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In Leverkusen arbeiten in allen Bereichen absolute Profis. Nichts wird dem Zufall überlassen. Der Umzug in die Düsseldorfer LTU arena wurde bis ins Detail minutiös geplant. Gleich drei unterschiedliche akkurate Flyer mit allerlei Tabellen, Plänen und Wegbeschreibungen verschickte die Pressestelle vor dem ersten Spiel der Werkself im neuen Stadion.

Die obersten Bosse, Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser, hatten die Landeshauptstadt im Vorfeld häufiger besucht und fleißig die Werbetrommel gerührt. Doch heimisch geworden sind sie noch nicht ganz.

Nach dem ungefährdeten 3:1-Sieg im Pokal-Achtelfinale am Mittwoch gegen Energie Cottbus hatte sich Wolfgang Holzhäuser in der "Mixed Zone" kurz den Fragen der Pressevertreter gestellt und sich dann unsicher umgeschaut. Nicht weniger als fünf dicht beieinander liegende Türen verwirrten den Bayer-Geschäftsführer.

Profis haben keinerlei Orientierungsschwierigkeiten

Schließlich wählte er einen Ausgang, verschwand und kam nach nur einer Minute auf der gegenüberliegenden Seite wieder lachend aus einer anderen Tür heraus. So kann man sich schon einmal schnell verlaufen, wenn man sich noch nicht so richtig auskennt, gerade in den modernen Arenen, die Fußballstadion, Parkhaus und Shopping Mall zugleich sind.

Keinerlei Orientierungsschwierigkeiten offenbarten dagegen die Bayer-Kicker beim ersten Pflichtspiel des Jahres 2009. Gegen die unbequemen Lausitzer hatten die Werkskicker nach dem enttäuschenden 1:1 zum Hinrundenausklang noch eine Rechnung offen. "Wir hatten noch einiges gut zu machen, wollten klar gewinnen und haben das von der ersten Minute an gezeigt", sagte Bayer-Kapitän Simon Rolfes zufrieden nach getaner Arbeit.

Pflichtaufgabe im Pokal gemeistert

Nach 45 Minuten Hochgeschwindigkeitsfußball vom Feinsten hatte sich der Titelaspirant bereits eine stattliche 3:0-Führung herausgespielt und sich seiner Pflichtaufgabe weitgehend problemlos entledigt. "Cottbus war nicht so stark und hat es uns einfach gemacht. Wir hätten die eigentlich mit 5:0 oder 6:0 abschießen können", stellte Innenverteidiger Lukas Sinkiewicz fest. "Eine richtige Standortbestimmung war das noch nicht."

Die erwartet Leverkusen am Samstag im Dortmunder Signal Iduna Park (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio). Gegen Borussia Dortmund, das lediglich drei Punkte hinter Bayer liegt, dürfte es weitaus schwerer werden. Doch Understatement ist in Leverkusen nicht angesagt.

Sinkiewicz verspricht Angriff auf die Meisterschaft

"Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen", gibt Sinkiewicz die Marschroute vor. Etwas zurückhaltender formulierte es der Bayer-Sportchef. "Wir sind gut drauf, das haben wir schon in den Testspielen der Vorbereitung gezeigt und gegen Cottbus auch", freute sich Rudi Völler, der dem Team "seit einigen Wochen" gar eine "brillante Spielweise" attestierte.

"Wir waren auf den Punkt fit und haben fortgesetzt, was wir in der Vorbereitung angedeutet haben", pflichtete ihm Bayer-Coach Bruno Labbadia bei, der gegen Dortmund personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Rolfes lobt Stimmung in Düsseldorf

Bliebe noch die Frage nach der neuen Umgebung. Rund 17.000 Zuschauer waren an einem kalten Januar-Mittwoch in die LTU arena gekommen, eine Kulisse, die auch in der heimischen BayArena kaum getoppt worden wäre. Während Rudi Völler eine "ordentliche Stimmung" ausgemacht hatte, war Simon Rolfes schon etwas euphorischer: "Die Atmosphäre in Düsseldorf war gut. Das ist ein wunderschönes Stadion. Ich glaube, wir haben bei einigen Zuschauern Lust auf mehr gemacht."

Danach sieht es aus: Für das erste Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stutttgart am 7. Februar sind bereits über 30.000 Tickets verkauft.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski