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Köln - Ein klareres Ergebnis konnte man sich als BVB-Fan wohl nicht wünschen - 5:1! Die Spieler des amtierenden Deutschen Meisters Borussia Dortmund haben in der Partie gegen den VfL Wolfsburg eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Form aus der vergangenen Saison wieder gefunden haben.

Bis auf die Zweikampf-Statistik (47,2 Prozent) waren die "Schwarz-Gelben" den "Wölfen" in jeder Hinsicht klar überlegen. 362 erfolgreiche Pässe, 56,1 Prozent Ballbesitz und 20:5 Torschüsse belegen die Dominanz des Tabellen-Zweiten, die sich auch in den Tracking-Daten der Partie niederschlägt. Die Borussia ist mit 120,3 Kilometern das drittstärkste Team in Runde 12, während der VfL Wolfsburg mit 111,2 Kilometern nur auf Rang 15 zu finden ist.

Bender und Kagawa laufen und treffen

Beim siebten Saisonsieg der Elf von Trainer Jürgen Klopp taten sich besonders die beiden Mittelfeldspieler Sven Bender und Shinji Kagawa als Antreiber hervor. Während sich der deutsche Nationalspieler (12,7 km) Rang 2 mit Hoffenheims Fabian Johnson und Bremens Aaron Hunt teilt, ist sein japanischer Teamkollege mit 200 gelaufenen Metern mehr (12,9 km) einsame Spitze.

Bayer wird nicht belohnt

Beachtlich ist auch eine andere Leistung, nämlich die des Hamburger SV, der im Top-Spiel um 18:30 Uhr bei Bayer Leverkusen zu Gast war. Dass am Ende trotz eines schnellen 0:2-Rückstands noch ein Punkt heraus sprang, lässt auf das neu gewonnene Selbstvertrauen der angeschlagenen Hanseaten schließen.

Interessant ist jedoch, dass der zehnte Zähler der Saison trotz einer Laufleistung geholt wurde, die deutlich unter der der "Werkself" liegt. Das Team von Robin Dutt spulte starke 118,8 km runter - Platz 4 im Spieltagsranking. Der HSV hingegen liegt mit 110,9 km abgeschlagen auf dem 16. Rang. Wenig überraschend also, dass sich in Lars Bender (12,6 km, Rang 5) und Michael Ballack (12,4 km, 7.) zwar zwei Leverkusener, aber keine der "Rothosen" unter den Top 10 der Einzelspieler befinden.

Bayern mit Dusel

Noch etwas erfolgreicher als die Nordlichter agierte der FC Bayern München. Das Gastspiel des Rekordmeisters beim FC Augsburg hatten die meisten Fans vor dem Anpfiff wohl als Pflichtaufgabe eingeschätzt, doch es wäre beinahe schief gegangen. Der Aufsteiger bewies trotz schnellen 0:2-Rückstands durch Treffer von Mario Gomez und Franck Ribery Moral und kämpfte sich im zweiten Durchgang zurück; wie die Tracking-Daten zeigen: Mit 115,6 km (Platz 11) lief das Team von Jos Luhukay ganze 4.700 Meter mehr als die Profis des FCB (110,9 km, 16.).

Die entscheidende Szene entwickelte sich jedoch aus einem Konter der Gastgeber. Edmond Kapllani, der erst in der 75. Minute für Sascha Mölders eingewechselt wurde, zog mit einem seiner fünf Sprints durchs Zentrum der Bayern-Abwehr und war frei vor Manuel Neuer. Im Duell Eins-gegen-Eins behielt der Nationaltorhüter jedoch das bessere Ende für sich, entschärfte Kapllanis Schuss und sicherte den Münchenern somit drei Punkte.

Ujahs Turbo macht den Unterschied

Ebenfalls drei Zähler tütete Anthony Ujah für den 1. FSV Mainz 05 gegen den VfB Stuttgart ein. Bereits am Freitagabend erlebten die Zuschauer in der Mainzer Coface Arena eine Partie, die von der Gesamt-Laufleistung her mit 116,6 km (VfB Stuttgart, 10. Platz) und 114,9 km (Mainz, 12.) zwar eher durchschnittlich, dafür das Tempo betreffend unglaublich hoch war! Beide Mannschaften traten jeweils 199 Mal aufs Gaspedal (Platz 1) und lieferten dem Publikum - besonders im zweiten Durchgang - einen wahren Schlagabtausch.

In der Sprint-Wertung der Einzelspieler gehen die ersten fünf Plätze somit auch durchweg an Profis des VfB und des 1. FSV Mainz 05. Shinji Okazaki (27, Rang 5) und Martin Harnik (29, 3.) bilden dabei das Schwaben-Lager, während Nicolai Müller (30 Sprints, 2. Platz) einer von drei Mainzern ist. Die beiden anderen 05er sind Anthony Ujah und Marco Caligiuri, der als Linksverteidiger zwar zwei Mal seltener das Tempo verschärfte als Teamkollege Müller, dafür mit glatten 35 km/h aber den Geschwindigkeitsrekord des 12. Spieltags aufstellte.

Vier Mal häufiger als Caligiuri und zwei Mal mehr als Müller sprintete Stürmer Ujah (Platz 1) - zum Glück für den FSV! In der 53. Minute lief er seinem Gegner davon und erzielte per Kopf den 1:1-Ausgleich. Elf Minuten später setzte der Nigerianer bei einem Konter gut nach, schob sich vor den Stuttgarter Cristian Molinaro und besiegelte mit seinem Tor zum 3:1 den dritten Saison-Sieg der Mainzer, die damit den Abstand auf den Relegationsplatz 16 um zwei Zähler vergrößerten.

Gregor Nentwig