ANZEIGE

"Neu" ist das Adjektiv, welches die aktuelle Saison des FC Twente Enschede wohl am treffendsten charakterisiert: Veränderungen auf der Trainerposition, im Spielerkader und sogar im Stadion brachten frischen Wind in den Verein.

So versucht der niederländische Ehrendivisionär auch im UEFA-Pokal-Gruppenspiel gegen den FC Schalke 04 (Mi.,ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) an die erfolgreiche vergangene Spielzeit mit der erstmaligen Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League anzuknüpfen.

Rutten legt noch den Grundstein

Unter Fred Rutten hatte der zweimalige holländische Pokalsieger vor dem Wechsel des Trainers nach Gelsenkirchen Platz 4 in der Meisterschaft erreicht und sich durch Siege in den Playoffs gegen NAC Breda und Ajax Amsterdam die Hoffnung auf einen Auftritt in der Champions League erhalten. Prompt wurde der Vereinsetat noch einmal deutlich auf nun 29,5 Millionen Euro erhöht.

Nach dem Weggang von Fred Rutten und dem Verlust von Stammkräften wie Orlando Engelaar oder Mittelfeldspieler Karim El Ahmadi zu Feyenoord Rotterdam galt es allerdings, einen neuen Trainer zu finden und die Abgänge in der Mannschaft zu kompensieren.

Twente scheitert an Arsenal

Als Rutten-Nachfolger präsentierte der FC Twente mit Steve McClaren einen renommierten Coach, der zuletzt mit der englischen Nationalelf die Qualifikation für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz verpasst hatte.

Seine Premiere auf dem europäischen Festland war allerdings nicht erfolgreich. In der 3. Qualifikationsrunde der "Königsklasse" bekam man es ausgerechnet mit Arsenal FC zu tun. Beide Partien gegen die "Gunners" gingen verloren (0:2/0:4), so dass die "Tukkers" nun im UEFA-Cup spielen.

Personelle Coups

Kurz nach seinem Amtsantritt landete der Brite dann einen personellen Coup, indem er Chelseas Youngster Slobodan Rajkovic für ein Jahr auf Leihbasis nach Enschede locken konnte.

"Ich bin froh, dass wir einen jungen Spieler mit solchen Qualitäten für unser Team gewinnen konnten", sagte McClaren über den Defensiv-Allrounder. In der Vorsaison war der Abwehrspieler noch an den PSV Eindhoven ausgeliehen.

Außerdem konnten der von Feyenoord Rotterdam geköderte Nachwuchsstürmer Marko Arnautovic und die von Ajax Amsterdam umworbenen Abwehrspieler Douglas und Robbie Wielaert gehalten werden. Desweiteren ist Angreifer Blaise N'Kufo, der nach eineinhalb Zweitligajahren bei Mainz 05 sein Glück bei Hannover 96 vergeblich versucht hatte, in Twente regelrecht aufgeblüht. Mehr als 80 Treffer gehen seit 2003 auf das Konto des Leistungsträgers.

Stadion soll Attraktivität erhöhen

Neben der Qualitätssicherung im Kader hat der FC Twente die Infrastruktur des Vereins in Angriff genommen. Nachdem das Heimspiel der Enscheder gegen Arsenal aufgrund des Umbaus des heimischen Stadions noch in Arnheim stattfand, empfängt der FC Twente die gegnerischen Teams inzwischen in seiner frisch renovierten Arena, die seit dieser Saison "Grolsch Veste" heißt.

Anstelle von 13.500 Zuschauern fasst diese nun 24.000 Besucher. Durch den Ausbau will der Club den Abstand zu den großen Vereinen aus Eindhoven, Amsterdam und Rotterdam verkleinern, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Kulissen attraktive Adressen in der Liga darstellen.

Bereits jetzt gibt es Pläne, in weiteren Ausbaustufen das Fassungsvermögen auf 36.000 beziehungsweise 40.000 Plätze zu erweitern. Letzteres hängt jedoch vom Erfolg der niederländisch-belgischen Bewerbung für die Fußball-WM 2018 ab.