegen Jari Litmanen und Roman Eremenko sein Können unter Beweis stellen. Auf der Gegenseite fehlte den Deutschen die letzte Entschlossenheit, um Finnlands Keeper Jussi Jääskeläinen vor größere Probleme zu stellen. Ein abgefälschter Schuss von Lokalmatador Trochowski (62.) war noch die beste Gelegenheit. In der 77. Minute scheiterte Özil freistehend. Sechs Minuten später verpasste der kurz zuvor eingewechselte Miroslav Klose per Kopf den Ausgleich nur knapp.