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Frankfurt - In der 74. Minute war es endlich so weit: Nelson Valdez spielte nach sieben Monaten wieder in der Bundesliga. Nur acht Minuten später erzielte er sein erstes Tor für Eintracht Frankfurt mit einem wundervollen Heber zum 4:0-Endstand gegen den SC Paderborn. Der jubelnde Rückkehrer war danach einfach nur glücklich.

Das lächeln im Gesicht von Nelson Valdez wollte kein Ende nehmen. Auch nach dem Spiel in den Katakomben des Stadions schien es so, dass der Stürmer aus Paraguay an diesem Tag der zufriedenste Mensch der Welt ist. "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl und ein besonderer Glücksmoment in meinem Leben", erklärte der Rückkehrer, "mir sind heute so viele Steine vom Herzen gefallen und es ist toll wieder auf dem Platz zu stehen."

"Beim warmmachen war ich noch sehr nervös"

Der letzte Einsatz von Nelson Valdez auf dem Platz war am zweiten Spieltag dieser Saison gegen den VfL Wolfsburg. Dort zog sich der Stürmer ohne Einwirkung des Gegners einen Kreuzbandriss zu. Eine der schwersten Verletzungen für Fußballer, die einen mehrmonatigen Ausfall zur Folge hat. Für den 31-jährigen Valdez begann die Zeit des Kampfes. "Am Anfang gab es für mich keine Gewissheit, ob ich wieder spielen kann", erzählt Valdez und zum ersten Mal an diesem Abend wird sein Lächeln etwas schmaler, "es war hart für mich so lange in der Reha zu sein. Es war schwer für Kopf und Körper."

Diese harte Zeit hat Nelson Valdez nun überstanden und konnte sich nach seiner gelungenen Rückkehr auf den Platz wieder unbeschwert freuen. Doch vor dem Spiel war der Paraguayer trotz seiner Erfahrung sehr aufgeregt. "Beim warmmachen war ich nervös. Dann kam der Moment der Einwechslung und ich hatte eine Gänsehaut. Ich wollte unbedingt ein Tor machen und dann hatte ich diese Möglichkeit im Spiel."

Emotionaler Jubel nach Heber

Mit seiner Erfahrung und Intuition erkannte der Stürmer, dass der Paderborner Torwart Lukas Kruse etwas zu weit vor dem Tor stand und zirkelte den Ball mit einem Heber zum 4:0 Endstand ins Netz. "Das war schon mit Absicht gemacht, aber es gehört auch etwas Glück dazu. Eine Flanke sollte es jedenfalls nicht werden", scherzt der strahlende Valdez, der sein erstes Bundesligator seit 2010 erzielte. Damals traf er noch in Diensten von Borussia Dortmund.

Beim Jubel nach seinem Tor zog er sich dann das Trikot aus und nahm die fällige gelbe Karte gerne in Kauf. "In diesem Moment mussten die Emotionen raus. Kurz habe ich gezögert, weil ich überlegt habe, ob ich schon eine gelbe Karte habe", erzählt Valdez, "aber dann habe ich es einfach gemacht." Vorbelastet war der glückliche Torschütze in der kurzen Spielzeit noch nicht und so konnte er problemlos bis zum Abpfiff dabei sein.  

Wie ein zweiter Neuzugang

Die Bedeutung für Valdez innerhalb der Mannschaft und im Umfeld wurde schon in den letzten Wochen klar. Erst seit dem Sommer im Verein ist er ein wichtiger Bestandteil im Team und hat sich mit seiner sympathischen Art schnell integriert. Und so freuten sich auch seine Mitspieler und sein Trainer mit Valdez über seine erfolgreiche Rückkehr.

"Es ist toll, dass Nelson das geschafft hat", so Thomas Schaaf, "er macht uns stärker und wir werden in dieser Saison noch von ihm profitieren." Bei diesen Worten schaute der Frankfurter Trainer schon fast so glücklich wie der strahlende Valdez zuvor. Aber auch nur fast, denn der Preis für das breiteste Lächeln war dem Stürmer an diesem Nachmittag nicht zu nehmen.

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius