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Köln - An Urlaub war und ist für die Verantwortlichen der Clubs in den letzten Wochen wahrlich nicht zu denken. Etliche Transfers haben die Bundesligisten bereits getätigt, um ihre Kader für die kommende Saison aufzustellen. Im Transferreport nimmt bundesliga.de die Aktivitäten der einzelnen Clubs unter die Lupe, ordnet die wichtigsten Wechsel ein und sagt, was noch passieren soll.

Borussia Dortmund

Bilanz 2014/15

PlatzToreGegentoreSpielanteileZweikampfquote
(defensiv)
Eingesetzte
Spieler
            
7. 474254%52%28            

Sieben Jahre: Ein Zeitraum, der in der jüngsten Vergangenheit von Borussia Dortmund eine große Bedeutung hat. Mit Fokus auf das Ende der Ära Jürgen Klopp beim BVB nach der tiefsten Tabellenplatzierung am Ende einer Saison – seit sieben Jahren.  Nach dem zwischenzeitlichen Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz am 13. Spieltag, konnten sich die Schwarz-Gelben am Ende noch auf  Platz sieben, und damit einen Europa-League-Platz, retten. Eine Saison, die den BVB viel Nerven und Kraft gekostet hat. Thomas Tuchel soll die Borussia wieder neu orientieren und zu alter Stärke führen, um Vereinen wie dem FC Bayern München, dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach in der obersten Tabellenregion wieder Konkurrenz zu machen.

Hier geht's zur Saisonbilanz von Borussia Dortmund.

Die wichtigsten Zugänge

Durch den Trainer-Wechsel hat bei den Dortmundern ein Umbruch stattgefunden, jedoch wurden die Spieler dagegen weitestgehend im Kader gehalten. Einer der namenhaftesten Neuverpflichtungen ist Gonzalo Castro. Ein vielseitiger Mittelfeldspieler, der sich bei Bayer 04 Leverkusen zu einem gestandenen Bundesliga-Spieler entwickelt hat und im Mittelfeld neben Ilkay Gündogan auflaufen könnte. "Ich freue mich, dass Ilkay hier geblieben ist, er hilft der Mannschaft weiter. Wir sind im Mittelfeld sehr gut aufgestellt und können dort zu den Besten in Deutschland werden", so Castro. Sowohl im Vorwärts- als auch im Rückwärtsgang verspricht der 28–Jährige mit seiner Spielintelligenz und Technik eine aussichtsreiche Verstärkung.

Doch der BVB kann auch anders: Michael Zorc hat mit seinem Team bereits mehrere heute bekannte Spieler hervorgebracht, wie beispielsweise Jonas Hofmann, der nach dem Leihgeschäft aus Mainz zurückgekehrt ist und im System von Tuchel eine tragende Rolle spielen könnte. Ebenso Marvin Ducksch (SC Paderborn) und Moritz Leitner (VfB Stuttgart) sind nach abgeschlossener Leihe zurück im schwarz-gelben Dress. Auch zukünftig setzt der BVB auf das Ausbildungs-Konzept: Der 19-jährige Julian Weigl kam vom TSV 1860 München. Er soll bei der Borussia weiter reifen und den nächsten Karrieresprung machen. Dazu kommt die Neupositionierung auf der Torhüter-Position: Neuverpflichtung Roman Bürki liefert sich nach der bärenstarken Saison beim SC Freiburg in der Vorbereitung beim BVB einen Kampf um die Nummer 1 mit Roman Weidenfeller.

Die bedeutendsten Abgänge

Fünf Spieler haben den BVB vor der bevorstehenden Saison verlassen. Nach 13 Jahren Borussia Dortmund ist Ex-Kapitän Sebastian Kehl von Bord gegangen und hat seine Karriere beendet. Ciro Immobile, der in seiner ersten Saison beim BVB den Durchbruch verpasst hat, wird vorerst an den FC Sevilla nach Spanien ausgeliehen. Milos Jojic zieht es von Dortmund kanpp 100 Kilometer weiter zum Liga-Konkurrenten, dem 1. FC Köln. Dazu kommen zwei Abgänge auf der Torwartposition: Mitchell Langerak sucht beim VfB Stuttgart eine neue Herausforderung. Und auch Zlatan Alomerovic, der seit der U17 für die Dortmunder im Einsatz war, verlässt den Verein und steht in Zukunft beim 1. FC Kaiserslautern in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten.

Gibt es noch Bedarf?

Neben dem Rennen um den Stammplatz im Tor, herrscht beim BVB sowohl in der Verteidigung, als auch im Mittelfeld ein spannender Konkurrenzkampf. Jede Position in Abwehr oder Mittelfeld ist auch durch die Flexibilität vieler Spieler mindestens doppelt besetzt. Aufgrund des breiten Kaders (aktuell 28 Spieler im Profikader) wären einzelne Abgänge noch denkbar. Ein Fragezeichen steht noch hinter der noch eher dünn besetzten Abteilung Sturm. Der BVB setzt alles daran, Pierre-Emerick Aubameyang, der in der vergangenen Saison 16 Tore erzielt hat, in den eigenen Reihen zu halten.

Dazu wittert Adrian Ramos nach seiner Verletzungspause eine zweite Chance in der Offensive und auch die Stürmer-Qualitäten von Marco Reus hat Thomas Tuchel in der Vorbereitung bereits getestet. Der zuletzt ausgeliehene Marvin Ducksch muss sich nach seinem Mittelfußbruch dagegen vorerst noch gedulden. "Wir schauen uns den Markt weiterhin an, es muss aber auch absolut sinnhaft sein. Wir setzen darauf, dass Adrian auch bald wieder zur Verfügung steht. Aubameyang ist zudem in einer hervorragenden Verfassung. Wir schließen nichts aus", so BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Gut möglich also, dass der BVB im Bereich der Sturmspitze noch zuschlagen könnte.

Anmerkung: Nicht alle Transfers des Clubs werden hier behandelt. Die ausgewählten Spieler waren bei ihren ehemaligen Teams Stammspieler (mehr als 17 Spiele), haben viele Tore erzielt bzw. vorbereitet, oder waren anderweitig (bspw. Kapitän) Leistungsträger ihrer Mannschaften. Alle Transfers der Bundesliga finden Sie hier:

Alle Transfers der Bundesliga in der Übersicht

Die bisherigen Transferreports:

Borussia Mönchengladbach

Bayer 04 Leverkusen

Eintracht Frankfurt

TSG 1899 Hoffenheim

SV Werder Bremen

1. FSV Mainz 05

1. FC Köln

Hannover 96

FC Augsburg

VfB Stuttgart

Hertha BSC

Hamburger SV

FC Ingolstadt

SV Darmstadt 98

FC Schalke 04

Die übrigen Clubs folgen

Von Patrick Eckholt