Zusammenfassung

  • Timo Werner hat binnen neun Tage fünf Tore für Leipzig und die Nationalelf erzielt

  • Der 21-Jährige ist auch in der Stürmerhierarchie beim DFB zur Nummer 1 aufgestiegen

  • Konkurrent Mario Gomez lobt: "Er wird die nächsten zehn Jahre dominieren"

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Köln – Die letzten neun Tage dürften für Timo Werner wohl noch ein wenig länger in Erinnerung bleiben: Erst schnürte der Stürmer von RB Leipzig beim 4:1 gegen den SC Freiburg am 2. Spieltag einen Doppelpack, um sich dann auf Länderspielreise gegen Tschechien und Norwegen noch drei weitere Male in die Torjägerliste einzutragen.

Und vor allem nach seinen beiden Treffern gegen Norwegen wurde der Ex-Stuttgarter in seiner Heimatstadt, wo er beim VfB einst im August 2013 sein Bundesliga-Debüt gab, frenetisch gefeiert. Bei der Nationalmannschaft deutet sich so langsam aber sicher an, dass Werner, eigentlich sogar noch für die U21 spielberechtigt, die neue Nummer 1 im deutschen Sturm ist.

Konkurrent Gomez völlig selbstlos

Klares Indiz dafür: Werner lief in beiden Spielen von Beginn an auf, Platzhirsch Mario Gomez vom VfL Wolfsburg, durchaus auch in Top-Form, musste jeweils auf der Reservebank Platz nehmen. Doch Gomez zeigte sich keineswegs irritiert über diese Entscheidung: "Timo wird die nächsten zehn Jahre den deutschen Sturm dominieren und auch in Europa, wenn er so weitermacht", lobte er Werner und fügte hinzu: "Der ist so klar in der Birne, das ist grandios, das ist einfach nur verdient, deswegen habe ich mich wahnsinnig für ihn gefreut."

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Und auch Joachim Löw gefiel, was ihm der Leipziger bislang bot. Sechs Treffer aus den ersten acht Einsätzen mit dem Adler auf der Brust können sich durchaus sehen lassen. "Er macht das, was dem Gegner extrem weh tut und extrem schwer zu verteidigen ist, weil er diesen brutalen Zug zum Tor hat und diese Schnelligkeit", so Löw. "Er läuft ständig quer und tief, diese Laufwege sind für den Gegner kaum zu stoppen."

Löw: "Er läuft ständig quer und tief"

Dabei hatte es viele Jahre hatte es so ausgesehen, als würde es nach der Ära Miroslav Klose und dem zum Glück noch aktiven Mario Gomez hierzulande ein Nachwuchsproblem im Sturm geben. Und auch Werner hatten vor einiger Zeit nur die wenigsten als klassischen Mittelstürmer auf dem Zettel. Bei Stuttgart beispielsweise zu Beginn seiner Karriere fast ausschließlich über die Flügel eingesetzt, galt er doch eher als Typ Konterspieler denn als Stoßstürmer im Zentrum.

Video: So erzielt Werner seine Tore

Doch das Repertoire von Timo Werner ist groß: Natürlich ist er extrem schnell, hat dazu eine herausragende Ballannahme, erkennt Räume und Situationen, weist für eine Größe von 1,80 Metern ein ungeheuer gutes Kopfballspiel auf und ist spätestens seit seinem Wechsel zu RB Leipzig auch extrem stark im Abschluss. Das Gesamtpaket eines kompletten Stürmers also.

Bester deutscher Stürmer im Kalenderjahr 2017

Und letztlich belegen auch die Zahlen, dass derzeit im deutschen Angriff kein Weg an Timo Werner vorbeiführt. Im Kalenderjahr 2017 hat er in der Bundesliga bereits 14 Mal getroffen – so oft wie kein anderer deutscher Spieler. Am Freitag geht es in der Bundesliga dann wieder weiter im Dress des RB Leipzig beim Hamburger SV. Es würde nicht wundern, wenn er sein Torekonto dann noch weiter aufstocken würde - zumal er in der vergangenen Saison in Hamburg seine ersten Bundesliga-Tore für Leipzig erzielte.

Karol Herrmann