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München - "Das hammer uns verdient" - der Refrain des Songs "Verdient", welchen das deutsche Rap-Duo Grooveminister 1995 in den Single-Charts platzierte, beschreibt die Leistung des FC Augsburg am 9. Spieltag vortrefflich. Die Schwaben haben im neunten Anlauf endlich den ersten Sieg in ihrer Bundesliga-Geschichte gefeiert und dafür hart gearbeitet.

Die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay legte in der Partie beim 1. FSV Mainz 05 121 Kilometer (Rang 2) zurück - 4,4 mehr als die Rheinhessen (116,6 km, 8. Platz) - und hat sich mit dem ersten "Dreier" der Saison in der Tabelle an die Konkurrenten aus Freiburg, Mainz und Kaiserslautern heran geschoben.

Den Treffer zum 1:0-Endstand besorgte Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der FSV-Keeper Heinz Müller mit einem platzierten Elfmeter keine Chance ließ. Der defensive Mittelfeldspieler, der nun bei zwei Saisontoren steht, stach aber nicht nur durch seine Nervenstärke vom Punkt heraus, sondern überzeugte durch Einsatz und hohe Laufbereitschaft, wie die Statistik mit 12,5 km (Rang 4) belegt.

Intensives Spiel in Bremen

Denselben Wert erreichte auch Callsen-Brackers Gegenüber Julian Baumgartlinger. Der Österreicher legte in seinem sechsten Bundesligaspiel ebenfalls zwölfeinhalb Kilometer zurück und war damit fleißigster Mainzer. Die weitesten Wege lief an diesem Spieltag bislang jedoch Leverkusens Lars Bender, der mit 13,5 km knapp vor seinem Zwillingsbruder Sven und dessen Dortmunder Teamkollegen Kevin Großkreutz rangiert (beide 13,3 km).

Letztere durften sich bereits am Freitagabend in Bremen über den fünften Saisonsieg und den Sprung auf Rang 3 freuen. Mit 2:0 behielt der BVB gegen Werder in einem sehr intensiven Spiel die Überhand. Beide Mannschaften hatten alles gegeben und führen aktuell die Teamwertung der Laufstrecke an (Bremen 121,4 km, Dortmund 121 km).

Hannover hat FC im Griff - "Poldi" aber nicht

Nicht ganz so viel laufen musste der 1. FC Köln in seiner Sonntagspartie gegen Hannover 96. Die "Geißböcke" legten insgesamt 115,4 km zurück (Platz 11), 6,4 km mehr als die Niedersachsen (109 km, Platz 16), die ansonsten in den entscheidenden Statistiken die Nase vorn hatten. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka verbuchte mehr Ballbesitz (55,9 Prozent), agierte erfolgreicher in den Zweikämpfen (57 Prozent) und fand häufiger den Weg zum Tor (12:9 Torschüsse) - für einen Punkt oder gar derer drei reichte es aber nicht.

Der Grund dafür heißt: Lukas Podolski. Der Nationalspieler, der beide Treffer der Rheinländer erzielte, lieferte eine starke Partie ab. Mit 9,61 abgespulten Kilometern liegt er in seinem persönlichen Soll. Sehr gut hingegen sind die fünf Torschüsse und 41 Ballkontakte des 25-Jährigen, der außerdem 70,8 Prozent seiner 24 Pässe an den Mann brachte.

Lockere Sache für den Rekordmeister

Bereits am Samstag konnte es der FC Bayern München ganz gemütlich angehen lassen. Beim 4:0-Erfolg über Hertha BSC reichten der Truppe von Trainer Jupp Heynckes 111,5 Kilometer (Rang 14), um die Tabellenführung auf fünf Punkte Vorsprung auszubauen. Daher verwundert es auch nicht, dass in den Top Ten der Einzelspieler keiner der "Roten" zu finden ist. Dafür gehört mit Peter Niemeyer aber ein Berliner zu den fleißigsten Profis des Wochenendes. Der Mittelfeldspieler lief 12,3 km (Rang 8), was 10,54 Prozent der 116,7 km der Hertha entspricht.

Umgekehrt sieht die Sache allerdings bei den Teamsprints aus. Da zeigt der Blick in die Statistik, dass die Spieler des Rekordmeisters häufiger schnell unterwegs waren als die Hauptstädter. Während Franck Ribery und Co. 156 Sprints (11. Platz) vorweisen können, verschärfte die "alte Dame" nur 136 Mal das Tempo, was bislang der geringste Wert des Spieltags ist.

Schnelle Mainzer

Den absoluten Spitzenwert stellt hier der FSV Mainz 05 mit 212 Sprints. Mit Malik Fathi und Nicolai Müller (beide 28, 7. Platz) sowie Zdenek Pospech (32, Rang 3) stehen denn auch gleich drei FSV-Profis unter den ersten Zehn. Der tschechische Außenverteidiger war übrigens auch einer der schnellsten Spieler auf dem Platz. Mit 34 Km/h musste sich der 32-jährige Pospech nur seinem zwölf Jahre jüngeren Mannschaftskameraden Jan Kirchhoff geschlagen geben, der mit 35,3 Km/h den absoluten Spitzenwert aufgestellt hat.

Gregor Nentwig