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Stuttgart - Dass er der Jüngste ist, ist Timo Werner schon lange gewöhnt. So war es schon in der Jugend, wo er immer bei den Großen mitspielen durfte und trotzdem der Beste war. Auch bei den Profis des VfB Stuttgart ist er der jüngste Stammspieler im Kader - und doch ist der Stürmer schon jetzt ein Etablierter mit insgesamt 36 Einsätzen. Dabei ist er gerade einmal 18 Jahre alt.

Rasanter ist noch keiner in die Bundesliga eingestiegen als Timo Werner vor 14 Monaten. Damals durfte der Stürmer beim VfB erstmals in der Bundesliga ran - als jüngster Bundesliga-Debütant der Schwaben aller Zeiten mit gerade einmal 17 Jahren und 164 Tagen.

Jüngster Doppeltorschütze aller Zeiten

Fünf Wochen später war er auch der jüngste Torschütze des VfB, der drittjüngste der Bundesliga. Und als er im November gegen den SC Freiburg zwei Tore beim 3:1 erzielte, war er sogar der jüngste Doppeltorschütze der Bundesliga-Geschichte - auch da war er erst 17 Jahre und acht Monate alt.

Doch seit Anfang 2014 läuft es bei dem Talent, das als 16-Jähriger mit 24 Treffern Torschützenkönig der U19-Bundesliga Staffel-Süd und 2013 vom DFB als bester Nachwuchsspieler in der Altersklasse U17 mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet wurde, nicht mehr ganz so rund. Noch kein Bundesliga-Tor ist dem Rechtsfuß in diesem Jahr gelungen. Immerhin kam er in dieser Spielzeit schon wieder vier Mal in der Startelf zum Einsatz.

"Timo kann ein richtig guter Spieler werden"

"Der ganze Hype hat ihm nicht gutgetan", sagte VfB-Trainer Armin Veh schon in der Vorbereitung zur "Stuttgarter Zeitung". Und ergänzte: "Für ihn wäre es einfacher, wenn er unwichtiger wäre, dann könnte er sich besser entwickeln." Hinzu kam die Doppelbelastung durch die Schule. Im Juni machte Werner sein Abitur. Dass der gebürtige Stuttgarter dieses Formtief aber überwinden werde, davon ist Veh überzeugt: "Er wird noch kommen. Timo kann ein richtig guter Spieler werden."

Die Anlagen dazu sind da. Werner ist extrem schnell, soll die 100 Meter schon in 11,1 Sekunden gelaufen sein. In der Bundesliga schaffte er vergangene Saison einen Top-Speed von 34,5 Stundenkilometern, gehörte damit zu den schnellsten Spielern der Liga. In seinen ersten 14 Bundesliga-Spielen erzielte er vier Tore, legte zudem vier weitere für die Kollegen auf. Auch deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten bei Timo Werner wieder platzt. Man darf schließlich nicht vergessen: Er ist noch immer erst 18 Jahre alt.

Tobias Schild