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München - Mit einigen packenden Duellen geht die 2. Pokalrunde in ihre zweite Phase. Am Dienstagabend sind unter anderem Borussia Dortmund und der Hamburger SV am Ball - ebenso wie Hoffenheim und der 1. FC Köln, die sich im direkten Bundesligaduell gegenüber stehen. 1899-Trainer Holger Stanislawski hat sich dabei etwas Besonderes einfallen lassen. (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln

Hoffenheim geht nach dem 1:0-Sieg gegen Gladbach gestärkt ins Duell mit den Kölnern. Zwar hatten die Badener Ende September hatten Punktspiel in Köln mit 0:2 verloren - doch Trainer Holger Stanislawski sieht die Niederlage nicht als schlechtes Omen. "Pokal ist nicht vergleichbar mit der Liga. Es ist psychologisch eine völlig andere Situation", sagte der Coach des Tabellenachten.

Im Kampf um mehr Unterstützung seitens der eigenen Fans geht Stanislawski in die Offensive - und lässt als Einpeitscher sogar seinen Bruder einfliegen. "Ich habe fürs Pokalspiel extra meinen Bruder einfliegen lassen. Den wird man
hören. Ich hoffe, dass er niemanden aufs Feld wirft", sagte der
42-Jährige schmunzelnd.

Die "Geißböcke" sind nach der 0:5-Klatsche gegen Dortmund mal wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Chrstian Eichner hofft aber, dass die Achtebahnfahrt der Kölner schnell wieder nach oben geht: "Am Dienstag haben wir in Hoffenheim wieder die Möglichkeit, unser anderes Gesicht zu zeigen." Auf eine Fehleranalyse verzichtet Trainer Stale Solbakken nach der Pleite beim BVB. "Wenn wir damit anfangen, verpassen wir unseren Zug nach Hoffenheim”, sagt der Norweger schmunzelnd. Auch personelle Konsequenzen werde es nicht geben. "Das wäre Selbstmord”. Der 43-Jährige hofft schlichtweg, dass sein Team am Dienstag sein zweites, besseres Gesicht zeigt.


Borussia Dortmund - Dynamo Dresden

Am Dienstag kehrt Ralf Loose als Trainer von Dynamo Dresden in seine Heimatstadt Dortmund zurück - und hofft nach der Sensation gegen Bayer Leverkusen bei der Borussia auf den zweiten Pokal-Coup. "Ich bin ein echtes Dortmunder Eigengewächs, fühle mich in der Stadt sauwohl, kenne und liebe die Mentalität. Schon als Steppke ging ich mit meinem Vater ins Stadion Rote Erde, stand später auf der Südtribüne", sagte der 48-Jährige im "Kicker". Loose spielte fünf Jahre bis 1986 für den BVB und absolvierte dort als Libero 120 seiner 211 Bundesliga-Spiele.

Borussias Trainer Jürgen Klopp hält große Stücke auf Loose. "Er macht einen großartigen Job. Alle Hochachtung für ihn und seine Arbeit", sagte Klopp, der in Mainz unter Co-Trainer Loose noch aktiv war. "Wir hatten eine tolle Zeit. Er war immer nah an der Mannschaft. Jetzt kann er seinen hohen Fußball-Sachverstand einbringen", sagte der Meistermacher.

Looses Highlight in Dresden war der Pokal-Krimi gegen Leverkusen in der ersten Runde. Bis zur 68. Minute lag sein Team 0:3 hinten, dann drehte Dynamo auf und gewann dank eines Treffers von Alexander Schnetzler in der 117. Minute 4:3. "Ein unglaubliches Spiel", sagt Loose. Sein jetziger Hoffnungsträger ist jedoch Robert Koch. Der Mittelfeldspieler gilt als Mann für besondere Tore - und das meist im "Doppelpack". In der Relegation um den Aufstieg gegen Osnabrück traf er doppelt, im Pokalkrimi gegen Leverkusen war er zweimal erfolgreich, und auch am Samstag beim 2:0 in Braunschweig erzielte er beide Tore. "Ich hoffe, wir nehmen das Selbstvertrauen aus dem Spiel gegen Braunschweig mit nach Dortmund", sagte Koch.

Nach dem 5:0-Sieg gegen Köln könnte Klopp auf der ein oder anderen Position rotieren. Sicher ist: Der gegen den 1. FC Köln gesperrte Perisic kehrt in den Kader zurück. Bei Dynamo droht Zlatko Dedic weiter erkrankt auszufallen,


Eintracht Trier - Hamburger SV

Einen Blick in die Geschichtsbücher bemüht Eintracht Trier vor dem Duell mit dem Hamburger SV und dessen neuem Trainer Thorsten Fink. Der Tabellenzweite der Regionalliga West trat bereits 1952 und 1981 zweimal im DFB-Pokal gegen die Hanseaten an. Mit 5:3 nach Verlängerung und 2:1 setzte sich der HSV jeweils knapp durch. Felix Magath, Franz Beckenbauer und Co., die am Ende der Saison 1981/82 Meister wurden, gerieten allerdings ganz schön in Bedrängnis. Und in der ersten Runde des diesjährigen Pokals hat die Eintracht schon bewiesen, dass ihr Gegner aus Hamburg liegen: Gegen den FC St. Pauli gab es ein 2:1.

Von alledem will Fink natürlich nichts wissen, der dennoch vor dem Regionalligisten warnt. "Trier ist gefährlich. Sie haben in der ersten Runde St. Pauli geschlagen und wissen, wie es sich anfühlt, gegen einen Favoriten zu gewinnen. Dadurch gewinnt man an Vertrauen. Diesen Glauben müssen wir ihnen nehmen." Seine Anfangsformation wird Fink voraussichtlich gleich auf mehreren Positionen umbauen. "Das ist Teil meiner Philosophie, der Mannschaft zu vertrauen und angeschlagene Spieler auch mal raus zu lassen. Denn nur wenn wir topfit sind, können wir am meisten gewinnen." Mladen Petric, Gojko Kacar und Gökhan Töre werden die Reise nach Trier gar nicht erst antreten.


SpVgg Greuther Fürth - SC Paderborn

In der 2. Bundesliga läuft's sowohl für die SpVgg Greutehr Fürth als auch den SC Paderborn wie am Schnürchen - nun treffen die beiden Teams im Pokal aufeinander. "Diese Mannschaft hat seit unserem 1:0-Sieg dort nicht mehr verloren. Der Gegner wird uns alles abverlangen", ist sich Fürths Cheftrainer Mike Büskens sicher. Personell wird Büskens wohl auf den gleichen Kader zurückgreifen können wie zuletzt in Cottbus. Obwohl einige Spieler ins Team drängen, wolle er die Mannschaft nicht durcheinanderwirbeln.

Gegner Paderborn ist nach dem dem 1:1-Unentschieden bei 1860 München gleich im Süden geblieben - und verspricht einen großen Fight. "Wir werden mit allem, was wir haben, dafür kämpfen, eine Runde weiterzukommen", kündigt Trainer Roger Schmidt an. Personell gibt es Fragezeichen hinter den Einsätzen von Thomas Bertels (Schleimbeutelentzündung an der Ferse) und Sören Gonther, der am Dienstag einen Härtetest absolvieren soll.