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Bremen - So ein trauriges Gesicht hat man bei der Ernennung zum "Spieler des Spiels" in den Katakomben des Weser-Stadions wohl noch nie gesehen. Hugo Almeida wollte sich über die Auszeichnung so gar nicht freuen. Und das, obwohl er den FC St. Pauli beim 3:0 fast im Alleingang besiegt hat.

Vier Mal hatte er getroffen: Drei Mal ins Netz, ein Mal mit dem Ellenbogen Carlos Zambrano. Schiedsrichter Felix Brych blieb nichts anderes übrig, als den Stürmer des Feldes zu verweisen. Am Montag nach dem Spiel dann das Urteil des DFB-Sportgerichts: Almeida wurde mit einer Sperre von drei Meisterschaftsspielen belegt, darf also in dieser Hinrunde nicht mehr für Bremen in der Bundesliga auflaufen.

"Das war eine große Dummheit", erklärte Almeida nach dem Schlusspfiff. Der Portugiese wirkte sichtlich niedergeschlagen, stand im Interview aber dennoch tapfer Rede und Antwort.

bundesliga.de: Werder Bremen hatte fünf Pflichtspiele in Folge nicht getroffen. Und jetzt gleich drei Mal. War es gegen St. Pauli ein einfaches Spiel?

Hugo Almeida: Das war überhaupt nicht einfach. Wir wurden jetzt aber endlich für unsere harte Arbeit belohnt. Ich bin traurig und glücklich zugleich. Ich freue mich natürlich darüber, dass ich getroffen habe. Über den Platzverweis ärgere ich mich aber sehr. Wichtig war für uns aber, dass wir endlich wieder drei Punkte geholt haben.

bundesliga.de: Wie konnte Ihnen dieser Ausraster passieren?

Almeida: Bei einem Spielstand von 3:0 darf ich so natürlich nicht reagieren. Ich bin das ganze Spiel über viel gefoult worden, was vom Schiedsrichter aber nie geahndet wurde. Das darf aber absolut keine Entschuldigung sein, dass ich mich zu dieser großen Dummheit hinreißen lasse. Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich dem Team damit geschadet habe und in den kommenden Partien der Mannschaft nicht helfen kann.

bundesliga.de: Was hat das für Auswirkung auf die letzten Spiele in der Hinrunde?

Almeida: Unsere Personalsituation war schon vor dem Spiel sehr angespannt. Und jetzt falle ich auch noch aus. Es wäre toll wenn ich in den letzten Partien in diesem Jahr noch zum Einsatz kommen könnte, um uns für die Rückrunde eine bessere Position verschaffen zu können."

bundesliga.de: Was ist für Werder Bremen in dieser Saison noch drin?

Almeida: Wir sind schlecht in die Saison gestartet. Auch weil wir viele Verletzte zu beklagen haben. Wir müssen jetzt aber dennoch versuchen, eine Serie zu starten, um uns an die Spitzengruppe heranzutasten. Ich gebe kein Ziel aus, aber es ist klar, dass wir immer so weit wie möglich kommen wollen.

Aus Bremen berichtet Michael Reis