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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat einen internationalen Platz so gut wie sicher. Die Fohlen können mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen sogar noch mindestens Platz 5 erreichen. Allerdings muss die Elf vom Niederrhein auch aufpassen, denn in den direkten Duellen gegen den 1. FSV Mainz 05 und den VfL Wolfsburg droht Gefahr.

Die defensive Allzweckwaffe Tony Jantschke spricht bei bundesliga.de über das erste Endspiel gegen Mainz und sein Traumziel mit der Borussia.

bundesliga.de: Tony Jantschke, noch zwei Spiele stehen in dieser Saison in der Bundesliga an. Erst gegen Mainz, dann in Wolfsburg. Wie gut gerüstet ist die Borussia für den Endspurt?

Tony Jantschke: Wir sind gut vorbereitet und hoffen, dass noch ein bisschen mehr herauskommt.

bundesliga.de: Noch ein bisschen mehr als Platz 6 in der Endabrechnung?

Jantschke: Genau. Aber wir müssen aufpassen. Die Mainzer sind eine sehr gefährliche Mannschaft. Wenn wir verlieren, stehen wir auf einmal auf Platz 7. Das kann schnell gehen. Deswegen gucken wir nur auf das erste Spiel gegen Mainz (Vorschau-Fakten), das wir erfolgreich bestreiten wollen.

bundesliga.de: Die Borussia hat noch zwei Endspiele gegen direkte Konkurrenten. Mit zwei Siegen kann sie die ohnehin schon gute Saison noch richtig krönen.

Jantschke: So ist es. Die Konstellation ist gut. Wir haben alles selber in der Hand. Gewinnen wir beide Spiele, sind wir auf einmal Fünfter (Spielen Sie Schicksal im Tabellenrechner!). Und natürlich probieren wir immer, in den Spielen das Bestmögliche herauszuholen.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Ausgangsposition?

Jantschke: Wenn man jetzt schon ein Fazit der Saison ziehen wollte, dann haben wir eine sehr gute Saison gespielt. Wir haben eine überragende, eine sensationelle Hinrunde gespielt. Vielleicht hat danach der eine oder andere von uns oder aus dem Umfeld etwas zu viel gewollt. Dann hatten wir einen schwierigen Rückrundenstart, das eine oder andere Problem trat auf. Aber das ist völlig normal. Seit Mitte der Rückrunde haben wir uns wieder gefangen. Und jetzt können wir die Saison krönen. Der 5. Platz wäre sensationell.

bundesliga.de: Gucken Sie auch noch ein bisschen in der Tabelle auf Platz 4? Drei Punkte Rückstand auf Leverkusen sind nun auch nicht so viel.

Jantschke: Nein, das ist Quatsch. Wir wollen erst einmal das Spiel gegen Mainz erfolgreich bestreiten. Den Rest warten wir dann ab.

bundesliga.de: In den letzten Wochen war die Borussia so ein bisschen eine Wundertüte. Dem Remis daheim gegen Stuttgart und der Niederlage in Freiburg folgte ein Klassespiel und ein 1:0-Sieg auf Schalke. Ist diese fehlende Konstanz in der Rückrunde das Manko gewesen?

Jantschke: Ja, das kann man so sehen. Aber wenn wir dieses Manko nicht hätten, würden wir mit Dortmund um den 2. Platz kämpfen. Der Platz, auf dem wir im Moment stehen, ist gerechtfertigt. Den haben wir uns erspielt. Wir haben noch die Möglichkeit, uns in der Tabelle weiter zu verbessern. Wir sind total im Soll. Unser Saisonziel war der einstellige Tabellenplatz. Das haben wir auch dank der überragenden Hinrunde frühzeitig geschafft. Wenn man insgesamt sieht, was hier in den letzten drei Jahren entstanden ist, sind wir definitiv auf einem sehr guten und dem richtigen Weg.

bundesliga.de: Nach dieser beeindruckenden Hinserie kam die Borussia für einige Wochen aus dem Tritt. Haben Sie Ursachenforschung betrieben, woran das gelegen hat?

Jantschke: Das sind manchmal nur Kleinigkeiten. Man sollte nicht vergessen, dass wir auch in der Hinrunde zwei, drei Spiele dabei hatten, die wir nicht unbedingt hätten gewinnen müssen. Ich denke an die Heimspiele gegen Dortmund oder Nürnberg. Die hätten wir auch verlieren können. In der Rückrunde war es dann umgekehrt. Gegen Hoffenheim oder in Bremen hätten wir problemlos gewinnen können, haben es aber leider nicht. Demzufolge hat sich das ausgeglichen. Wir wollten zu Beginn der Rückrunde aufgrund des Tabellenplatzes 3 vielleicht etwas zu viel. Wir haben uns zu sehr auf diesen 3. Platz versteift, anstatt einfach - wie man so schön sagt - von Spiel zu Spiel zu denken. Wir haben zu sehr das große Ganze gesehen und nicht die kleinen Schritte gemacht. Und auf einmal hatten wir etwas zu verlieren und kamen in einen Negativstrudel, der mit dem Auftaktspiel gegen die Bayern begann. Aber wir haben uns dann wieder aus dieser schwierigen Phase herausgekämpft.

bundesliga.de: In der Tat. In den letzten acht Spielen hat Borussia 16 Punkte geholt und dabei in Dortmund und auf Schalke gewonnen. Sie hatten daran auch einen großen Anteil. Sie sind Stammspieler und gehören zu den Borussen, die in der Defensive vielseitig eingesetzt werden können. Ist das für Sie immer wieder eine neue Herausforderung, sich den neuen Aufgaben zu stellen oder schon fast Routine?

Jantschke: Es ist schon fast Routine. Natürlich braucht man in einem Spiel immer zehn bis 15 Minuten für die Umstellung auf eine andere Position. Das ist normal. Wir trainieren das zwar unter der Woche, aber ein Spiel kann man nicht richtig simulieren. Aber für mich, der schon sein ganzes Leben in der Abwehr auf allen Positionen gespielt hat, egal ob Innenverteidiger, links oder rechts oder auf der Sechs, ist das kein großes Problem. Ich habe schon zu unserem Torhüter Marc-Andre ter Stegen im Flachs gesagt: "Nicht, dass ich Dich auch noch verdränge."

bundesliga.de: Am Samstag geht es nun gegen Mainz, das auch eine sehr starke Saison absolviert. Wie schwer wird die Aufgabe?

Jantschke: Sehr schwer. Mainz ist in der Hinrunde furios gestartet, hatte dann Mitte der Hinrunde einen Durchhänger und spielt in der Rückrunde ähnlich wie wir auf einem sehr hohen Niveau. Die Mainzer gehören zu den besten fünf Rückrundenteams. Sie sind eine sehr unbequeme Mannschaft, die sich immer gut auf den Gegner einstellt. Es wird kein Spaziergang, sondern eine große Herausforderung. Aber es ist unser letztes Heimspiel. Wir sind die drittbeste Heimmannschaft und haben zuhause sehr gut ausgesehen, auch wenn wir gerade in der Rückrunde den einen oder anderen Punkt haben liegen lassen. Wir wollen unseren Fans zum Abschluss einen Sieg schenken und das Spiel gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski